Was sind Forschungsdaten?

 

Definition

Unter Forschungsdaten sind [...] digitale und elektronisch speicherbare Daten zu verstehen, die im Zuge eines wissenschaftlichen Vorhabens zum Beispiel durch Quellenforschungen, Experimente, Messungen, Erhebungen oder Befragungen entstehen.

DFG, 2010

Werden die einzelnen Fachdisziplinen betrachtet, wird schnell klar, dass Forschungsdaten eine hohe fachspezifische Heterogenität aufweisen. Dieses spiegelt sich auch in dem breit gefächerten Spektrum an Datentypen und Datenformaten wider.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sind Forschungsdaten oft auch als Forschungsprimärdaten, Primärdaten, Roh- oder Urdaten bekannt.

 

Quellen

  • Beobachtungen: Echtzeit-Daten, Untersuchungsdaten
  • Experimente: Labormessungen, Chromatogramme
  • Simulationen: Simulationsmessungen, Modellmessungen
  • Programmierungen: Software-Entwicklungen
  • Referenzen: Sammlung von bereits veröffentlichten Datensätzen
  • Weitere Quellen: Forschungsberichte, Projektdateien, Korrespondenzen, Anträge
 

Formate

Das Spektrum an Datentypen und Formaten von Forschungsdaten ist sehr vielfältig.

  • Modelle: statistisch, 3D-Modellierungen
  • Multimediale Daten: JPEG, TIFF, MPEG
  • Numerische Daten: Excel, SPSS
  • Software: Java, C++
  • Text: Word, PDF, XML
 

Beispiele

  • Dokumente, Tabellen, Daten Files, Laborbücher, Videos, Audio-Aufzeichnungen, Workflows, Methoden, Präsentationen, Protokolle
 

Das Domänenmodell

Das Curation Continuum (Domänenmodell) nach WissGrid WissGrid

Innerhalb eines Forschungsprojekts können verschiedene Domänen – auch Arbeitsumgebungen – identifiziert werden. Die Domänen unterscheiden sich in der Art des Datenaustauschs, im Kreis der Austauschpartner und in der Art der Nutzung.

  • Private Domäne ist die Arbeitsumgebung eines jeden Forschenden.
  • Gruppendomäne ist die gemeinsame Arbeitsumgebung der Forschergruppe.
  • Dauerhafte Domäne ist die Arbeitsumgebung zur Langzeitarchivierung.
  • Zugang und Nachnutzung ist die Projekt- und disziplinübergreifende Arbeitsumgebung aller Forschenden – weltweit.

Jedes Forschungsprojekt berührt über die Laufzeit mindestens die ersten drei Domänen.

Die kritischen Punkte sind die Übergänge zwischen den Domänen, so dass ein möglichst reibungsarmer Übergang eine umfassende Planung erfordert. Diesem Zweck dient auch der Datenmanagementplan.

  • Bereits in der privaten Domäne der Forschenden ist es wichtig, durch eine Gesamtkonzeption die Grundlagen für die späteren Übergänge in die anderen Domänen zu legen.
  • Für den Übergang in die Gruppendomäne sind grundlegenden Festlegungen für die gemeinsame Nutzung und Erstellung von Forschungsdaten erforderlich.
  • Ist eine dauerhafte Speicherung erforderlich und eine Veröffentlichung geplant, sind Informationen für das disziplinübergreifenden Verständnis und die Nachnutzung zu ergänzen.
  • Es ist zu bedenken, dass Daten häufig nicht nur für einen Forschungskontext relevant sind. Oft kommt es zu Überlappungen und die Daten aus einer Disziplin von heute bilden die Basis für die Forschung einer anderen Disziplin von morgen. Um diese neuen Möglichkeiten zu schaffen, ist es wichtig, dass ein Zugang zu den Forschungsdaten geschaffen wird.