Erasmus+ Praktikumsförderung

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Birgit Thun

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Erasmus+ Praktika bieten Studierenden aller Fachrichtungen die Möglichkeit, ihre im Studium erworbenen theoretischen Kenntnisse während eines Unternehmenspraktikums im europäischen Ausland in die Praxis umzusetzen und dabei die Kultur, Sprache und Arbeitsweise des Gastlandes kennenzulernen. Um förderwürdig zu sein, muss das Praktikum mindestens 60 Tage andauern und verpflichtender oder fakultativer Bestandteil des Studiums sein. Auch Abschlussarbeiten, die an Hochschulen oder Unternehmen im europäischen Ausland praktisch vorbereitet beziehungsweise erstellt werden, können über das Erasmus+ Programm gefördert werden. Das monatliche Stipendium variiert je nach Lebenshaltungskosten des Ziellandes – siehe unten – zwischen 255 Euro und 375 Euro.

 

Wer kann am Programm teilnehmen?

Bewerben können sich deutsche und internationale Studierende aller Studienrichtungen, die für einen Studiengang mit Abschluss an der RWTH Aachen eingeschrieben sind und einen Praktikumsplatz in einem Land haben, das nicht ihr Hauptwohnsitzland ist.

Auch Graduierte können ein Praktikum, das Sie innerhallb von zwölf Monaten nach Studienende absolvieren möchten, über Erasmus+ fördern lassen, sofern Sie sich im Verlauf Ihres letzten Studienjahres bei der Hochschule hierum bewerben.

Studierende können je Studienzyklus insgesamt zwölf Monate über Erasmus gefördert werden, wobei Erasmus Auslandsstudienaufenthalte und Erasmus Auslandspraktika zusammengerechnet werden. Bei einzügigen Studiengängen, wie beispielsweise Staatsexamen, können insgesamt 24 Monate über Erasmus gefördert werden.

 

Chancengleichheit und Inklusion

Erasmus+ fördert die Chancengleichheit und Inklusion. Aus diesem Grund wird Studierenden mit Behinderung und Studierenden, die ihr Kind mit ins Ausland nehmen und dort alleinerziehend sind, der Zugang zum Programm erleichtert. Gerne informieren wir Sie weitergehend zu den Möglichkeiten der Sonderförderung unter Erasmus+.

 

Zielländer nach Ländergruppen

  • Ländergruppe 1: 375 Euro Förderung pro Monat: Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Irland, Liechtenstein, Norwegen, Österreich und Schweden
  • Ländergruppe 2: 315 Euro Förderung pro Monat: Belgien, Griechenland, Island, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei und Zypern
  • Ländergruppe 3: 255 Euro Förderung pro Monat: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Rumänien, Slowakei und Ungarn

Dazu zählen auch die jeweiligen überseeischen Gebiete der genannten Länder.

 

Welche Praktika werden gefördert?

Erasmus+ fördert qualifizierte Unternehmenspraktika ab zwei Monaten Dauer, also 60 Tage, bis zu zwölf Monate. Als Gastfirma akzeptiert werden Unternehmen im öffentlichen und privaten Sektor, unabhängig von Größe, Rechtsform oder Wirtschaftsbereich, einschließlich der Sozialwirtschaft. Forschungspraktika an Hochschulen, auch im Rahmen einer Abschlussarbeit, können ebenfalls im Rahmen des aktuellen Erasmus+ Teilprogramms gefördert werden. Auch die Assistenzzeiten für Lehramtsstudierende gehen im neuen Bildungsprogramm Erasmus+ in der Erasmus Mobilität für Hochschulen auf, sodass Lehramtsstudierende, die Praktika an europäischen Hochschulen absolvieren, sich ebenfalls um eine Erasmus+ Praktikumsförderung bewerben können. Praktika bei EU-Institutionen und Einrichtungen, die EU-Programme verwalten – hier geht es zur vollständigen Liste – können nicht über Erasmus+ gefördert werden.

