REXUS/ BEXUS – RWTH Team VIPER

 

Das Programm REXUS/BEXUS (Raketen- und Ballon-Experimente für Studierende) ist ein deutsch-schwedisches Studentenprogramm und bietet Studierenden deutscher Hochschulen die Möglichkeit, wissenschaftliche und technische Experimente auf Raketen und Ballonen unter speziellen Bedingungen – wie zum Beispiel unter dem Einfluss von Weltraumstrahlung oder in reduzierter Schwerkraft – durchzuführen.

  Viper-Experiment Urheberrecht: Dennis Keller

Zunächst steht REXUS für Rocket Experiments for University Students und ist eine gemeinsame Initiative der deutschen und schwedischen Raumfahrtbehörden DLR und SNSB.

VIPER (Vaporizing Ice Penetration Experiment on a Rocket) ist ein Team aus Studierenden der FH und RWTH Aachen, welches ein Experiment im Rahmen des REXUS BEXUS Programms entwickelt.

Zunächst müssen die Studententeams einen Experimentvorschlag einreichen. Es folgt eine Vorauswahl der Teams und ihrer Experimente beim DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in Bonn. Die endgültig ausgewählten Teams erhalten dann eines der Flugtickets für REXUS. Die Studierenden kreieren dabei ihr eigenes Raumfahrtprojekt und bestimmen selbstständig den Workflow. Das Projekt insgesamt bedarf eines Zeitraums von circa 18 Monaten.

Die Studierenden können die Ergebnisse ihres REXUS-Projekts in ihre Bachelor-, Master-, oder Doktorarbeit einfließen lassen. Es werden zudem stetig alle erforderlichen wissenschaftlichen technischen Informationen über die Entwicklung des Experiments dokumentiert. Der Fortschritt wird dann in verschiedenen Reviews überprüft, sodass die Funktions-und Flugfähigkeit für einen potentiellen Flug gewährleistet werden kann.

Das Team VIPER untersucht welche Schmelz- und Sublimationsprozesse unter den Bedingungen der Mikrogravitation und des Hochvakuums entstehen. Sie analysieren dabei den Einschmelzvorgang einer Heizsonde in Eis unter definierten Bedingungen, welche denen des Saturnmondes Enceladus ähneln. Das Experiment wird mittels einer Höhenforschungsrakete stattfinden. Diese erreicht auf einer parabelförmigen Flugbahn eine Höhe von circa 90 km und bietet etwa eine zwei bis drei-minütige Schwerelosigkeit.

In dem genannten Modellversuch werden somit drei Heizsonden mit unterschiedlicher Federkraft sowie Heizleistung jeweils gegen eine Eisprobe gedrückt. Der Schmelzvorgang soll dabei mittels Temperatur- und Drucksensoren, einer optischen Kamera sowie einer Infrarotkamera überwacht werden. Das gesamte Experiment wird dabei von den Studierenden entwickelt, gebaut und getestet. Die gewonnenen Daten und Erkenntnisse bilden die Voraussetzungen für zukünftige Forschungsmissionen zum Eismond.

Insgesamt können bis zu 20 Experimente auf der REXUS-Rakete im Frühjahr 2018 untergebracht werden, die vom Raumfahrtzentrum Esrange bei Kiruna in Nordschweden startet.

Unterstützt von der Hans Hermann Voss-Stiftung.