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Ein Aachener Projekt im Online Archives Portal der UNESCO



Deutschsprachigen jüdischen Periodika gilt seit nunmehr 20 Jahren ein wissenschaftliches Hauptinteresse von Professor Dr. Hans Otto Horch, der deutsch-jüdische Literaturgeschichte an der RWTH in Forschung und Lehre vertritt. Auf seine Idee geht das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell geförderte Digitalisierungsprojekt „Compact Memory“ zurück, das in enger Zusammenarbeit mit dem Sondersammelgebiet Judaica der Frankfurter Stadt- und Universitätsbibliothek sowie der Kölner Bibliothek Germania Judaica realisiert wird. Dass ein Projekt der Philosophischen Fakultät über einen Zeitraum von sechs Jahren von der DFG gefördert wird – das Fördervolumen beträgt bis zum Jahr 2006 weit über 2 Millionen Euro -, beweist dessen innovativen Charakter. Mittlerweile stehen bereits weit über 300.000 Seiten der Sammlung digitalisierter jüdischer Periodika im Internet und können kostenlos genutzt werden. Das Archiv umfasst Artikel aus der Zeit von 1806 bis 1938, also von der Emanzipationszeit bis zum Verbot aller jüdischen Publikationen durch die Nationalsozialisten. Dieses unschätzbare Quellenmaterial zum jüdischen Leben wurde jüngst in das Online Archives Portal der UNESCO aufgenommen, das dem Konzept des World Digital Heritage verpflichtet ist.

Das technische Konzept für die Digitalisierung der Quellen und ihre Bereitstellung im Internet wurde von der Aachener Firma „semantics“ entwickelt, an der Professor Dr. Christian Stetter als Aachener Linguist maßgeblich beteiligt ist. Kay Heiligenhaus, M.A., Absolvent des Germanistischen Instituts der RWTH und technischer Leiter des Projekts, war sowohl als Linguist wie als Literaturwissenschaftler mit der Materie vertraut und somit für die technische Umsetzung bestens geeignet. Hier ist die seltene Verbindung von Geisteswissenschaften und Technik geglückt.

Schon jetzt wird „Compact Memory“ von mehr als 200 Usern täglich angenommen. Insbesondere in Deutschland und den USA  besteht großes Interesse an der Quellensammlung. Bis 2006 wird nicht nur die Zahl der im Archiv bereitgestellten Periodika bis auf 100 deutlich steigen, sondern auch die Zahl interessierter Nutzer im Internet.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.compactmemory.de.

i.A. Thorsten Herrig


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