Molekulare und Angewandte Biotechnologie B.Sc.

 

Steckbrief

Eckdaten

Abschluss:
Bachelor of Science
Studienbeginn:
Wintersemester
Regelstudienzeit:
6 Semester
ECTS-Punkte:
180Mehr Informationen

Was ist damit gemeint?

ECTS sind Leistungspunkte, die den Arbeitsaufwand im Studium messen.

Sprache:
Deutsch

Zugangsvoraussetzungen

  • Abitur oder eine gleichwertige HZB Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Allgemeine Hochschulreife (Abitur), Fachgebundene Hochschulreife oder eine als gleichwertig anerkannte Hochschulzugangsberechtigung (HZB)

  • Sprachkenntnisse in Deutsch Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Zur Einschreibung in diesen Studiengang muessen Sie Kenntnisse in der Unterrichtssprache nachweisen. Details regelt die Pruefungsordnung.

Zulassung für Erstsemester

beschränkt
NC für WiSe 2016

Zulassung höhere Semester

beschränkt
NC 2.-6. Fachsemester

Einschreibungsvoraussetzungen

  • SelfAssessment Mehr Informationen

    SelfAssessment

    Die RWTH-SelfAssessments sind Online-Beratungsverfahren zur Studienentscheidung. Die Teilnahme an einem (selten zwei) dieser SelfAssessments ist verpflichtend. Welches SelfAssessment für dieses Fach absolviert werden muss, lesen Sie in der Studiengangbeschreibung unter "Voraussetzungen". Zur Einschreibung (nicht schon zur Bewerbung) muss die Teilnahme am studienfeldspezifischen SelfAssessment nachgewiesen werden. Die Teilnahmebescheinigung können Sie sich selbst ausdrucken.

Termine und Fristen

 

Was Mikroorganismen leisten können, weiß jeder, der gerne Joghurt isst oder ein gutes Glas Bier schätzt. Kleinste Lebewesen werden schon seit Jahrhunderten zur Herstellung von Lebensmitteln genutzt. Zukünftig aus ihnen immer leistungsfähigere „mikrobielle Fabriken“ zu machen, ist eine der Aufgaben der Biotechnologie.

Der Stoffwechsel von Mikroorganismen wird zum Beispiel zunehmend bei der Energiegewinnung aus Biomasse oder bei der Produktion maßgeschneiderter Enzyme oder anderer Moleküle genutzt. Andererseits kann gezielte Störung des Zellstoffwechsels oder Unterdrückung der Fortpflanzung zur erfolgreichen Bekämpfung gefährlicher Mikroorganismen beitragen.

Als Schnittstelle zwischen Biologie, Chemie, Bioinformatik und Verfahrenstechnik bietet die Biotechnologie eine interdisziplinäre Forschungsplattform, die Mikroorganismen vorhersagbar und kontrolliert für bestimmte Zwecke nutzbar macht. Entsprechend vielfältig sind die Kompetenzen, die angehende Biotechnologinnen und Biotechnologen an der RWTH erwerben. Das Spektrum reicht von der Mikrobiologie über die Genetik bis hin zur Bioverfahrenstechnik.

Zugunsten dieser intensiven Grundlagenausbildung werden im Bachelorstudium nur geringe Spezialisierungsmöglichkeiten angeboten. Die Studierenden wählen im anschließenden Masterstudium eine der vier klassischen Richtungen der Biotechnologie:

