Die Aachener Universität distanziert sich von Vladimir Iliescu

08.03.2013

RWTH reagiert entsetzt auf Äußerungen des Historikers zum Holocaust in Rumänien

 

Der Historiker Prof. Vladimir Iliescu, der auch an der RWTH Aachen unterrichtet hat, erregte aufgrund seiner Äußerungen bei einer Veranstaltung am 14. Februar 2013 in der Rumänischen Akademie in Bukarest Aufsehen und Empörung. Zwar hatte Iliescu in seinem Vortrag die Verfolgung und den Tod von Juden und Roma nicht grundsätzlich geleugnet. Seine Äußerung „von einem rumänischen Holocaust zu sprechen“ sei eine „kosmische Lüge“, die von ihm genannte Zahl von 120.000 Opfern und seine Behauptung, die Juden des Altreiches hätten beinahe „normal“ leben können, widersprechen definitiv der Wirklichkeit.

Mit Entsetzen und Unverständnis hat die RWTH Aachen diese persönliche Stellungnahme von Vladimir Iliescu zur Kenntnis genommen. Sie distanziert sich hiervon entschieden. Diktum und Inhalt dieser Äußerungen von Iliescu werden weder dem Schicksal der Menschen gerecht, noch erfüllen sie wissenschaftliche Ansprüche.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Ausführungen von Vladimir Iliescu in der Rumänischen Akademie wurde der Lehrauftrag von der RWTH Aachen storniert. Der heute 87-Jährige ist Althistoriker, er hat 1985 kurzzeitig die Professur für Alte Geschichte an der RWTH vertreten. 1993 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Er hielt in den letzten Jahren an der Aachener Universität ohne Honorierung Überblicksvorlesungen zur osteuropäischen Geschichte. Zum Holocaust hat Iliescu bisher nach unserer Kenntnis nicht publiziert.