Georessourcenmanagement B.Sc.

 

Steckbrief

Eckdaten

Abschluss:
Bachelor of Science
Studienbeginn:
Wintersemester
Regelstudienzeit:
6 Semester
ECTS-Punkte:
180Mehr Informationen

Was ist damit gemeint?

ECTS sind Leistungspunkte, die den Arbeitsaufwand im Studium messen.

Sprache:
Deutsch

Zugangsvoraussetzungen

  • Abitur oder eine gleichwertige HZB Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Allgemeine Hochschulreife (Abitur), Fachgebundene Hochschulreife oder eine als gleichwertig anerkannte Hochschulzugangsberechtigung (HZB)

  • Sprachkenntnisse in Deutsch Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Zur Einschreibung in diesen Studiengang muessen Sie Kenntnisse in der Unterrichtssprache nachweisen. Details regelt die Pruefungsordnung.

Zulassung für Erstsemester

beschränkt
NC für WiSe 2016

Zulassung höhere Semester

frei
kein NC

Einschreibungsvoraussetzungen

  • SelfAssessment Mehr Informationen

    SelfAssessment

    Die RWTH-SelfAssessments sind Online-Beratungsverfahren zur Studienentscheidung. Die Teilnahme an einem (selten zwei) dieser SelfAssessments ist verpflichtend. Welches SelfAssessment für dieses Fach absolviert werden muss, lesen Sie in der Studiengangbeschreibung unter "Voraussetzungen". Zur Einschreibung (nicht schon zur Bewerbung) muss die Teilnahme am studienfeldspezifischen SelfAssessment nachgewiesen werden. Die Teilnahmebescheinigung können Sie sich selbst ausdrucken.

Termine und Fristen

 

Energierohstoffe, Erdwärme, Wasservorräte, Minerale, Böden – die Ressourcen der Erde sollen zum Nutzen der Menschen erschlossen, aber auch geschützt werden. Diese sinnvolle, nachhaltige Nutzung der Georessourcen erfordert ein Management auf der Basis von gesetzlichen Vorgaben und ökonomischen Rahmenbedingungen. Eine der wesentlichen Aufgaben ist zum Beispiel, die Eingriffe in das System Erde, wie beispielweise Klima- und Umweltveränderungen, sorgfältig zu bewerten und zu steuern. Die Berücksichtigung und Eingrenzung der Folgen unvermeidbarer Naturkatastrophen (Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Tsunamis) in dicht besiedelten Regionen ist eine weitere Herausforderung. Rohstoffvorräte und Grundwasserreserven müssen erschlossen und erhalten, menschliche Lebensräume und natürliche Gleichgewichte geschützt und wiederhergestellt werden. Diese aktuellen und oft brisanten Anwendungsfelder zeigen, dass das Management der Georessourcen zunehmend an Bedeutung gewinnt und entscheidende Beiträge für die Zukunft der Menschheit leisten kann. Die Komplexität und Vielschichtigkeit der damit verbundenen Fragestellungen verlangt nach vernetzten Lösungsansätzen und einer Kombination der Sachkenntnisse aus den Geowissenschaften und den ökonomischen, juristischen und technischen Disziplinen.

Die RWTH bietet mit ihrem Studiengang Georessourcenmanagement eine deutschlandweit einzigartige geowissenschaftliche Ausbildung mit starkem interdisziplinären Charakter an. Die Studierenden profitieren von der engen Kooperation der klassischen geologischen und mineralogischen Wissenschaften mit der Geographie beziehungsweise Wirtschaftsgeographie und der Rohstoff- und Entsorgungstechnik, wobei wichtige Inhalte der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie des Bau- und Umweltingenieurwesens einfließen.

Neben den naturwissenschaftlichen Themen des Studiums werden sozialwissenschaftliche wissenschaftliche, betriebswirtschaftliche und juristische Inhalte vermittelt, so dass erstmals Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler ausgebildet werden, die mit ihren Fachkenntnissen die Schnittstellen zu rechtswissenschaftlichen, politikwissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Bereichen etc. ausfüllen können.

Nach dem Grundlagenstudium können Studierende vier aus sechs Vertiefungsmodulen wählen und damit ihren persönlichen Interessen folgen. Zur Auswahl stehen die Themenkomplexe

  • Wasser, Geothermie und Geophysik,
  • Einführung in die Bodenkunde,
  • Mineralische Lagerstätten,
  • Georisiken,
  • Erdöl und
  • Umweltgeochemie.
 

Studienverlauf

Neben den naturwissenschaftlichen Grundlagen erlernen die Studierenden vom ersten Semester an Techniken und Methoden zur Erhebung und Interpretation von Basisdaten für Raumordnungs- und Regionalplanung, Siedlungs- und Industrieplanung. Hinzu kommen Fächer, die ökonomische Kompetenzen vermitteln.

Eine Besonderheit des geowissenschaftlichen Studiums an der RWTH ist die umfassende Geländeausbildung im Freiland bereits während des Bachelorstudiums. Dabei werden die theoretisch erlernten Inhalte und Kompetenzen bei Labor- und Geländeprojekten eingesetzt und vermitteln schon sehr früh relevante Anwendungserfahrung. Ein vierwöchiges Berufspraktikum bietet erste Einblicke in die Anwendungsbereiche.