  • Mit dem Begriff Weiße Biotechnologie wird die industriell genutzte Biotechnologie bezeichnet. Sie beschäftigt sich zum Beispiel mit technischer Gewinnung maßgeschneiderter Produkte aus dem zellulären Stoffwechsel und industrieller Steigerung der Ausbeute moderner Bioreaktoren.
  • Die Rote Biotechnologie hat die medizinische Anwendung zum Ziel. Sie strebt zum Beispiel die Gewinnung therapeutischer Proteine, maßgeschneiderter Enzyme, Reagenzien, Arzneimittel und Impfstoffe an. Des Weiteren entwickelt sie neue Strategien zur Bekämpfung von Krankheiten, mit denen Stoffwechsel oder Fortpflanzung des Erregers gestört werden können.
  • In der Grünen Biotechnologie stehen Pflanzen und pflanzliche Biomasse im Mittelpunkt. Sie zielt zum Beispiel auf Pflanzenresistenz, Ertragssteigerung oder Herstellung mikrobiell gestützter Verfahren zur Gewinnung von Energie aus Biomasse und zur Nutzung der Abbauprodukte.
  • Die Bioverfahrenstechnik entwickelt, teils in Kooperation mit dem Maschinenbau, innovative biotechnologische Produktionsprozesse. Ihr Aufgabenspektrum reicht vom Aufschluss des biogenen Rohstoffs über Simulations- und Reaktortechniken bis hin zum maßgeschneiderten Produkt.

Life Sciences an der RWTH

Die RWTH Aachen zählt zu den führenden Technischen Universitäten Europas. Sie unterhält zahlreiche internationale Beziehungen und ist mit ihren Life-Science-Aktivitäten unter anderem in die Bioregio Rheinland eingebunden. Für die Life Sciences wurden an der RWTH Aachen ein interdisziplinäres Forum und der "LifeTec Aachen-Jülich" eingerichtet. Zwischen der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich besteht die Jülich-Aachen-Research-Alliance (JARA). Des Weiteren gibt es in Aachen ein Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie und das Materialforschungsinstitut DWI (Deutsches Wollforschungsinstitut) der Leibniz-Gemeinschaft. Die Größe und Vielfältigkeit der RWTH erlaubt den Studierenden - wie an kaum einer anderen Hochschule - eine auf die eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten abgestimmte Spezialausrichtung innerhalb des gewählten Faches. Die Biotechnologie an der RWTH Aachen ist in vielen nationalen und internationalen Forschungsverbünden wie dem Excellenzcluster „Tailor made fuels from biomass“ und dem EU Großprojekt „Pharma-Planta“ vertreten. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite der Fachgruppe Biologie.

 

Tag der Aachener Biologie und Biotechnologie

  1. Die Aachener Biologie und Biotechnologie, kurz ABBt, informiert einmal im Jahr zu ihrem Studienangebot. Vorträge, Vorführungen und persönliche Gespräche mit Angehörigen der Institute bieten Einblicke in Studium und Beruf. Zu den Veranstaltungen der Fachgruppe Biologie.
 

Studienverlauf

Der Studiengang bietet viele Institutspraktika und eine erstklassige Laborausbildung. Externe Praktika oder Abschlussarbeiten in Unternehmen oder an kooperierenden Forschungseinrichtungen, zum Beispiel den Fraunhofer Instituten und dem Forschungszentrum Jülich, vermitteln wichtige Anwendungserfahrungen

Studienstruktur

Biologische Module Biotechnologische Module Mathematische, chemische, und physikalische Module
1

Biologie der Zelle,
Biochemie

Grundlagen der Biotechnologie Anorganische Chemie (Inkl. Praktikum), Mathematik
2 Mikrobiologie, Genetik, Quantitative Biologie Organische Chemie (inkl. Praktikum), Physik
3 Bioinformatik, Bioanalytik, Mikrobiologisches Grundpraktikum Molekulare Biotechnologie, Enzymtechnologie Physikalische Chemie, Physikalisches Praktikum
4 Physiologie der Mikroorganismen Verfahrenstechnik, Bioreaktortechnik und Rechenübung Physikalisch-chemisches Grundpraktikum
5 Immunologie I Computational Biotechnology, Reaktionstechnik und Rechenübung, Immunologie, Interdisziplinäres Blockpraktikum Biotechnologie/Bioverfahrenstechnik
Wirtschaftliche Grundlagen und Ergebnispräsentation, Zusatzqualifikationen
6

Blockpraktikum Molekulare Biotechnologie, Projektorientiertes Methodenpraktikum, Bachelorarbeit und Bachelorvortragskolloquium

