Berthold Leibinger erhält den Aachener Ingenieurpreis 2014

22.07.2014
Berthold Leibinger und RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg KD BUSCH.COM

Der Ingenieur, Unternehmer und Stiftungsgründer aus Ditzingen wird am 5.9.2014 mit dem Aachener Ingenieurpreis ausgezeichnet. Die Ehrung ist eine gemeinsame Initiative der RWTH Aachen sowie der Stadt Aachen und wird künftig jährlich vergeben.

 

„Wie kein anderer steht Professor Leibinger mit seinem beruflichen Schaffen für die Einführung einer neuen Technologie in die gewachsene Industrie. Früh erkannte er die Chancen und Möglichkeiten von Lasern und revolutionierte den Maschinenbau. Im Ergebnis wandelte sich die Firma Trumpf zum Weltmarktführer für industrielle Laser und Lasersysteme“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH. „Damit steht Professor Leibinger idealtypisch zu den Kriterien des Aachener Ingenieurpreises. Er hat nicht nur die Chancen erkannt, sondern sie auch mit höchstem Erfolg im Unternehmen zur Anwendung gebracht“, ergänzt er als Sprecher des Beirats Aachener Ingenieurpreis.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Professor Berthold Leibinger eine herausragende Unternehmer-Persönlichkeit mit dem Aachener Ingenieurpreis auszeichnen können. Er hat nicht nur das Ingenieurswesen mit kreativen Ideen bereichert, sondern engagiert sich darüber hinaus auch sozial und kulturell in besonderem Umfang“, erklärte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp. „Der Aachener Ingenieurpreis soll jungen Studierenden Vorbilder aufzeigen und eine Orientierungshilfe sein. Professor Leibinger verkörpert die Werte, die wir angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren hier in der Universitätsstadt Aachen mit auf den Weg geben möchten, auf ideale Weise“, so Marcel Philipp.

 
 

Der Preisträger

Prof. Dr. techn. Dr.-Ing. E. h. Berthold Leibinger kann auf ein Lebenswerk zurückschauen, das von fachlicher Kompetenz und einer großen Innovationskraft, von unternehmerischem Weitblick und sozialem Engagement geprägt ist. Berthold Leibinger wird 1930 in Stuttgart geboren. Mit den sprichwörtlichen schwäbischen Tugenden gesegnet gelingt ihm eine beeindruckende Karriere: Nach dem Abitur absolviert er eine Lehre zum Mechaniker bei der kleinen Maschinenfabrik Trumpf. Danach studiert er Maschinenbau an der TH Stuttgart und arbeitet zwei Jahre als Entwicklungsingenieur in den USA.

Zurück in der schwäbischen Heimat übernimmt Leibinger die Leitung der Konstruktionsabteilung der Trumpf GmbH + Co. KG. Hier hatte er bereits seine Diplomarbeit angefertigt, aus der drei Patente hervorgingen. Dank der Entwicklungen von Berthold Leibinger wächst das Unternehmen stetig und verschafft sich eine immer bedeutendere Marktposition. So präsentiert Trumpf 1968 die erste Blechbearbeitungsmaschine mit numerischer Bahnsteuerung.

Leibinger war zu dem Zeitpunkt bereits seit zwei Jahren Technischer Geschäftsführer und gleichzeitig Gesellschafter von Trumpf. 1979 steigt der schwäbische Mittelständler in die Lasertechnik ein und bietet Mitte der 1980er Jahre den ersten selbst entwickelten CO2-Laser an.

Im Alter von 75 Jahren übergibt Berthold Leibinger 2005 das Unternehmen seiner Tochter Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, die den Vorsitz der Geschäftsführung inne hat, sowie seinem Sohn Dr.-Ing. E.h. Peter Leibinger, der als Absolvent der RWTH Aachen für die Lasersparte und neue Entwicklungen zuständig ist. Die 1923 als mechanische Werkstätte gegründete Firma ist heute eines der weltweit führenden Unternehmen der Fertigungs- und Medizintechnik. Im Geschäftsjahr 2012/13 erzielte die weltweit agierende Trumpf Gruppe mit rund 9925 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,34 Milliarden Euro. Das Unternehmen gehört zu 95 Prozent der Familie Leibinger. Die restlichen fünf Prozent hält die Berthold Leibinger Stiftung, die wissenschaftliche, kulturelle, kirchliche und soziale Einrichtungen und Projekte unterstützt.

Der Aachener Ingenieurpreis ist die jüngste Auszeichnung des schwäbischen Entwicklers und Unternehmers. So erhielt Berthold Leibinger beispielsweise 2006 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, wurde in die „Hall of Fame“ des Handelsblatts (2009) aufgenommen und bekam 2013 zusammen mit Iris Berben den Preis für Verständigung und Toleranz vom Förderkreis des Jüdischen Museums Berlin verliehen.

 
 

Der Aachener Ingenieurpreis

Die von der RWTH Aachen und der Stadt Aachen gemeinsam ins Leben gerufene Auszeichnung wird künftig jährlich an eine Persönlichkeit verliehen, die mit ihrem Lebenswerk einen maßgeblichen Beitrag zur positiven Wahrnehmung und/oder Weiterentwicklung des Ingenieurwesens geleistet hat. Die Preisträger werden von einem prominent besetzten Beirat ausgewählt.

Die erste Verleihung des Preises erfolgt am Freitag, den 5.9.2014, im Rahmen einer festlichen Abendveranstaltung im Alten Kurhaus der Stadt Aachen. Dies ist der Vorabend der großen Graduiertenfeier der Hochschule, zu der rund 5000 Teilnehmer erwartet werden. Dem Preisträger kommt die Ehre zu, dort in der Key-Note Speech den Absolventen sein Lebenswerk nahe zu bringen und eine Vorbildfunktion für die junge Generation zu übernehmen.

Die Sparkasse Aachen ist maßgeblicher Sponsor der Veranstaltung. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) fungiert als Stifter der Skulptur, die von der mexikanischen Künstlerin Mariana Castillo Deball entworfen wurde.

Bildunterschrift: RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg traf den designierten Preisträger Berthold Leibinger (links) am Stammsitz der TRUMPF GmbH + Co. KG in Ditzingen.

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