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Koreanischer Ehrensenator der RWTH Aachen verstorben



Young-Sup Huh Dipl.-Ing. Dr. h.c. Young-Sup Huh, Ehrensenator und Alumnus der RWTH Aachen, ist nach langer, schwerer Krankheit am 15. November 2009 verstorben. Als langjähriger Vorsitzender der koreanischen Alumni-Vereinigung sowie als Ehrensenator hat sich Dr. Huh in besonderer Weise für die RWTH Aachen in seinem Heimatland eingesetzt. Dank seiner Unterstützung genießt die RWTH in der koreanischen Öffentlichkeit eine hervorragende Reputation.

Young-Sup Huh kam 1964 nach Aachen, 1968 erwarb er sein Diplom in der Fachrichtung Eisenhüttenkunde. Huh gehörte zu den ersten Studierenden aus dem fernen Asien an der RWTH und gilt somit als einer der Wegbereiter für die Internationalisierung der Aachener Hochschule. Den Aachener Bürgerinnen und Bürgern sowie den Angehörigen der RWTH ist der Verstorbene vor allem als Mäzen für das Studierenden-Atelier „MOGAM“ bekannt, das vor zwei Jahren feierlich eingeweiht wurde. Die RWTH verliert mit Ehrensenator Dr. Young-Sup Huh eine starke Persönlichkeit und einen großen Förderer.

„Mogam“ bedeutet so viel wie: Die Erde zum Blühen bringen. Es war das Lebensmotto Young-Sup Huhs, mit dem er das Helfen und Fördern zu Prinzipien seines privaten wie unternehmerischen Handels machte. Während seiner ganzen beruflichen Tätigkeit hat Dr. Huh sich in besonderer Weise um die Forschung bemüht. Auf Grundlage verstärkter Investitionen in Forschung und Entwicklung machte er sein Unternehmen, die Korea Green Cross Corp., in wichtigen pharmazeutischen Bereichen zum Branchenführer in Korea. Und 1984 gründete er die erste private Forschungsgesellschaft in Korea, das „Muk-Am Biotechnologische Institut“. Für seien Aktivitäten wurde Young-Sup Huh sowohl in seiner Heimat als auch im Ausland mehrfach ausgezeichnet. Beispielsweise verlieh ihm die indonesische Regierung im Jahr 2000 einen Orden um die Verdienste bei der Bekämpfung von Hepatitis B in Indonesien. Obwohl die Pharmaindustrie wenig mit seiner ursprünglichen Studienrichtung zu tun hatte, sah Huh den Grund für seinen unternehmerischen Erfolg auch in der fundierten wissenschaftlichen Ausbildung, die er an der RWTH erfahren hatte.

Neben der Unterstützung seiner „deutschen Alma Mater Aquensis“, wie er es gern auszudrücken pflegte, war Young-Sup Huh generell das deutsch-koreanische Verhältnis ein großes Anliegen. So übernahm er im Jahr 2000 die Präsidentschaft der Koreanisch-Deutschen Gesellschaft, eine Dachorganisation von 24 koreanisch-deutschen Vereinigungen. Seit dieser Zeit war er ebenso Vorstandsmitglied der Koreanisch- Deutschen Industrie- und Handelskammer sowie Initiator eines koreanisch-deutschen Forums, das sich inzwischen zu einer der wichtigsten Veranstaltungen des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Dialogs zwischen Deutschland und Süd-Korea entwickelte.

Die große Verbundenheit Young-Sup Huhs mit Deutschland lag nicht zuletzt in seiner eigenen Lebensgeschichte begründet. Die politische Teilung seines Heimatlandes Korea in Nord und Süd trennte auch seine Familie: In den Wirren des Korea-Krieges gelang ihm mit seinem Vater die Flucht in den Süden, die Mutter verblieb in Nordkorea. Es ist ein Schicksal, wie es 40 Jahre lang auch zahlreiche deutsche Familien erleiden mussten. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Menschen im fernen Süd-Korea dann 1989 die Ereignisse der deutschen Wiedervereinigung. Die Entwicklung in Deutschland nährte ebenso bei der koreanischen Bevölkerung die große Hoffnung auf ihre Wiedervereinigung. Diese Hoffnung hatte Young-Sup Huh nie aufgegeben.

 

 

Bild:

Ehrensenator Dr. Young-Sup Huh vor dem Aachener Studierenden-Atelier „Mogam“ an der RWTH, das durch seine Förderung verwirklicht werden konnte.

Foto: Peter Winandy

 

 

i. A. Dietrich Hunold


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