Wohin mit dem Plastikmüll? Mikroben helfen beim Plastikrecycling!

 

Kunststoffe, umgangssprachlich auch als Plastik bezeichnet, begegnen und begleiten euch jeden Tag, sei es zum Beispiel als Verpackungsmaterial, als Flasche, als Schuhe oder als Lego-Baustein. Der Einsatz von Plastik in so vielen verschiedenen Alltagsgegenständen ist nicht erstaunlich, da es viele gute Eigenschaften besitzt. Es zerbricht zum Beispiel nicht, ist relativ leicht und extrem lange haltbar. Trotzdem ist man immer wieder über die Menge weltweit produzierten Plastiks erstaunt. So wurden 2017 weltweit 348 Millionen Tonnen Plastik hergestellt, 64 Millionen hiervon allein in Europa (PlasticsEurope). Und es wird sogar erwartet, dass sich diese Menge in den nächsten 20 bis 30 Jahren mehr als verdoppelt.

Ein großer Teil dieses Plastiks wird nur einmal verwendet und so entstehenden große Menge an Plastikmüll. Dieser kann teilweise recycelt, also wieder aufbereitet werden um neue Produkte herzustellen. In Europa werden zum Beispiel immerhin 30 Prozent des Plastikmülls recycelt. Ein Problem beim Recycling ist, dass das aus alten Plastikflaschen gewonnene PET (Polyethylenterephthalat) von geringerer Qualität und derzeit häufig teurer ist als neu aus Erdöl hergestelltes PET. Andere Kunststoffe wie beispielsweise Polyurethane (PU), die in Bauwesen, Transport und Möbel eingesetzt werden, werden zurzeit nur selten recycelt. Aufgrund der hohen Mengen an Plastikmüll und der immer noch zu geringen Recyclingrate sind neue Ideen gefragt um Kunststoffe zu recyceln. In der Vorlesung werdet ihr unter anderem erfahren wie solche Kunststoffe in ein qualitativ besseres Produkt verwandelt werden können und dies mit Hilfe kleinster Lebewesen, den Mikroben.

Wir freuen uns auf Euch, Euer Interesse und viele Fragen rund um das Thema „Plastikrecycling mithilfe von Mikroben“.

 
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Kinderuni: Wohin mit dem Plastikmüll? Mikroben helfen beim Plastikrecycling!
 

Der Dozent

Professor Lars M. Blank studierte Chemieingenieurwissenschaften an der Technischen Universität Dortmund und zeitgleich Biologie an der Ruhr-Universität Bochum. Während seiner Diplomarbeiten arbeitete er im Bereich des Metabolic Engineering an der Northwestern University, IL, USA und an der Biogenese der Peroxisome der Bäckerhefe an der RU Bochum. Nach seiner Promotion an der University of Queensland, Australien, leitete Lars M. Blank die Gruppe Systembiologie der Chemischen Biotechnologie an der TU Dortmund. Im Januar 2010 beendete er seine Habilitation und wurde 2011 Professor und Leiter des Instituts für Angewandte Mikrobiologie (iAMB) der RWTH Aachen University.

Zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat sich Lars M. Blank zum Ziel gesetzt Mikroben für die Umwelt, die Gesellschaft und die Wirtschaft nutzbar zu machen. Hierfür untersucht er den Stoffwechsel von Bakterien und Pilzen um eine große Anzahl an Anwendungsbereichen optimieren und kontrollieren zu können. Beispiele sind das oben angesprochene Plastikrecycling, die Herstellung von Wirkstoffen von Antifaltencreme und Medikamenten, und die nachhaltige Herstellung von Lebensmitteln.

 

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