 

Bewerbungsvoraussetzungen und Antragstellung

  • Es müssen ausreichende Sprachkenntnisse der Arbeitssprache nachgewiesen werden – mindestens B1-Niveau des Europäischen Referenzrahmens
  • Sie dürfen nicht gleichzeitig aus anderen EU–Programmen gefördert werden. Eine EU-Doppelförderung muss deshalb vertraglich ausgeschlossen werden
  • Das Praktikum wird mit maximal 450 Euro pro Monat vergütet – RWTH-Kriterium

Wie können Sie sich bewerben?

Bitte bewerben Sie sich online und laden die untenstehend aufgelisteten Bewerbungsunterlagen als PDF Dateien hoch. Das Learning Agreement for Traineeships ist zusätzlich durch das Gastunternehmen – Receiving Organisation/Enterprise – und Ihre Fakultät – Sending Institution auszufüllen beziehungsweise zu unterzeichnen. Hier finden Sie eine Übersicht mit den jeweiligen Auslandsbeauftragten der Fakultäten.

Bitte laden Sie Ihre Bewerbung spätestens sechs Wochen vor Praktikumsbeginn vollständig hoch. Später eingehende Bewerbungen werden nicht berücksichtigt. Nur in vom Studierenden unverschuldeten Fällen können nach einer Einzelfallprüfung gegebenenfalls Abweichungen von dieser Frist zugelassen werden. Rückwirkende Förderungen nach Antritt des Praktikums können jedoch nie gewährt werden. Wenn Sie sich vorab zu Ihrer Bewerbung und Ihrem Praktikumsvorhaben beraten lassen möchten, können Sie gerne einen Termin im International Office bei Frau Birgit Thun vereinbaren.

Studierende, die innerhalb eines Jahres nach Abschluss ihres Studiums ein Absolventenpraktikum durchführen und dieses durch Erasmus+ fördern lassen möchten, müssen sich noch innerhalb ihres letzten Studienjahres nach oben beschriebenem Verfahren dafür bewerben. Wichtig ist auch hier, dass die vollständigen Unterlagen spätestens sechs Wochen vor Praktikumsbeginn eingereicht sind.

Hinweis

Graduierte, die sich nach ihrem Studienabschluss als arbeitssuchend melden, sollten beachten, dass sie ihr Praktikumsvorhaben mit der Bundesagentur für Arbeit abstimmen müssen.

 

Erforderliche Unterlagen und Learning Agreement for Traineeships zum Download

Für ausreichenden Versicherungsschutz, also Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung für Ihren Auslandsaufenthalt sind Sie selbst verantwortlich. Bitte prüfen Sie rechtzeitig vor Ihrem Aufenthalt, ob und in welchem Umfang Ihre Versicherungen auch während Ihres Auslandspraktikums gelten.

Der DAAD bietet für über Erasmus+ geförderte Studierende eine günstige und speziell auf Auslandspraktika zugeschnittene Gruppenversicherung an. Hier finden Sie nähere Informationen zur Gruppenversicherung des DAAD Tarif 720. Für Graduierte gilt der Tarif 726.

 

Nach der Bewerbung

Erweist sich Ihr Vorhaben als förderwürdig, müssen Sie noch ein Grant Agreement unterschreiben, über das sämtliche Förderbedingungen – wie die Fördersumme und die Zahlungsmodalitäten – geregelt sind. Des Weiteren erhält jeder Stipendiat vor Beginn des Auslandaufenthalts eine Studierendencharta, welche alle Rechte und Pflichten eines Erasmus+ Studierenden enthält.

Mit Ihrer Erasmusförderung ist des Weiteren ein verpflichtender Online-Sprachtest mit zugehörigem Kurs sowie ein erneuter Test nach Ihrem Aufenthalt verbunden. Der Zugangslink für den circa 40-minütigen Test wird Ihnen nach erfolgreicher Bewerbung per Email zugesandt. Entsprechend ist dieser Test kein Auswahlkriterium, sondern dient lediglich der Erfassung statistischer Werte zur Sprachentwicklung während eines Erasmusaufenthalts.