Auslandsprogramme

Weltweit arbeiten Forschungseinrichtungen an biologischen Fragestellungen von globaler Bedeutung. Daher ist es für Studierende eine unersetzliche Erfahrung, während ihrer Ausbildung an Kooperationsprogrammen mit internationalen Hochschulen oder Forschungsinstituten teilzunehmen. Die Fachgruppe für Biologie bietet weltweit Studien- und Praxismöglichkeiten. Alleine im EU-Mobilitätsprogramm ERASMUS+ unterhält sie Partnerschaften mit 32 renommierten europäischen Hochschulen. Weitere Kooperationen ermöglichen Studien- oder Praxisphasen in Nordamerika, Südamerika, Kanada, China, Japan, Korea, weiteren asiatischen Staaten und Australien.

Über die fakultätsspezifischen Auslandsprogramme hinaus profitieren Studierende der RWTH von den strategischen Partnerschaften der Hochschule mit internationalen Universitäten. So können sie zum Beispiel im Rahmen ihrer Studienarbeiten kurze Aufenthalte an einer der IDEA League-Hochschulen absolvieren. Das deutschlandweit einzigartige UROP Abroad-Programm bietet die Möglichkeit, schon in der Bachelorphase an Forschungsprojekten internationaler Hochschulen teilzunehmen. Gefördert werden diese Auslandsaufenthalte teilweise durch RWTH-spezifische Finanzierungshilfen. Alle Kooperationsprogramme der RWTH werden vorgestellt auf den Webseiten zum Austauschstudium. Fachspezifische Angebote werden auf der Fachgruppenwebseite zur Internationalen Vernetzung veröffentlicht.

Praktika

In den anspruchsvollen biologischen, chemischen und physikalischen Praktika erwerben die Studierenden das erforderliche Methodenwissen und die praktische Erfahrung, um durch Hypothese, Planung, Experiment und Auswertung zu wissenschaftlich fundierten Untersuchungsergebnissen zu kommen. Studierende werden zudem darin unterstützt, weitere Erfahrungen in Unternehmen oder an kooperierenden Forschungseinrichtungen zu erwerben, zum Beispiel den Fraunhofer Instituten und dem Forschungszentrum Jülich.

 

Voraussetzungen

Persönliche Voraussetzungen

Neben einem großen Interesse für biologische und technische Fragestellungen sind Grundkenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie oder zumindest die Bereitschaft, diese Kenntnisse rasch zu erwerben, dringend erforderlich. Studieninteressierte können Ihre Kenntnisse in Mathematik und Chemie schon vor dem Studium in Vorkursen auffrischen und vertiefen.

Einschreibungsvoraussetzung

RWTH-Studienfeld-SelfAssessment "Mathematik und Naturwissenschaften"

 

Entscheidungshilfen

Der Studiengang Biotechnologie an der RWTH zeichnet sich im Bachelor durch einen hohen Anteil an naturwissenschaftlicher Allgemeinausbildung aus. Neben jeweils einem Modul Mathematik und Physik werden noch Allgemeine und Anorganische Chemie, Organische Chemie und Physikalische Chemie absolviert. In der Biotechnologie sind die Anteile an Mathematik und Ingenieurswissenschaften höher als im Studiengang Biologie. Trotzdem liegt der Schwerpunkt auf der Naturwissenschaft, was den Studiengang beispielsweise von einem Studium des Maschinenbaus mit dem Schwerpunkt Bioverfahrenstechnik abgrenzt. Erste Eindrücke von den Anforderungen können Schülerinnen und Schüler in Vorlesungsbesuchen, in der Schüleruniversität oder im Schnupperstudium sammeln.

Im Studiengang Biotechnologie werden neben den Grundlagen in Biologie und den anderen Naturwissenschaften sowohl Inhalte aus der molekularen Biotechnologie (Molekularbiologie und Gentechnologie) als auch aus der angewandten Biotechnologie und Verfahrenstechnik unterrichtet. Hierin unterscheidet sich das Angebot an der RWTH deutlich von dem vieler anderer Hochschulen. Verständnis für wirtschaftliche Fragestellungen ist für Biotechnologie wichtig, da der wichtigste Arbeitsbereich die Industrie darstellt.

