Talk Lehre 2018 – Digitalisierung in der Lehre

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Am 6. Juni 2018 fand im Foyer sowie im Otto-Fuchs-Hörsaal des Hörsaalzentrums C.A.R.L zum achten Mal der Talk Lehre statt. Das Schwerpunktthema war die Digitalisierung in der Lehre, die zunehmend die Wege akademischer Wissensvermittlung und die hochschulinterne Infrastruktur verändert sowie neue digitale Lehr- und Lernformate hervorbringt.

Die RWTH Aachen hat sich im November 2017 sehr über die Auszeichnung des Stifterverbands der Deutschen Wissenschaft mit dem Genius Loci Preis für Lehrexzellenz für ihre umfassende institutionelle Lehrstrategie und deren beispielhafte Umsetzung gefreut. Das damit verbundene Preisgeld wurde für die Einladung eines Visiting Scholar of Teaching and Learning in Higher Education eingesetzt. Mit Dr. Malte Persike von der Johannes Gutenberg Universität Mainz konnte ein Experte in den Bereichen Statistik, empirische Methoden und Digitalisierung in der Lehre als Gastredner für den Talk Lehre 2018 gewonnen werden.

  Dr. Malte Persike beim Talk Lehre 2018 Andreas Schmitter Dr. Malte Persike

Die Veranstaltung mit circa 200 Gästen und Hochschulangehörigen wurde vom Rektor der RWTH Aachen, Professor Ernst Schmachtenberg und dem AStA-Vorsitzenden, Justus Schwarzott, mit kurzen Grußworten eröffnet. Im Anschluss daran führte Dr. Frank Hees durch das weitere Tagungsprogramm und moderiete die Diskussionsrunden zu den verschiedenen Vorträgen.

In seinem Vortrag zeigte Dr. Malte Persike anhand empirischer Daten zu digital gestützten Lehrformen, dass Studierende bei der Nutzung digitaler Medien nicht immer zwingend vom Einsatz digitaler Lehrformate profitieren und sich der Lernerfolg automatisch verbessert. Lernen mit digitalen Medien zeigt empirisch keine systematischen Vorteile gegenüber klassischen Lernsettings. Der Erfolg von Blended Learning entscheidet sich vor allem durch die geschickte Kombination digitaler Elemente und der Präsenzlehre und den gewählten Formaten und Methoden - zum Beispiel Think-Pair-Share oder Audience Response Systeme.

Professor Heribert Nacken zog eine aktuelle Bilanz der Digitalisierungsstrategie der RWTH Aachen, die mit einer Reihe von Maßnahmen - unter anderem Gründung des Center für Lehr- und Lernservices, RWTH-Lernplattform Moodle, Exploratory Teaching Space - darauf abzielt, eine moderne, innovative, in die Zukunft gerichtete Hochschule mit attraktiver Lehre für nationale und internationale Studierende hervorzubringen. Dabei sollen alle Hochschulgruppen gleichermaßen einbezogen werden.

  Personen mit Urkunden in den Händen Andreas Schmitter

Mit dem RWTH-Lecturer wurden in diesem Jahr mit Dr. Holger Ketteniß, PD Dr. Oliver Pooth und Dr. Lars Schreiber drei Wissenschaftler der RWTH geehrt, die sich durch hervorragende Lehrtätigkeiten bei gleichzeitigem Engagement in der Forschung auszeichnen. Die Preisverleihung erfolgte durch Prof. Doris Klee, Prorektorin für Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs.

Die Preisträger
Dr. Holger Ketteniß Lehrstuhl für Controlling
PD Dr. Oliver Pooth Lehrstuhl für Experimentalphysik III B und III. Physikalisches Institut
Dr. Lars Schreiber Institut für Quanteninformation
 
  Foto of a crowded room taken from up above Andreas Schmitter Rund 200 Gäste und Hochschulangehörige waren beim Talk Lehre 2018

Posterausstellung zu ausgewählten Projekten

In der Pause konnten sich die Teilnehmenden über eine Reihe ausgezeichneter RWTH-Projekte informieren, unter anderem aus dem hochschulinternen Exploratory Teaching Space und den vom Stifterverband der Deutschen Wissenschaft verliehenen Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre. Gleichzeitig bot die Posterausstellung Raum für Diskussionen, zur Vernetzung und einen informativen Austausch.

Best-Practice Beispiele aus der Digitalisierung der Lehre

Im Anschluss an die Posterausstellung wurden anhand weiterer Präsentationen ausgewählte Projekte und Best-Practice-Beispiele der RWTH vorgestellt.

Dr. Marcus Gerards und Mazdak Karami stellten mit DYNEXITE das neue E-Prüfungssystem der RWTH Aachen vor. Die online Plattform ermöglicht die Erstellung individueller Lern- und Prüfungsaufgaben und bietet eine an Lernzielen orientierte, effizientere und rechtssichere Möglichkeit der Prüfungsgestaltung. Studierende haben die Möglichkeit, schon während des Semesters eigenständig das Gelernte anzuwenden und durch die automatisierte Auswertung ihre Lernfortschritte zu überprüfen.

Anhand von praktischen Übungen vermittelte Prof. Baumann den Teilnehmenden des Talk Lehre einen sehr guten und anschaulichen Eindruck, wie schwierig es ist, mündlich weitergegebene Informationen über Abläufe oder Erklärungen im beabsichtigten Sinn praktisch umzusetzen. Gerade in interdisziplinären Gruppen oder Teams ist es aufgrund unterschiedlicher Wissensstände und Kommunikationsarten eine Herausforderung, ein gemeinsames Wording zu erreichen.

Dr. Steffen Jöris präsentierte mit dem Micro-Bachelor ein digitalisiertes Angebot für die Phase der Vorbereitung auf das Masterprogramm „Theologie und Globale Entwicklung“, mit dem sich bereits im Vorfeld notwendige Leistungen oder mögliche Auflagen für die Zulassung zum Masterprogramm erbringen lassen. Der E-Learning Kurs erlaubt somit das Studium ohne Verzögerungen durchzuführen.

Zum Abschluss setze sich Professorin Gabriele Gramelsberger vom Lehrstuhl für Wissenschaftstheorie und Technikphilosophie mit der Fragestellung auseinander, wie die Digitalisierung der Wissenschaft erforscht und in die Lehre kommuniziert werden kann. Das Problem liegt unter anderem darin, dass auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem „digitalen Laienwissen“ Zugang zu den Methoden der Digitalen Wissenschaft benötigen. Dabei ist jedoch noch unklar, ob sich gemeinsame Zugänge für alle unabhängig von der jeweiligen Disziplin finden lassen und die digitalen Methoden möglicherweise das wissenschaftliche Arbeiten vereinheitlichen.

Hier finden Sie weitere Bilder zum Talk Lehre 2018.