 

Während des Praktikums

Sollte sich Ihr Praktikumszeitraum verlängern, können Sie auch eine Verlängerung der Erasmusförderung beantragen. Hierfür reichen Sie bitte spätestens einen Monat vor Ablauf des regulär beantragten Förderzeitraumes das vollständig unterzeichnete Learning Agreement – During the mobility ein. Voraussetzung für eine Verlängerung der Erasmusförderung ist, dass sich der Verlängerungszeitraum unmittelbar an den laufenden Aufenthalt anschließt und die zulässige Gesamtförderdauer von 12 Monaten pro Studienphase nicht überschritten wird.

 

Nach dem Praktikum

Nach Ihrem Aufenthalt werden Sie eine Email der EU mit der Aufforderung zur Erstellung eines elektronischen Abschlussberichts erhalten. Folgen Sie bitte dem enthaltenen Link und erstellen Sie Ihren Erfahrungsbericht online.

Der Abschnitt des Learning Agreements for Traineeships – after mobility ist durch die Gastfirma am letzten Tag des Praktikums auszufüllen und dient als Bestätigung Ihres Praktikumszeitraumes.

Sollten der Abschlussbericht und die zugehörigen Unterlagen nicht fristgerecht eingereicht werden, muss die Erasmus+ Förderung zurückgefordert werden.

Außerdem müssen Sie sich unmittelbar nach Ihrem Praktikum um die Anerkennung der im Ausland erbrachten Leistung kümmern; Fragen zur Anerkennung richten Sie bitte an den Auslandskoordinator Ihrer Fakultät. Auch freiwillige Auslandspraktika können als Zusatzleistung auf dem Abschlusszeugnis geführt werden, dieser Eintrag im Diploma Supplement ist für Erasmuspraktikanten obligatorisch. Hier finden Sie den genauen Ablauf zur Anerkennung freiwilliger Auslandspraktika. Freiwillige Praktika können außerdem anhand des Europass Mobilität anerkannt werden. Dieser bietet auch eine gute Möglichkeit zur Anerkennung von Absolventenpraktika. Sie können ihn über die RWTH beantragen. Bitte wenden Sie sich dazu oder bei Fragen an Frau Birgit Thun.

 

Erasmus+ und BAföG

Pflichtpraktika im Ausland von mindestens zwölf Wochen Dauer lassen sich auch durch BAföG fördern. Hier ist zu beachten, dass das Inlands-BAföG nicht zur Förderung von Auslandsaufenthalten verwendet werden darf, sondern speziell Auslands-BAföG beantragt werden muss. Dies kann auch dazu führen, dass im Inland nicht BAföG-Berechtigte für ihr Auslandspraktikum BAföG beziehen können. Auslands-BAföG sollte mindestens sechs Monate vor Beginn des Aufenthaltes beantragt werden.

Zuschüsse, wie Erasmus+ bleiben mit der BAföG-Regelung seit 2011 bis maximal 300 Euro pro Monat anrechnungsfrei. Das bedeutet, dass nur der Betrag, der über 300 Euro liegt, auf das BAföG angerechnet wird. Gegebenenfalls kann das zuständige BAföG-Amt Auskunft darüber erteilen, ob und in welcher Höhe das BAföG reduziert wird. Bei der Praktikumsvergütung ist ein Betrag von bis zu 450 Euro anrechnungsfrei. Mehr Informationen zu den Voraussetzungen, den Fördersätzen und der Antragstellung finden Sie zum Beispiel auf den Seiten des Bundesbildungsministeriums und des Deutschen Studentenwerks.

 

Hintergrundinformationen und weiterführende Tipps

Das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ beinhaltet auch in den Jahren 2014 bis 2020 die Förderung von Auslandspraktika im europäischen Ausland. Ziel des Programms Erasmus+ Praktika ist die Verstärkung der europäischen Zusammenarbeit in der Berufsbildung und die Verbesserung von Fähigkeiten und Kompetenzen Studierender über die eigene Landesgrenze hinaus durch berufsqualifizierende Praktika.

