Einige Vorarbeiten waren notwendig, um die Anforderungen an ein überregionales Traumazentrum, in dem auch Patienten mit lebensbedrohlichen Mehrfachverletzungen, Hirn- oder Wirbelsäulenverletzungen behandelt werden können, zu erfüllen. Das in der ersten Stunde der Behandlung entscheidende interdisziplinäre Schockraummanagement wurde in Spezialkursen mit den Ärzten aus den beteiligten Fachabteilungen eingeübt. Manchmal sind Ärzte aus fünf Fachabteilungen gleichzeitig beim Patienten im Schockraum. Lebenswichtige Entscheidungen müssen in kürzester Zeit getroffen werden und trotzdem hundertprozentig sein“, so Professor Pape. „Das geht nicht ohne Üben und das Training darf natürlich nicht am echten Patienten erfolgen.“
Dass es im Ernstfall auf Schnelligkeit ankommt, signalisiert bereits eine riesige Stoppuhr im Traumaschockraum, die mit dem Hereinfahren des Patienten aktiviert wird. Ein großer Vorteil ist die räumliche Nähe von Schockraum, Computertomogaphie, Operationssälen und Intensivstation. Im Universitätsklinikum Aachen werden im Schnitt 80 Schwerstverletzte pro Jahr behandelt. Im Traumanetzwerk® wird zwischen drei Versorgungsstufen unterschieden: lokale, regionale und überregionale Traumazentren. Schwerstverletzte werden in der Regel nur in überregionalen Traumazentren behandelt.
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Stand: 01/2010