In diesem Jahr wurden sowohl der „Heitfeld-Preis 2004“ der RWTH für Nachwuchswissenschaftler als auch der „Heitfeld-Preis 2004“ der „GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung“, mit dem das wissenschaftliche Lebenswerk eines Geowissenschaftlers ausgezeichnet wird, im Rahmen des Festakts vergeben. Die „GeoUnion“ ist die Dachgesellschaft aller Geowissenschaftler in Deutschland.
Eherensenator Heitfeld wurde 1924 in Hamm/Westfalen geboren. Nach dem Studium der Geologie an der Universität Münster und seiner Promotion 1952 begann seine berufliche Tätigkeit in der Talsperrenabteilung des Ruhrtalsperrenvereins. Die Erfahrungen, die er bei den im Krieg schwer beschädigten Staudämmen und Staumauern sowie bei neuen Talsperrenprojekten gewann, führten ihn zur Habilitation an die RWTH Aachen. Seine internationalen Arbeiten an Talsperren in Griechenland und Vorarbeiten am Assuan- und am Euphratdamm sowie an Pumpspeicherwerken in Deutschland, Irland und Taiwan machten ihn zum weltweit anerkannten Fachmann in der Ingenieurgeologie und der Hydrogeologie.
1970 wurde Dr. Karl-Heinrich Heitfeld Professor für Ingenieurgeologie und Hydrogeologie an der RWTH. Neben seinen fachlichen Schwerpunkten entwickelte er an der RWTH schon früh die geowissenschaftlichen Grundlagen für eine nachhaltige Umwelt-Gestaltung – unter anderem durch die Gründung von Deponien und die Behandlung von Altlasten zum Schutze des Grundwassers. Während seiner Laufbahn als Hochschullehrer hat er rund 200 Diplomanden betreut und 50 Doktoranden zur Promotion geführt.
Im Februar 2003 wurde Professor Heitfeld wegen „seiner außergewöhnlichen Verdienste als Ingenieurgeologe und Hydrogeologe, seinem Einsatz für interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit und für die Förderung von Forschung und Lehre an der RWTH Aachen“ die Würde eines Senators ehrenhalber an der RWTH verliehen.
1995 gründeten Professor Heitfeld und seine Familie drei hoch dotierte Stiftungen zur Förderung der Geowissenschaften. Die „Professor Dr. Karl-Heinrich Heitfeld-Stiftung“ an der RWTH und der Universität Münster soll junge Geowissenschaftler fördern. So werden jedes Jahr Nachwuchswissenschaftler für hervorragende Leistungen in Diplom oder Promotion ausgezeichnet und ihnen unter anderem mit einem Stipendium eine Weiterqualifizierung an ausländischen Universitäten sowie internationalen Forschungseinrichtungen ermöglicht. Eine weitere Stiftung zur Förderung der Geowissenschaften in Deutschland wurde an der „GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung“ etabliert.
Auch 2004 wurden an der RWTH wieder Preise und Reisestipendien an Aachener Absolventen verliehen. Die Diplom-Geologen Tobias El-Fahem, Marc Holland und Till Karl Rubbert erhielten den „Heitfeld-Preis 2004“. Diplom-Geologin Katharina Wulff und Diplom-Geologe Andreas Busch können sich dank Reisestipendien an ausländischen Universitäten weiterqualifizieren. Außerdem erhielt Univ.-Prof. Dr. Peter Grathwohl aus Tübingen den Heitfeld-Preis der „GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung“.
i.A. Björn Gürtler