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Georessourcenmanagement


Abschluss Master of Science RWTH Aachen University
Studienbeginn Sommer- und Wintersemester
Regelstudienzeit 4 Semester
Voraussetzungen Erster Hochschulabschluss mit einer fachlichen Vorbildung gemäß aktueller Prüfungsordnung (§3)

Kurz-Information: Zugang zum Masterstudium an der RWTH

Keine Zulassungsbeschränkung zum SoSe 2012 / WiSe 2012/13

Antrag auf Überprüfung der fachlichen Vorbildung erfolgt idealerweise direkt über die Fakultät oder verwenden Sie das Antragsformular das Studierendensekretariats (Ihr Antrag wird an die Fakultät weitergeleitet)

Rechtsverbindliche, semesteraktuelle Informationen zur Studienaufnahme

Beratung und weitere Informationen

Was ist Georessourcenmanagement
Der Begriff Georessourcen umfasst – mit Ausnahme der Sonnenenergie - alle Ressourcen, die der modernen menschlichen Gesellschaft als Lebensgrundlage dienen und deren umfängliche Nutzung mit einem Eingriff des Menschen in das System Erde verbunden ist. Hierzu zählen insbesondere Rohstoffe (Wasser, Boden, mineralische Rohstoffe, Energierohstoffe, Geothermie) und Nutzungsräume (Wohnen, Landwirtschaft, Industrie/Wirtschaft, Verkehr, Deponierung) sowie im weiteren Sinne auch Klima und Atmosphäre.

Die sinnvolle, nachhaltige Nutzung der Georessourcen zum Vorteil der Menschheit erfordert ein Management auf der Basis von Regeln und Erfahrungen. Dieses Management umfasst auch die Berücksichtigung und Eingrenzung möglicher Folgen unvermeidbarer Naturkatastrophen (Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Tsunamis) in dicht besiedelten Regionen sowie der Eingriffe des Menschen in das System Erde (Umwelt- und Klimaveränderungen).

Rohstofferschließung und Erhalt von Grundwasserreserven einerseits und Sicherung menschlicher Lebensräume sowie Wiederherstellung natürlicher Gleichgewichte andererseits sind Arbeitsfelder der Geowissenschaften, die zunehmend an Bedeutung gewinnen und entscheidende Beiträge für die Zukunft der Menschheit leisten können.

Die Komplexität und Vielschichtigkeit der damit verbundenen Fragestellungen verlangt nach vernetzten Lösungsansätzen und einer Kombination der Sachkenntnisse aus Geowissenschaften und anderen wissenschaftlich-technischen Bereichen. Deshalb ist dieser neue Studiengang interdisziplinär ausgerichtet. Er basiert auf einer engen Kooperation der klassischen geologischen Wissenschaften mit der Wirtschaftsgeographie/Geographie und der Rohstoff- und Entsorgungstechnik, wobei wichtige Inhalte der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie des Bauingenieurwesens einfließen.

Aufbau des Studiums
Im ersten Jahr des Bachelorstudiums werden die Grundlagen der Geologie, Geographie, Mathematik, Chemie und Physik gelegt. Auf dieser Basis werden im zweiten Studienjahr unter Einbeziehung von Exkursionen und praktischen Übungen weitere geowissenschaftliche Inhalte vertieft und wirtschafts- und rechtswissenschaftliche Grundlagen vermittelt. Das dritte Studienjahr dient der Vertiefung in vier der fünf Bereiche „Wasser“, „Energie“, „Boden“, „Mineralische Rohstoffe“ und „Georisiken“. In einem dieser Bereiche wird die Bachelorarbeit angefertigt. Ein berufsbezogenes und studienbegleitendes Praktikum von 4 Wochen außerhalb der Hochschule ist vorgeschrieben.

Es besteht die Möglichkeit während des Bachelorstudiums ein Auslandssemester an einer unserer europäischen Partnerhochschulen, ERASMUS Austauschprogramm, zu absolvieren.

Aufbau des Masterstudiums
Im konsekutiv anschließenden Masterstudium wird das geowissenschaftliche Fachwissen aus dem Bachelorstudium vertieft. In einem gemeinsamen Pflichtteil wird geowissenschaftliches Datenmanagement, Wassermanagement und in der Bewertung von Georisiken sowie Rechtswissenschaften vermittelt. Ab dem ersten Mastersemester entscheiden sich die Studierenden für eine Vertiefung in den Bereichen „Rohstoffmanagement“ und „Umweltmanagement“.