Praktische Berufserfahrungen sind für Studierende aller Fachrichtungen von immer größerer Bedeutung. Spätestens bei einem Bewerbungsgespräch mit einem zukünftigen Arbeitgeber erkennt jede Studentin/ jeder Student, dass insbesondere ein Praktikum in einem ausländischen Unternehmen von Vorteil sein kann. Im Optimalfall können sich insbesondere für Studierende in Examensnähe Chancen für ein anschließendes Beschäftigungsverhältnis ergeben.

Hier finden Sie weitere Angebote und Informationsmöglichkeiten an der RWTH Aachen rund um das Thema Auslandspraktika.

Allgemeine Informationen zu Auslandspraktika wie Tipps zur Vorbereitung und Bewerbung, ein interkulturelles Online-Training und vieles mehr finden Sie auf den Seiten des DAAD. Erfahrungsberichte finden Sie darüber hinaus auf der Seite des Leonardo-Büros Sachsen-Anhalt.

 

Weltoffen durch Erasmus+? DAAD-Studie zu den Wirkungen von Erasmus-Aufenthalten

Der DAAD führt 2017/18 eine Studie zum Thema Persönlichkeitsentwicklung und Internationalität im Studium durch.

Was ist das Ziel dieser Studie?

Mit der Studie möchte der DAAD untersuchen, wie sich die Persönlichkeit junger Erwachsener im Laufe eines Studienjahres verändert und wie sich Erfahrungen mit Internationalität im Studium - während eines Auslandsaufenthaltes oder während des Studiums in Deutschland - auf diese Entwicklung auswirken.

Wer kann an der Studie teilnehmen?

Mitmachen können alle Studierenden, die in Deutschland leben und studieren. Ein geplanter Auslandsaufenthalt ist keine Voraussetzung für die Teilnahme, der DAAD sucht ebenfalls Teilnehmer, die während Ihres Studiums keinen Auslandsaufenthalt planen oder diesbezüglich noch unschlüssig sind.

Wie kann ich an der Studie teilnehmen?

Mitmachen können Sie, indem Sie nachfolgenden Link aufrufen und sich durch das Ausfüllen eines kurzen Anmeldeformulars für die Studie registrieren. Der DAAD wird Ihnen dann in Kürze und noch einmal in ein paar Monaten per Mail einen Link zu einem persönlichen Fragebogen zusenden.

Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die beide Fragebögen vollständig ausgefüllt haben, verlost der DAAD im Frühjahr 2018 ein Tablet sowie 70 Büchergutscheine im Wert von je 25 Euro. Zudem wird am Ende der letzten Befragungsrunde eine persönliche Rückmeldung mit einer individuellen Auswertung zu einigen Ihrer Angaben für Sie erstellt.

Hier geht’s zur Anmeldung.

Die Untersuchung wird aus rein wissenschaftlichem Interesse durchgeführt und läuft vollständig anonym ab. *

Falls Sie noch weitere Fragen zu der Studie, den Ergebnissen, dem Verfahren usw. haben sollten, steht der DAAD Ihnen gerne per zur Verfügung.

Schon vorab vielen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

* Die Studie verfolgt keine kommerziellen Interessen, Ziel ist der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn. Die Teilnahme an der Studie ist selbstverständlich freiwillig und kann jederzeit abgebrochen werden. Die persönlichen Informationen und Daten, die dem DAAD zur Verfügung gestellt werden, werden nach den geltenden Datenschutzbestimmungen streng vertraulich behandelt. Sie dienen ausschließlich Forschungszwecken und werden anonymisiert ausgewertet. Dies wird gewährleistet, indem personenbezogene Informationen getrennt von den Daten aus den Fragebögen abgespeichert werden, so dass bei der Auswertung der Fragebogendaten keine Rückschlüsse auf Personen möglich sind.