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Angewandte Geowissenschaften


Abschluss Master of Science RWTH Aachen University
Studienbeginn Wintersemester empfohlen, Sommersemester
Regelstudienzeit 4 Semester
Voraussetzungen

Erster Hochschulabschluss mit einer fachlichen Vorbildung gemäß aktueller Prüfungsordnung (§3)

Kurz-Information: Zugang zum Masterstudium an der RWTH

Keine Zulassungsbeschränkung zum SoSe 2012/ WiSe 2012/13

Antrag auf Überprüfung der fachlichen Vorbildung erfolgt idealerweise direkt über die Fakultät

oder über das Antragsformulardes Studierendensekretariats (Ihr Antrag wird an die Fakultät weiter geleitet).

Rechtsverbindliche, semesteraktuelle Informationen zur Studienaufnahme

Beratung und weitere Informationen

Was sind Angewandte Geowissenschaften
Die Geowissenschaften leisten einen wichtigen Beitrag für die nachhaltige Nutzung der Ressourcen der Erde, also der Gesteine, Mineralien und Erze, von Erdöl und Erdgas, Wasser und geothermischer Energie und sie beteiligen sich bei der Nutzung des unterirdischen Raumes als Baugrund und Bauraum. Ihr weites Aufgabenfeld umfasst:

  • die Aufsuchung und Gewinnung sowohl fossiler als auch regenerativer Energieträger wie Erdöl, Erdgas, Kohle sowie Erdwärme im tiefen Untergrund,
  • die Untersuchung der Entstehung und Struktur von Minerallagerstätten,
  • die Erforschung der Struktur und Eigenschaften von Mineralen für die Herstellung neuer Materialien,
  • die Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Baugrund und Bauwerk,
  • die Vorhersage von Bergstürzen und Gesteinsverformung, z.B. im Zuge großer Tunnel- und Staudammbauten
  • die Erschließung und nachhaltige Nutzung von Grundwasser,
  • die Analyse geodynamischer Prozesse, die u.a. zu starken Erdbeben führen,
  • die Bestimmung der Verformung von Gesteinen infolge der gewaltigen Kräfte im Erdinnern.

Sie bringen darüber hinaus ihr Wissen über lang- und kurzfristige Veränderungen  in den Schutz unserer Natur und einen nachhaltigen Umgang mit den Rohstoffen der Erde ein. Der Erhalt von Grundwasserreserven, die Sicherung menschlicher Lebensräume und die Wiederherstellung natürlicher Gleichgewichte stellen immer wichtiger werdende Arbeitsfelder der Geowissenschaften dar.

Die Lösung der geowissenschaftlichen Aufgaben verlangt nach quantifizierenden Methoden und der Erstellung von Modellen für die zukunftsgerichtete Voraussage, z. B. von Lagerstätten, Grundwasservorkommen, Erdbebenrisiken und Materialverformungen. Die Angewandten Geowissenschaften sind somit eine quantitative Naturwissenschaft mit vielen Schnittstellen zu den Ingenieurwissenschaften.

Aufbau des Bachelorstudiums
Im ersten Jahr des Bachelorstudiums werden die Grundlagen im Bereich Mathematik und Chemie vermittelt, und es erfolgt eine erste Einführung in das „System Erde“ und seine Baumaterialien, die Gesteine und Minerale. Dieses Programm wird von Geländeübungen und Exkursionen begleitet, die sich auch im zweiten Studienjahr fortsetzen. Danach steht neben den Grundlagen der Physik eine fundierte Einführung in verschiedene Disziplinen der Geowissenschaften im Mittelpunkt. Im abschließenden dritten Bachelor-Studienjahr erfolgt eine Vertiefung in einer von drei auszuwählenden, anwendungsorientierten Fachrichtungen:

  1. Geophysik-Hydrogeologie-Ingenieurgeologie, z.B. Grundwasser, Baugrund
  2. Geologie-Geochemie-Lagerstätten, z.B. Erdöl und Erdgas, Erze und Metalle
  3. Geomaterialien, z.B. Minerale und Werkstoffe, Böden

Es besteht die Möglichkeit während des Bachelorstudiums ein Auslandssemester an einer unserer europäischen Partnerhochschulen, ERASMUS Austauschprogramm, zu absolvieren.

Aufbau des Masterstudiums
Im konsekutiven Masterstudium werden die im Bachelorstudium gewonnenen Kenntnisse in den drei oben genannten Fachrichtungen vertieft.

Ziel
Die Qualifizierung der Studierenden zielt auf die Erlangung von Kompetenz in der Nutzung geowissenschaftlichen Systemverständnisses für gesellschaftliche Zukunftsaufgaben, aufbauend auf einer starken Basis chemischen, mathematischen und physikalischen Wissens. Der Studiengang verbindet durch seine Pflichtmodule die verschiedenen Disziplinen der Geologie, Geochemie, Geophysik, Mineralogie und Kristallographie. Wahlvertiefungen ermöglichen auf dieser Basis eine weitergehende, berufsqualifizierende Spezialisierung in einem der Geobereiche.