Für Studierende mit ausschließlich naturwissenschaftlich-biologischen Interessen wie Molekular-und Zellbiologie, Genetik, Neurowissenschaften, Bionik oder molekularer Medizin ist der Studiengang Molekulare und Angewandte Biotechnologie primär nicht gedacht. Auch Studieninteressierte, die sich noch nicht sicher sind, welche biologische Disziplin der Schwerpunkt werden soll, seien hier auf den Studiengang Biologie an der RWTH Aachen verwiesen.

 

Mediathek

Sie wünschen sich noch mehr Einblicke und Eindrücke? Nutzen Sie die Vielfalt der Informationsmöglichkeiten! Unsere Empfehlungen finden Sie in der Mediathek.

 

Berufsperspektiven

Das Interesse an Biotech-Produkten ist ungebrochen und wird zukünftig noch steigen. Die Biotechnologie als anwendungsorientierte Wissenschaft bietet daher vielfältige Einstiegsmöglichkeiten für Absolventinnen und Absolventen.

In erster Linie ist hier sicherlich die wissenschaftliche Forschung zu nennen. Aber auch die industrielle Anwendung biotechnologischer Verfahren bietet eine Fülle von Tätigkeitsfeldern.

In der Medizin- und Pharmabranche unterstützen Biotechnologinnen und -technologen zum Beispiel die Entwicklung von Medikamenten, Impfstoffen und diagnostischen Methoden. Viele biotechnologische Dienstleister arbeiten der Agrarbranche zu. Sie beschäftigen sich zum Beispiel mit Futtermitteloptimierung oder Züchtung stressresistenter Nutzpflanzen. Im Energiesektor geht der Trend immer mehr zu nachhaltiger Nutzung vorhandener Ressourcen. Hier sind Spezialistinnen und Spezialisten für Energiegewinnung aus Biomasse gefragt. Nicht zuletzt ist die chemische Industrie interessiert an biotechnologischer Expertise, da in Produktionsprozessen immer häufiger biokatalytische Verfahren eingesetzt werden.

Die Bundesagentur für Arbeit gibt jährlich Untersuchungen über den Arbeitsmarkt für Akademikerinnen und Akademiker in Deutschland heraus- unter anderem auch zum Arbeitsmarkt für Naturwissenschaften und Informatik. Hier finden Sie die aktuellen Broschüren zum Download.

 

Masterperspektiven

Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiengangs können ihr Studium im Masterprogramm Molekulare und Angewandte Biotechnologie fortsetzen. Sie vertiefen und erweitern ihre Kenntnisse in einem der zuvor genannten Schwerpunkte: Verfahrenstechnik, Weiße Biotechnologie, Rote Biotechnologie oder Grüne Biotechnologie. Das Studium ist in allen Vertiefungsrichtungen deutlich anwendungsorientiert. Die hervorragende Ausstattung der biologischen Institute erlaubt es, in fast jedem Modul ein Institutspraktikum anzubieten.

Alternativ ist eine Orientierung in Richtung Biologie oder Ökotoxikologie denkbar. Um das notwendige Kompetenzprofil für einen fachlich abweichenden Masterstudiengang aufzubauen, sind Anpassungen in der Bachelorphase ratsam. Gegebenenfalls ist eine Zulassung mit fachlichen Auflagen verbunden. Sollte eine Aufnahme des Masterstudiums der Biologie oder Ökotoxikologie geplant sein, muss das Studienprogramm des Bachelors entsprechend angepasst werden. Informationen hierzu erteilt die Fachstudienberatung.

 

Prüfungsordnung

Die Prüfungsordnung regelt Studienziele, Studienvoraussetzungen, Studienablauf und Prüfungen. Sie enthält in ihrem Anhang die Beschreibung der Module, aus denen sich der Studiengang zusammensetzt.

 

Fakultät

Der Bachelorstudiengang Biotechnologie wird angeboten von der Fachgruppe Biologie in der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften.