Blue Mining

  Blue Mining Urheberrecht: MRE Zur Gewinnung der Manganknollen sollen autonome Fahrzeuge zum Einsatz kommen, die ähnlich wie bei der Kartoffelernte Manganknollen vom Meeresboden auflesen.

Die Nutzung natürlicher Vorkommen von mineralischen Ressourcen ist essenziell für die Entwicklung von Volkswirtschaften und damit für den gesellschaftlichen Fortschritt. Im Rahmen der technologischen Entwicklung steigt der Bedarf an sogenannten Hochtechnologiemetallen stetig an, wodurch auch Importabhängigkeiten und Verfügbarkeit und damit auch die politischen Rahmenbedingungen in den Vordergrund rücken. Um Versorgungsrisiken zu minimieren, ist es Ziel der Industrienationen, einen konstanten und risikofreien Zugang zu Wertrohstoffen, für die in Deutschland eine nahezu gänzliche Importabhängigkeit besteht, zu gewährleisten.

Blue Mining ist ein von der EU im 7. Rahmenprogramm gefördertes Forschungsprojekt, welches sich mit der Entwicklung geeigneter technischer Verfahren und Strategien zur Exploration, Erschließung und Gewinnung maritimer Rohstoffe befasst. Ein internationalesKonsortium , bestehend aus insgesamt 19 Unternehmen und Forschungseinrichtungen unterschiedlicher Arbeitsfelder, erforscht gemeinsam nachhaltige Abbaukonzepte, Explorationsstrategien und neuartige Maschinen. Der Forschungsfokus liegt dabei auf zwei Lagerstättentypen von mineralischen Rohstoffen, die in der Tiefsee vorkommen: Manganknollen und Massivsulfide.

Manganknollen sind bis zu kartoffelgroße Mineralanreicherungen, die große Bereiche der Tiefsee-Ebenen in 3.500 bis 6.500 Meter Wassertiefe vorwiegend im Pazifik und im Indischen Ozean bedecken. Diese haben ihre Bezeichnung daher, dass sie zu einem großen Anteil aus dem Metall Mangan bestehen. Daneben sind die Metalle Nickel, Kobalt, Kupfer sowie Seltene Erden in für einen Abbau interessanten Konzentrationen angereichert. Neben den Manganknollen sind auch die Massivsulfiderze Ziel der Untersuchungen im Blue Mining-Projekt. Diese gehen auf Metallanreicherungen an Austrittsstellen heißer Fluide im Bereich großer Spreizungszonen am Meeresboden zurück.

Die wirtschaftliche Machbarkeit ist ein wichtiger Teilaspekt, der im Rahmen einer Feasibility Studie betrachtet wird. Im Rahmen des Blue-Mining Projektes untersucht das MRE die bereits explorierten mineralischen Tiefseevorkommen, die Abbaupläne und -konzepte sowie die im Blue Mining Projekt entwickelten Technologien gesamtheitlich hinsichtlich der ökonomischen Machbarkeit. Neben bekannten Ansätzen zur ökonomischen Bewertung eines Bergbauprojekts werden Nachhaltigkeitsaspekte wie etwa die primäre Ressourceneffizienz berücksichtigt. Darüber hinaus werden steuerliche Anreize zur Förderung einer nachhaltigeren Entwicklung einer zukünftigen Gewinnung von mineralischen Tiefseerohstoffen entwickelt.

Die Forschung erfolgt in enger Kooperation mit der geologischen EMR-Gruppe der RWTH Aachen . Weitere Informationen finden Sie unter www.bluemining.eu und auf der Website des MRE.

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