Wirtschaftsingenieurwesen B.Sc., Fachrichtung Werkstoff- und Prozesstechnik

 

Steckbrief

Eckdaten

Abschluss:
Bachelor of Science
Studienbeginn:
Wintersemester
Regelstudienzeit:
6 Semester
ECTS-Punkte:
180Mehr Informationen

Was ist damit gemeint?

ECTS sind Leistungspunkte, die den Arbeitsaufwand im Studium messen.

Sprache:
Deutsch

Zugangsvoraussetzungen

  • Abitur oder eine gleichwertige HZB Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Allgemeine Hochschulreife (Abitur), Fachgebundene Hochschulreife oder eine als gleichwertig anerkannte Hochschulzugangsberechtigung (HZB)

  • Sprachkenntnisse in Deutsch Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Zur Einschreibung in diesen Studiengang muessen Sie Kenntnisse in der Unterrichtssprache nachweisen. Details regelt die Pruefungsordnung.

Zulassung für Erstsemester

beschränkt
NC für WiSe 2017

Zulassung höhere Semester

frei
kein NC

Einschreibungsvoraussetzungen

  • SelfAssessment Mehr Informationen

    SelfAssessment

    Die RWTH-SelfAssessments sind Online-Beratungsverfahren zur Studienentscheidung. Die Teilnahme an einem (selten zwei) dieser SelfAssessments ist verpflichtend. Welches SelfAssessment für dieses Fach absolviert werden muss, lesen Sie in der Studiengangbeschreibung unter "Voraussetzungen". Zur Einschreibung (nicht schon zur Bewerbung) muss die Teilnahme am studienfeldspezifischen SelfAssessment nachgewiesen werden. Die Teilnahmebescheinigung können Sie sich selbst ausdrucken.

  • Vorpraktikum Mehr Informationen

    Vorpraktikum

    Ein vierwöchiges Vorpraktikum vor Studienbeginn nach den Richtlinien im Anhang der Prüfungsordnung

Termine und Fristen

 

Haifischhaut, Biokeramiken, gewaltige Stadiondachkonstruktionen oder ultraleichte Autokarosserien – rund 70 Prozent aller technischen Innovationen, so schätzt die Bundesregierung, haben ihren Ursprung in neu entwickelten Werkstoffen. Werkstofftechnikerinnen und -techniker sind unaufhörlich auf der Suche nach perfekten Materialien, idealen Werkstoffen oder maßgeschneiderten Werkstoffkombinationen.

Aber Entwicklungen und Innovationen kosten Geld. Wie teuer darf es werden? An welchen Stellen können Einsparungen erfolgen und welche technischen Entwicklungen müssen trotz Kostenreduktion möglich bleiben?

Diese Fragen sind in der Praxis schwer zu beantworten, weil Entscheidungsträgerinnen und -träger mit völlig unterschiedlichen Zielen aufeinandertreffen: Auf der einen Seite Ingenieurinnen und Ingenieure, die in technischer Hinsicht das Maximale erreichen möchten und auf der anderen Seite Betriebswirtinnen und -wirte, die das Minimale ausgeben wollen. Zwei Welten, die einander häufig nicht verstehen!

In diesem Spannungsfeld können Wirtschaftsingenieurinnen und -ingenieure eine Brücke schlagen. Sie sind interdisziplinär ausgebildet und nehmen dadurch entscheidende Positionen im Management moderner Unternehmen ein.

Um den „Spagat“ zwischen unterschiedlichen Unternehmenszielen meistern zu können, erwerben sie Kenntnisse sowohl in einer technischen Disziplin als auch in der Betriebswirtschaftslehre.

Der Studiengang der RWTH Aachen bietet – im Gegensatz zu vergleichbaren Studienangeboten – einen eindeutig ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkt. Diese Fokussierung ermöglicht den angehenden Wirtschaftsingenieurinnen und -ingenieuren, auch über die Grundlagen hinaus technische Anwendungskompetenz aufzubauen.

