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RWTH stellt leistungsstärkstes Gerät im Ernst Ruska-Centrum in Jülich



Das Ernst Ruska-Centrum kann ab 2010 ein weltweit einzigartiges Höchstleistungselektronenmikroskop in Betrieb nehmen. Die Finanzierung des mit PICO bezeichneten Gerätes teilen sich das Land Nordrhein-Westfalen, das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Mit der neuen Ausstattung wird das Ernst Ruska-Centrum weiter an der Weltspitze in der ultrahoch-auflösenden Elektronenmikroskopie mitarbeiten.

Das Ernst Ruska-Centrum ist eine gemeinsame Forschungsplattform der RWTH Aachen und des Forschungszentrums Jülich, mit Sitz in Jülich. Mit PICO verstärkt die RWTH ihren Beitrag zum Instrumentenpark und stellt damit das leistungsstärkste Gerät des Ernst Ruska-Centrums. Das neue Elektronenmikroskop wird eine Auflösung von 50 Pikometern - 1 Pikometer entspricht 10-10 Zentimetern - besitzen. Damit lassen sich nicht nur Einzelatome beobachten, sondern  auch Atomabstände und Atomverschiebungen mit einer bisher nicht gekannten Genauigkeit von weniger als ein Hundertstel eines Atomdurchmessers, also einem Pikometer, vermessen werden. Gleichzeitig lassen sich durch spektroskopische Analysen die Natur der untersuchten Atome und ihre chemischen Bindungsverhältnisse aufklären. Die Basis von PICO ist die aberrationskorrigierte Elektronenoptik, welche in den 1990er Jahren unter maßgeblicher Beteiligung von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich entwickelt wurde.

Für das Elektronenmikroskop wird eigens eine Gebäude auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich errichtet. Dieses sowie die weitere Geräteausstattung wird über eine Sonderzuwendung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert. Die Investition liegen insgesamt bei knapp 15 Millionen Euro.

„Die ultrahochauflösende Elektronenmikroskopie gibt uns einen neuartigen Zugang zum tiefen Inneren der Materie. Wir sind darüber hinaus jetzt auch in der Lage, physikalische Eigenschaften, welche mit strukturellen Änderungen der Atomanordnung zusammenhängen, direkt auf atomarer Ebene quantitativ zu untersuchen und zu messen. Dies ist ein alter Traum der Materialforschung, der jetzt in Erfüllung geht“, sagt Prof. Knut Urban, Institutsleiter am Forschungszentrum Jülich und einer der beiden Direktoren des Ernst Ruska-Centrums. Prof. Joachim Mayer, von Seiten der RWTH Aachen Direktor des Ernst Ruska-Centrums, fügt hinzu: „Die außergewöhnlich hohe Zustimmung und Unterstützung, die das Ernst Ruska-Centrum mit dem PICO-Projekt erhalten hat, zeigt, dass unser partnerschaftliches Konzept mit beiden Institutionen RWTH Aachen und Forschungszentrum Jülich weiterhin als paradigmatisch empfunden wird“.

Fünfzig Prozent der Nutzerzeit an den weltweiten Spitzengeräten des Ernst Ruska-Centrums geht an Nutzer aus anderen Universitäten und der Industrie. Das Interesse am neuen PICO-Elektronenmikroskop ist groß. Prof. Mayer berichtet: „Vor allem die Energieforschung und die Halbleiterelektronik haben sich bereits jetzt für eine Nutzung von PICO angemeldet.“


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