Scouts gehen auf Talentsuche

03.05.2017

RWTH und FH Aachen starten mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW ein gemeinsames Projekt zur Förderung motivierter Jugendlicher.

  Gruppe von Menschen Andreas Schmitter

„Wir wollen Hoffnung machen und Angst nehmen“, beschrieb Markus Kottmann vom Talentzentrum NRW die Intention des landesweiten Projektes. Das Talentscouting, entwickelt an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, soll zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit führen. Junge Menschen, die das Potenzial und die Motivation für ein Studium haben, aber aus Familien kommen, in denen bisher niemand studiert hat oder wenig finanzielle Ressourcen vorhanden sind, stehen hierbei im Fokus. Nun werden so genannte Talentscouts von RWTH und FH Aachen auch in den Schulen der Region aktiv. Im SuperC der RWTH fand jetzt die Auftaktveranstaltung statt.

„Ich freue mich sehr, dass wir das erfolgreiche Pilotprojekt aus dem Ruhrgebiet auf ganz NRW ausweiten können“, betonte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze beim Kick-off-Treffen. Die Aachener Hochschulen werden vom Land für das Projekt von 2017 bis 2020 mit jeweils einer Million Euro gefördert. Insgesamt werden rund 30 Millionen Euro an 17 NRW-Hochschulen in die künftige Talentförderung investiert. Während bislang acht von zehn aller Akademikerkinder studieren, beträgt der Anteil bei Kindern aus Nichtakademikerfamilien nur zwei von zehn, so die 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes.

Fünf Talentscout haben Arbeit begonnen

Inzwischen haben fünf Talentscouts von RWTH und FH ihre Arbeit begonnen. „Wir müssen den Jugendlichen emotional begegnen, ihnen vermitteln, dass wir sie brauchen und ihnen die Geschichte ihrer Zukunft erzählen“, so Kottmann zu seinen neuen Kolleginnen und Kollegen in Aachen. Die Türen des NRW-Zentrums für Talentförderung in Gelsenkirchen stünden für Talente, Lehrkräfte, Eltern und Multiplikatoren aus dem Bildungsbereich offen.

Unterstützt wird die Suche nach Talenten in der Aachener Region durch die in den dortigen Schulen tätigen Lehrerinnen und Lehrer. Organisatorisch eingebunden sind die Talentscouts auf Seiten der RWTH in die Zentrale Studienberatung. Sie beantworten bereits während der Schulzeit Fragen zum Studienalltag und zu Anforderungen in den unterschiedlichen Studienfächern. Außerdem werden Zugänge zu existierenden Förderinstrumenten des Bildungssystems sowie zu Netzwerken, die den beruflichen Weg unterstützen können, eröffnet. Auch während eines Studiums und beim Einstieg in das Berufsleben bleiben die Talentscouts Ansprechpartner.

Redaktion: Presse und Kommunikation