Studierende können ab dem vierten Semester mit drei Wahlmodulen aus den fünf ingenieur wissenschaftlichen Schwerpunkten ein eigenes Profil aufbauen:

  • Werkstofftechnik – Glas, Keramik, Metalle,
  • Werkstoffverarbeitung – Gießen oder Umformen,
  • Metallurgie und Recycling – Nichteisenmetalle oder Eisen und Stahl,
  • Transportphänomene
  • Kunststoffverarbeitung.

Im anschließenden Masterstudium können sich Studierende – unabhängig von ihrer Profilierung im Bachelorstudium – für eine Spezialisierung entscheiden und dabei aus einer Fülle von technischen Vertiefungsfächern wählen.

 

Studienverlauf

Dieses Studienfach bietet eine breit angelegte Kombination von naturwissenschaftlichen Basisfächern und ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen. Auf Spezialisierungsmöglichkeiten in höheren Semestern wurde zugunsten einer umfassenden und breiten Grundlagenausbildung verzichtet.

Semester Ingenieurwissenschaften Mathematik, Naturwissenschaften Wirtschaftswissenschaften
1. Technische Mechanik I Differential und Integralrechnung I,
Lineare Algebra I,
Physik der Kristalle, Grundzüge der Chemie
Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, Internes Rechnungswesen
und Buchführung
2. Technische Mechanik II Differential- und Integralrechnung II, Materials Chemistry I Quantitative Methoden – Operations Research,
Absatz und Beschaffung
3. Materials Chemistry II, Werkstoffphysik I, Werkstoffphysik II Entscheidungslehre,
Produktion und Logistik, Mikroökonomie
4. Dynamik technischer Systeme,
Entwicklung, Planung und Wirtschaftlichkeit von Anlagen,
Wahlfach 1
Statistik Makroökonomie,
Grundzüge des Privatrechts
5. Programmierung Java, Transportphänomene, Wahlfach 2+3 Personal und Organisation, Investition und Finanzierung, Einführung in die empirische Wirtschaftsforschung
6. Bachelorarbeit, Betriebspraktikum – 12 Wochen

Einen ausführlichen Studienplan finden Sie auf der Webseite der Fachstudienberatung dieses Studiengangs.

Praxiseinblicke

Zur Einschreibung ist ein vierwöchiges Vorpraktikum erforderlich. Das Betriebspraktikum im sechsten Semester kann sowohl in ingenieurwissenschaftlichen als auch in wirtschaftswissenschaftlichen Unternehmensbereichen abgeleistet werden. Durch Exkursionen und Besichtigungen erwerben Studierende während der Studienzeit weitere relevante Praxiserfahrungen in Industrie und freier Wirtschaft.

Auslandsprogramme

Deutschland ist zurzeit weltweit anerkannter Hotspot der Werkstoffentwicklung und exportiert entsprechendes Expertenwissen. Umso wichtiger ist für angehende Spezialistinnen und Spezialisten internationale Erfahrung.

Daher pflegt die Fachgruppe für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik mit einer Vielzahl von europäischen und nicht-europäischen Hochschulen feste Forschungs- und Lehrkooperationen. Die Studierendenmobilität steht dabei im Mittelpunkt aller Auslandsaktivitäten.

Das EU-Mobilitätsprogramm ERASMUS+ gibt den Studierenden die Gelegenheit, ein oder zwei Semester an einer anderen europäischen Hochschule zu studieren. Insgesamt gibt es Kontakte zu über 60 Hochschulen auf allen Kontinenten. Alleine in Asien pflegen 34 Universitäten die Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen, eine Vielzahl weiterer Partneruniversitäten findet sich in Nord- und Südamerika und in Australien.

Studierende des Wirtschaftsingenieurwesens haben den Vorteil, auch Kooperationshochschulen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät wählen zu können.

Über die fakultätsspezifischen Auslandsprogramme hinaus profitieren Studierende der RWTH von den strategischen Partnerschaften der Hochschule mit internationalen Universitäten. So können sie beispielsweise im Rahmen ihrer Studienarbeiten kurze Aufenthalte an einer der IDEA League-Hochschulen absolvieren. Das deutschlandweit einzigartige UROP Abroad-Programm bietet die Möglichkeit, schon in der Bachelorphase an Forschungsprojekten internationaler Hochschulen teilzunehmen. Gefördert werden diese Auslandsaufenthalte teilweise durch RWTH-spezifische Finanzierungshilfen.

Alle Kooperationsprogramme der RWTH werden vorgestellt auf den Webseiten zum Austauschstudium. Zur Planung des Auslandsaufenthaltes bietet die Fachgruppe ein eigenes Beratungssystem an.

 

Voraussetzungen

Persönliche Voraussetzungen

Hilfreich für das Studium ist die Fähigkeit zu abstraktem, analytischem Denken, zur Durchdringung komplexer Strukturen und zur klaren Formulierung eigener Gedanken. Gute Kenntnisse der Mathematik und die Fähigkeit und Neigung zu formalen, insbesondere mathematischen Analysen sind empfehlenswert, gute Kenntnisse der englischen Sprache begünstigen den Studienerfolg und die Berufschancen. Zur Intensivierung und Vervollständigung Ihres Wissens bietet die RWTH Ihnen vor Studienbeginn ein Vorkursprogramm. Eine Belegung dieser Kurse ist Ihnen dringend zu empfehlen. Insbesondere sollten Sie in Erwägung ziehen, speziell den Vorkurs „Intensivkurs Differential- und Integralrechnung I“ zu besuchen.

Einschreibungsvoraussetzung

1. Vorpraktikum
Um sich für den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Werkstoff- und Prozesstechnik einschreiben zu können, muss man ein technisches Vorpraktikum im Umfang von vier Wochen gemacht haben. Dieses muss im technischen Bereich absolviert werden, das heißt entweder in einer Werkstatt, in der man fräst, schleift, feilt etc. oder in einem Unternehmen, in dem man schon etwas über die Produktion von Werkstoffen lernt und verschiedene Stationen durchläuft. Wichtig: Der Betrieb MUSS ein Ausbildungsbetrieb sein. Nähere Informationen zum Vorpraktikum

2. Zwei SelfAssessments
RWTH-Studienfeld-SelfAssessment "Georessourcen und Materialtechnik"

RWTH-Studienfeld-SelfAssessment "Wirtschaftswissenschaften"

 

Entscheidungshilfen

Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Werkstoff- und Prozesstechnik ist sowohl den Ingenieurwissenschaften als auch den Wirtschaftswissenschaften zuzuordnen. Grundlegend für ein erfolgreiches und glückliches Studium im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen ist daher nicht nur Ihr Interesse an Technik, sondern auch an wirtschaftswissenschaftlichen Zusammenhängen. Mögen Sie entweder die technische oder die ingenieurwissenschaftliche Komponente nicht, so sollten Sie in Erwägung ziehen, entsprechend die Studiengänge Werkstoffingenieurwesen oder Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Im Bestfall entspricht aber die Kombination aus Technik und BWL genau Ihren Neigungen.

Das Studium Wirtschaftsingenieurwesen erfordert eine hohe Motivation und Eigeninitiative. Sie durchlaufen zunächst, wie bei Ingenieursstudiengängen üblich, ein Grundlagenstudium der Fächer Mathematik, Physik und Chemie. Die Mathematik ist dabei im Vergleich zu den Studiengängen Materialwissenschaften oder Maschinenbau leicht reduziert und weniger anspruchsvoll. Sie dient dennoch als Grundlage für alle folgenden Fächer.

Wenn Sie sich selbst noch einmal überprüfen möchten, sind Sie herzlich eingeladen, schon als Schülerin oder Schüler Vorlesungen zu besuchen. Erste Eindrücke können Sie auch in der Schüleruni, in der Hochschulhospitationswoche oder in der Schnupperuni für Mädchen sammeln. Die Fachgruppe für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik bietet auch die Möglichkeit, schon in der Schulzeit ein Praktikum an einem der Institute zu machen.

