Optische Technologien
Im RWTH-Campus-Cluster Optische Technologien werden Verfahren zur Erzeugung, Formung und Nutzung von Licht, insbesondere als Werkzeug für die industrielle Produktion, erforscht und entwickelt.
Kein anderes Werkzeug kann annähernd so präzise dosiert und gesteuert werden wie das Werkzeug Licht. Experten bezeichnen den Laserstrahl als das einzige Werkzeug, das ähnlich schnell arbeitet wie ein Computer denkt.
Industrielle Fertigung
Ein Laserdrucker funktioniert nach diesem Prinzip und lässt erahnen, was mit hochenergetischen Laserstrahlen möglich ist. Forscherinnen und Forscher im Cluster Optische Technologien arbeiten bereits an der nächsten Generation von Laserdruckern, an laserbasierten Rapid Manufacturing Verfahren, mit denen sich reale Produkte aus Metall drucken lassen.
Das Werkzeug Licht ist aber längst im Alltag der industriellen Fertigung angekommen. So verlässt heute kein Auto die Fabrik, bei dem nicht mit Hilfe von Laserstrahlung Karosserieteile geschnitten und geschweißt, Einspritzdüsen gebohrt, Oberflächen von Motor- und Getriebeteilen veredelt oder Symbole auf dem Armaturenbrett beschriftet worden sind.
Neben dem Fraunhofer ILT werden Firmen wie die S&F Systemtechnik GmbH, die AMPHOS GmbH oder die IQ Evolution GmbH in diesen Themenfeldern auf dem Campus gemeinsam forschen.
Mikroelektronik
Auch im Bereich der Mikroelektronik spielt das Werkzeug Licht eine wesentliche Rolle. Die Strukturen auf Prozessoren und Speicherchips, das heißt die Millionen von einzelnen Transistoren, werden mit Licht auf Silizium belichtet. Erst die Verfügbarkeit von Strahlquellen mit immer kürzeren Wellenlängen ermöglicht die stetig voranschreitende Verringerung der Strukturgröße und die damit verbundene Erhöhung der Leistungsfähigkeit von Computerchips.
Firmen wie XTREME technologies GmbH und Irmato Industrial Solutions Aachen GmbH arbeiten bereits jetzt im Anwenderzentrum des Fraunhofer ILT, der Keimzelle des Clusters Optische Technologien, eng auf diesem Themengebiet zusammen.
Ein weiterer Umbruch im Bereich der Mikroelektronik steht mit der organischen Elektronik bereits vor der Tür. Die breite Verfügbarkeit von energiesparenden LEDs und organischen LEDs, sogenannten OLEDs, wird den Beleuchtungsmarkt maßgeblich verändern. Firmen wie e-concept und die Aixtron AG werden zusammen mit der RWTH Aachen an diesen Themen auf dem Campus arbeiten.
Strategische Bedeutung
Auf optischen Technologien basierende innovative Produkte und Verfahren sind eng an das Wissen der beteiligten Forscherinnen und Forscher gekoppelt und damit nur schwer kopierbar. Die Entwicklung von solchen wissensintensiven Produkten und Dienstleistungen für die Leitmärkte der Zukunft (Gesundheit, Mobilität, Energie) ist für das Land Nordrhein-Westfalen und die Technologieregion Aachen von besonderer wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung.