Der „Aachen Way“

  Blick auf den Aachener Dom RWTH Aachen

Der „Aachen Way“ – was genau bedeutet diese Wendung aus dem erfolgreichen Fortsetzungsantrag unseres Zukunftskonzepts? Sie gibt dem besonderen und vermutlich einmaligen Entscheidungsfindungsprozess, der sich an der RWTH seit einigen Jahren etabliert, einen Namen. Die RWTH setzt auf eine hohe Partizipation aller Gruppen unserer Universität, einschließlich und insbesondere der Studierenden. Beispielhaft für das ergebnisorientierte Zusammenwirken von Professorenschaft, Studierenden, wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Beschäftigten stehen die Strategie RWTH 2020 und das Zukunftskonzept, die beide in universitätsweiten Workshops erarbeitet wurden.

Das Charakteristikum des Aachen Way ist die Kunst, für jedes Thema die richtigen Menschen in den eigenen Reihen zu finden und zusammenzuführen. Das Zusammenspiel von bottom-up-Prozessen und top-down-Steuerung, zusammen mit der besonderen Wertschätzung für Engagement, Kooperation und Pragmatismus, ist es, was die Leitungskultur und Wandelbarkeit der RWTH ausmacht. „Und da diese Form der strategischen Steuerung alles andere als selbstverständlich für eine Universität ist, hat sie in unseren Augen den nahe liegenden Namen Aachen Way verdient“, sagt RWTH-Rektor Prof. Ernst Schmachtenberg.

Wertvoller Ansatz

Dieser RWTH-typische Ansatz, Entscheidungen zu treffen und die Geschicke unserer Universität zu lenken, hat sich in der Vergangenheit als wertvoll und erfolgreich erwiesen. Für jeden Anlass den goldenen Mittelweg zwischen bottom-up und top-down zu finden, ist zwar mitunter ein sehr anstrengender Lernprozess – aber er lohnt sich. „Wenn wir es auf diese Weise schaffen, das Potenzial aller Hochschulangehörigen voll auszuschöpfen, ohne uns dabei in unseren internen Prozessen zu verzetteln, dann ist die RWTH bestens aufgestellt, um alle zukünftigen Herausforderungen meistern zu können“, so Schmachtenberg weiter. „Darum sollten wir auch weiterhin immer da auf eine große Beteiligung setzen, wo es den Entscheidungsprozessen und insbesondere der anschließenden Verantwortungsübernahme für die Umsetzung dienlich ist.“ Zugleich solle auf allen Hierarchieebenen ein gesunder Pragmatismus walten, wenn klar ist, dass mit schnellem Handeln vernünftig im Sinne aller Betroffenen agiert werden kann.

Im Rahmen des neuen Hochschulgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen entstand die Notwendigkeit, die Gremien und ihre Satzungen neu zu fassen. Dies bot die Gelegenheit, den Aachen Way nun auch formal in die Hochschul-Governance einzubringen. So formuliert etwa die Grundordnung der RWTH ein Vetorecht für alle Gruppen im Senat. „Aus diesem Grund bin ich fest davon überzeugt, dass mit der nun gefundenen Grundordnung dieser so einmalige und so erfolgreich erprobte Entscheidungsprozess bewahrt werden kann“, sagt der Rektor und verweist auf die nachfolgenden Grundsätze des Senats zur Entscheidungsfindung.

Grundsätze des Senats zur Entscheidungsfindung

Im Sinne seines Selbstverständnisses und im Bewusstsein seines Anteils am Erfolg der RWTH beschließt der Senat, das konstruktive Miteinander der Hochschule fortzuführen und zu festigen. Daher präferiert der Senat, ausgehend von dem in der Strategie der RWTH etablierten Aachen Way, in allen Fragestellungen einvernehmliche Entscheidungen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Gruppen. Das in der Grundordnung verankerte Vetorecht aller Gruppen kann deshalb nur als Ultima Ratio für die Senatsarbeit betrachtet werden. Konsensuelle Lösungen sollen immer und in allen Fragen angestrebt und umgesetzt werden.

Damit unterstreicht der Senat die Bedeutung des „Aachen Way“.

Ich bin überzeugt davon, dass es sich für alle Beteiligten lohnt, weiter in den „Aachen Way“ zu investieren.

Prof. E. Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen

Mit dieser für die RWTH geschaffenen Lösung zur paritätischen Teilhabe aller Gruppen im Senat konnte der RWTH-typische Ansatz, Entscheidungen zu treffen und die Geschicke der Aachener Universität zu lenken, beibehalten werden. „Somit verfügen wir mit dem Aachen Way auch weiterhin über eine äußerst wertvolle Ressource, die wir pflegen und weiterentwickeln sollten. Ich bin überzeugt davon, dass es sich für alle Beteiligten lohnt, weiter in den Aachen Way zu investieren“, sagt Schmachtenberg. „In unser aller Zusammenarbeit sollten Initiative und Leistungsbereitschaft auch weiterhin besondere Anerkennung verdienen und – trotz des vernünftigen Wettbewerbs – eine Kultur des Ermöglichens und Kooperierens gelebt werden.“