 

Mediathek

Sie wünschen sich noch mehr Einblicke und Eindrücke? Nutzen Sie die Vielfalt der Informationsmöglichkeiten! Unsere Empfehlungen finden Sie in der Mediathek.

 

Berufsperspektiven

In der Werkstoffbranche eröffnen sich sehr gute berufliche Perspektiven: Sie gehört in Deutschland zu den wachsenden Wirtschaftszweigen. Vor allem in Umwelttechnik, Fahrzeugtechnik, Energietechnik sowie Produktionstechnik werden Expertinnen und Experten dringend benötigt.

Wirtschaftsingenieurinnen und -ingenieure mit der Fachrichtung Werkstoff- und Prozesstechnik sind in zwei Fachrichtungen qualifiziert. Sie sind prädestiniert für Aufgaben im Überschneidungsbereich zwischen Technik und Wirtschaft und arbeiten insbesondere in Schnittstellenbereichen. Ihre Doppelqualifikation eröffnet ihnen jedoch auch Zugang zu rein wirtschaftswissenschaftlich oder ingenieurwissenschaftlich geprägten Tätigkeitsfeldern.

Sie sind vornehmlich im produzierenden Gewerbe tätig, zunehmend aber auch in Dienstleistungsbereichen – beispielsweise in der Unternehmensberatung und der Softwareproduktion – sowie im Handel und Verkehr oder in öffentlichen Institutionen. Hier nehmen sie oft leitende Funktionen ein, vor allem in der Produktionsplanung, aber auch im Controlling und in der EDV, in der Logistik und der Materialwirtschaft, in der Organisation und im Personalwesen sowie in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, im Rechnungswesen und im Vertrieb.

Informationen zu den beruflichen Möglichkeiten und interessante Absolventenproträts bietet auch die Webseite der Fachgruppe.

 

Masterperspektiven

Die vielfältigen Spezialisierungsmöglichkeiten im Masterprogramm können unabhängig von den Schwerpunkten des Bachelorstudiums gewählt werden. Sie orientieren sich an einzelnen Werkstoffen bzw. Werkstoffgruppen und entsprechenden technischen Prozessen.

  • Im Bereich Metalle sind zum Beispiel Metallkunde und Metallphysik, Bildsame Formgebung, Eisenhüttenkunde, Gießereiwesen, Metallurgie von Eisen und Stahl oder Metallrecycling wählbar.
  • Keramische Werkstoffe stehen im Mittelpunkt der Themenfelder Glas und Keramische Verbundstoffe sowie Keramik und feuerfeste Werkstoffe.
  • Mit der Hochtemperaturtechnik bietet sich eine Vertiefung im Bereich der Prozesse an.

Ergänzend zu den technischen Studieninhalten wählen Studierende eine aus vier wirtschaftswissenschaftlichen Research Areas oder den Bereich General Business and Economics und bauen so ein individuelles Kompetenzprofil auf.

 

Prüfungsordnung

Regelungen, die grundsätzlich für alle Bachelor- und Masterstudiengänge gelten, sowie detaillierte Angaben zum Nachweis der geforderten Sprachkenntnisse finden sich in der Übergreifenden Prüfungsordnung der RWTH. Prüfungsordnungen werden aufgrund ihrer Rechtsverbindlichkeit nur in deutscher Sprache veröffentlicht.

Die fachspezifische Prüfungsordnung regelt rechtsverbindlich Studienziele, Studienvoraussetzungen, Studienablauf und Prüfungen. Sie enthält in ihrem Anhang die Beschreibung der Module, aus denen sich der Studiengang zusammensetzt.

 

Fakultät

Der Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Werkstoff- und Prozesstechnik wird angeboten von der Fachgruppe Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in Kooperation mit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Die Fachgruppe für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik gehört zu den weltweit führenden Innovationszentren in der Werkstofftechnik. In Lehre und Forschung schafft sie eine einzigartige Symbiose aus naturwissenschaftlich geprägter Erforschung der Materialeigenschaften und ingenieurwissenschaftlich orientierter Entwicklung von Werkstoffen, Verarbeitungsverfahren und Werkstoffanwendungen.