Einen Tag lang hat das internationale Team unter Beteiligung von Aachener und Karlsruher Wissenschaftlern das komplexe Instrument in Betrieb genommen und seine 650 Computer hochgefahren. In anschließenden Testläufen konnten die Physiker sich dann davon überzeugen, dass das Spektrometer den Transport ins All sehr gut überstanden hat. Mittlerweile wurden alle Detektoren schrittweise aktiviert. Einen wesentlichen Teil der Arbeit nimmt in den nächsten Monaten die Kalibrierung der Instrumente ein: 300.000 elektronische Kanäle müssen einzeln präzise justiert werden. Auf dieser Basis können dann die eigens entwickelten Computerprogramme die Daten aus dem All analysieren. AMS sendet pro Sekunde 2.000 Bilder der kosmischen Höhenstrahlung zur Erde. Aachener Wissenschaftler werden die Auswertungen im ersten Jahr in Houston und anschließend in der europäischen Großforschungseinrichtung „Cern“ bei Genf begleiten.
„Das AMS ist ein ausgesprochen langfristiges Projekt aus dem Bereich der Grundlagenforschung“, erläutert Prof. Schael. „Es wird Jahre dauern, bis wir die ganze wissenschaftliche Ernte eingefahren haben. Dafür erhoffen wir uns grundlegende Erkenntnisse über den Aufbau unseres Universums, das uns beispielsweise mit der sogenannten ‚Dunklen Materie‘ noch viele Rätsel aufgibt.“
Bildtext: Im Kontrollraum des Johnson Space Center in Houston. Stehend v. l.: Prof. Dr. Stefan Schael (RWTH), Prof. Dr. Klaus Lübelsmeyer (RWTH), Prof. Dr. Samual C. C. Ting (MIT), Dr. Thomas Kirn (RWTH). Unten v. l.: Melanie Heil (KIT), Dr. Thorsten Siedenburg (RWTH) Dr. Francesca Spada (INFN Rom) und Mark Millinger (RWTH).
i.A. Sabine Busse
Stand: 05/2011