Charakteristika des Aachener Studienganges
Die Aachener Geowissenschaften bieten eine einmalige Kombination von Ingenieurgeologie und Hydrogeologie mit Geophysik als Schwerpunkt an. Sie sind darüber hinaus ein führender Standort für Lagerstättenlehre sowohl hinsichtlich von Energierohstoffen als auch von mineralischen Rohstoffen. Die dritte Schwerpunktbildung – Geomaterialien – ist auf zukunftsträchtige und angewandte Aufgaben im Bereich der Mineralogie und Kristallographie bezogen. Das spezifische Aachener Wissensprofil bereitet Absolventinnen und Absolventen in hohem Maße auf die beruflichen Anforderungen vor.

Abgrenzung zu benachbarten Studiengängen
Dieser Studiengang nutzt Grundlagen der Physik, Mathematik und Chemie und baut darauf einen naturwissenschaftlich orientierten, geowissenschaftlichen Studiengang auf. Im Gegensatz zum Studium des „Georessourcenmanagement“ und der „Angewandten Geographie“ werden im Studium „Angewandte Geowissenschaften“ vertiefende Kenntnisse über den Aufbau, die Dynamik und den Chemismus der Erde sowie chemische, physikalische und mathematische Methoden zur Lösung von komplexen, geowissenschaftlichen Aufgaben vermittelt.

Voraussetzungen
Für das Bachelorstudium:
Interesse an Naturwissenschaften, insbesondere an geowissenschaftlichen und technischen Fragestellungen. Bereitschaft zur Arbeit am Rechner, im Labor, auf Baustellen und in Bergwerken, teilweise auch unter extremen Bedingungen in strukturschwachen Gebieten, gute gesundheitliche Konstitution, gute Mathematik-, EDV- und Sprachkenntnisse und experimentelles Geschick.

Um das B.Sc. Studium „Angewandte Geowissenschaften“ aufnehmen zu können ist ausschließlich die Hochschulreife nachzuweisen. Ob eine Studienplatzbegrenzung (Orts-NC) eingerichtet ist, kann sich von Jahr zu Jahr ändern. Die Veröffentlichungen auf der Internetseite der RWTH Aachen („RWTH-Info zur Studienaufnahme“) geben dazu aktuelle Auskünfte.

Für das Masterstudium:
Zulassungsvoraussetzung ist eine befriedigende (3,0) Abschlussnote im gleichnamigen B.Sc. Studiengang. Die Zulassung mit einem anderen anerkannten Abschluss, einem Bachelor of Science oder Bachelor of Engineering, mit mindestens 180 Leistungspunkte nach ECTS-Standard, setzte voraus, dass davon wenigstens 30 Leistungspunkte in mathematischen, chemischen und physikalischen Modulen und 90 Leistungspunkte – hiervon wenigstens 5 Leistungspunkte in Geländeausbildung – in geowissenschaftlichen Modulen belegt wurden.

Regelstudienzeit und Abschluss
6 Semester bis zum Bachelor of Science (B.Sc.) RWTH Aachen University
4 Semester bis zum Master of Science (M.Sc.) RWTH Aachen University

Studienbeginn
Bachelorstudium: Wintersemester
Masterstudium: Wintersemester

Berufliche Perspektiven
Die Berufsfelder sind sehr zahlreich und die Berufschancen werden aufgrund der Anwendungsorientierung und der quantitativen Ausrichtung des Studiums als hoch eingeschätzt. Angewandte Geowissenschaftler sind in folgenden Branchen im In- und Ausland tätig:

  • Rohstoffgewinnende und -verarbeitende Industrie (Erdöl, Erdgas, Kohle, Erdwärme, Erze, Edelmetalle, Baumaterialien und vieles mehr)
  • Umweltschutz
  • Tief- und Hochbau, insbesondere Tunnelbau, Staudammbau, Gründungsmaßnahmen großer Bauwerke
  • Deponietechnik
  • neue Materialien (Feuerfestmaterialien, Funktionswerkstoffe, Keramik, Glas, etc.)
  • Kristallzüchtung
  • Grundwassererschließung und -schutz
  • Softwarebranche
  • Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Analysegeräten
  • Staatliche Ämter, Landesbehörden sowie kommunale Einrichtungen
  • Forschungsinstitute und Universitäten
  • Museen

Zahl der eingeschriebenen Studierenden
Zurzeit sind etwa 140 Studierende in den Studiengängen Angewandte Geowissenschaften (B.Sc./ M.Sc.) an der RWTH eingeschrieben. Der Frauenanteil beträgt ca. 25%.


Abschlußinformationen