Ziel
Das Bachelorstudium bietet den Kandidatinnen und Kandidaten eine elementare Ausbildung in den naturwissenschaftlichen, wirtschaftswissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Basisfächern sowie den grundlegenden Fächern der Geowissenschaften, der Geographie, des Rohstoff- und Umweltmanagements. Es führt zu dem ersten berufsqualifizierenden Abschluss Bachelor of Science (B.Sc.) und vermittelt das für die Berufspraxis auf operativer Ebene erforderliche solide Grundlagenwissen im Bereich des Georessourcenmanagements.

Der Studiengang zielt auf die Vermittlung von Kompetenz in der betriebs- und rohstoffwirtschaftlichen, aber auch rohstoff- und umweltpolitischen Entscheidungsfindung. Die Studierenden erlernen Techniken und Methoden zur Erhebung und Interpretation von Basisdaten für Raumordnungs- und Regionalplanung, Siedlungs- und Industrieplanung. Auf dieser Grundlage erfolgt die Bewertung des in einem gegebenen Gebiet vorhandenen Potenzials an Georessourcen unter Berücksichtigung von Georisiken und konkurrierenden Nutzungsansprüchen. Die Gesamtanalyse führt schließlich zur Festlegung von Prioritäten, die sowohl das gesamtwirtschaftliche Umfeld als auch die ökologischen, soziologischen, technologischen und geologischen Faktoren des Umweltschutzes berücksichtigen.

Das Masterstudium Georessourcenmanagement vermittelt den Kandidatinnen und Kandidaten vertiefte Kenntnisse der Konzepte und Methoden im Fachgebiet Georessourcenmanagement und führt sie zu hoher wissenschaftlicher Qualifikation und Selbstständigkeit auf diesem Fachgebiet.

Charakteristika des Aachener Studienganges
Mit diesem Studiengang wurde eine einzigartige geowissenschaftliche Ausbildung mit starkem interdisziplinären Charakter geschaffen. Zu den naturwissenschaftlichen Inhalten des Studiums werden gesellschafts- und betriebswirtschaftliche Inhalte vermittelt, so dass erstmals Geowissenschaftler/innen ausgebildet werden, die mit ihren Fachkenntnissen die Schnittstellen zwischen Juristen, Politikern, Betriebswirten, etc. ausfüllen können.

Abgrenzung zu benachbarten Studiengängen
Der Studiengang Georessourcenmanagement hat seinen Ursprung in der Geologie und Mineralogie, die sich mit den Prozessen und Materialien des Erdinneren beschäftigen, während die physische Geographie überwiegend mit den Strukturen und Prozessen an der Erdoberfläche befasst ist. Neben dem Wirkungsfeld lässt sich die Ausbildung in diesem Studiengang durch die naturwissenschaftlich geprägten Inhalte (Mathematik, (Geo-)Physik, (Geo-)Chemie) vom Studiengang „Angewandte Geographie“ abgrenzen. Dagegen sind im Studiengang „Angewandte Geowissenschaften“ sowohl die geowissenschaftlichen als auch naturwissenschaftlichen Inhalte noch stärker ausgeprägt. Darüber hinaus besitzt der Studiengang „Georessourcenmanagement“ ein Alleinstellungsmerkmal mit der fachübergreifenden Ausbildung in den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften.

Voraussetzungen
Zulassungsvoraussetzung ist eine befriedigende (3.0) Abschlussnote im gleichnamigen B.Sc. Studiengang. Die Zulassung mit einem anderen anerkannten ersten qualifiziertem Abschluss mit einem Bachelor of Science oder Bachelor of Engineering, mit mindestens 180 Leistungspunkte nach ECTS-Standard, setzte voraus, dass davon wenigstens 20 Leistungspunkte in mathematischen, chemischen und physikalischen Modulen, je 5 Leistungspunkte in wirtschaftswissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Modulen und 90 Leistungspunkte in geowissenschaftlichen Modulen nachgewiesen werden können.

Berufliche Perspektiven
Georessourcenmanager/innen sind in verantwortlicher Position folgender Berufsfelder und Branchen auf operativer sowie auf strategisch-planerischer Ebene im In- und Ausland tätig:

  • Rohstoffgewinnende und -verarbeitende Industrie
  • Transport und Vertrieb von Rohstoffen
  • Umweltmanagement
  • Begutachtung von Georisiken und Schadensfällen in der Umwelt
  • Versicherungswirtschaft
  • Softwarebranche
  • Staatliche Ämter und Ministerien, Landesbehörden und kommunale Einrichtungen
  • Beratungsbüros

Zahl der eingeschriebenen Studierenden
Zurzeit sind etwa 330 Studierende in den Studiengängen Georessourcenmanagement (B.Sc./ M.Sc.) an der RWTH eingeschrieben. Der Frauenanteil beträgt ca. 35%.


Abschlußinformationen