Studienstruktur

Semester

Naturwissenschaftliche Grundlagen

Geowissenschaftliche und geographische Grundlagen

Planungsgrundlagen

1-2

Lineare Algebra I,
Differential- und Integralrechnung II, Chemie, Physik, Geochemie

Mineralogie und Petrographie,
Geologische Grundlagen, Wirtschaftsgeographie, Klimatologie, Boden- und Biogeographie

Einführung in die BWL, Rohstoffwirtschaft

3-4

Fachspezifische Grundlagen

Umweltmanagement,
Mikroökonomie

Geochemie, Statistik und Programmieren Geochemische Analytik Geodynamik, Rohstoffe und Recycling, Ingenieur- und Hydrogeologie, Geoinformationssysteme, Karten und Satellitendaten

Kommunikation, Recht

5-6

Vier aus sechs Vertiefungsmodulen

Berufspraktikum, 4 Wochen; Bachelorarbeit, 3 Monate

Weitere Details zum Studienverlauf finden Sie auf der Webseite der Fachgruppe.

Auslandsprogramme

Die Fakultät pflegt mit einer Vielzahl von europäischen und nicht-europäischen Hochschulen feste Forschungs- und Lehrkooperationen. Über 70 Hochschulen weltweit, davon alleine über 30 in Asien, bieten Studierenden die Möglichkeit, ihre akademische Ausbildung mit der vertieften Kenntnis der geologischen Gegebenheiten eines anderen Landes zu verbinden. Im Rahmen des EU-Mobilitätsprogrammes ERASMUS+ besteht die Möglichkeit, ein Auslandssemester an einer der zahlreichen europäischen Partnerhochschulen zu absolvieren, zum Beispiel in Norwegen. Weitere Partnerschaften eröffnen Studienmöglichkeiten in Russland oder in der Ukraine. Alle Auslandsaufenthalte in Form von Praktika und Studiensemestern werden von allen geowissenschaftlichen Instituten ausdrücklich empfohlen und unterstützt. Darüber hinaus führen jährliche Exkursionen in alle Teile der Welt und eröffnen direkt vor Ort Studienmöglichkeiten und neue fachliche Perspektiven.

Über die fakultätsspezifischen Auslandsprogramme hinaus profitieren Studierende der RWTH von den strategischen Partnerschaften der Hochschule mit internationalen Universitäten. So können sie zum Beispiel im Rahmen ihrer Studienarbeiten kurze Aufenthalte an einer der IDEA-League-Hochschulen absolvieren. Das deutschlandweit einzigartige UROP-Abroad-Programm bietet die Möglichkeit, schon in der Bachelorphase an Forschungsprojekten internationaler Hochschulen teilzunehmen. Gefördert werden diese Auslandsaufenthalte teilweise durch RWTH-spezifische Finanzierungshilfen.

Alle Kooperationsprogramme der RWTH werden vorgestellt auf den Webseiten zum Austauschstudium. Fachspezifische Angebote werden auf der Fachgruppenwebseite zur internationalen Vernetzung veröffentlicht.

 

Voraussetzungen

Persönliche Voraussetzungen

Unabdingbar für ein geowissenschaftliches Studium sind Interesse an Naturwissenschaften, insbesondere an geowissenschaftlichen und technischen Fragestellungen, Bereitschaft zur Arbeit am Rechner, im Labor, auf Baustellen und in Bergwerken, teilweise auch unter extremen Bedingungen in strukturschwachen Gebieten, gute gesundheitliche Konstitution, gute Mathematik-, EDV- und Sprachkenntnisse und experimentelles Geschick. Zur Intensivierung und Vervollständigung des Vorwissens bietet die RWTH Studieninteressierten vor Studienbeginn ein Vorkursprogramm.

Einschreibungsvoraussetzung

Nachweis des absolvierten RWTH-Studienfeld-SelfAssessment "Georessourcen und Materialtechnik"

 

Mediathek

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Entscheidungshilfen

Der Studiengang Georessourcenmanagement hat seinen Ursprung in der Geologie und Mineralogie, die sich mit den Prozessen und Materialien des Erdinneren beschäftigen, während die physische Geographie überwiegend mit den Strukturen und Prozessen an der Erdoberfläche befasst ist. Neben dem Wirkungsfeld lässt sich die Ausbildung in diesem Studiengang durch die naturwissenschaftlich geprägten Inhalte ((Mathematik, (Geo-)Physik, (Geo-)Chemie)) vom Studiengang „Angewandte Geographie“ abgrenzen. Dagegen sind im Studiengang „Angewandte Geowissenschaften“ sowohl die geowissenschaftlichen als auch naturwissenschaftlichen Inhalte noch stärker ausgeprägt. Darüber hinaus besitzt der Studiengang „Georessourcenmanagement“ ein Alleinstellungsmerkmal mit der fachübergreifenden Ausbildung in den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Im Gegensatz zu den wirtschaftswissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Studiengängen ist das Studium des Georessourcenmanagement eindeutig naturwissenschaftlich geprägt. Der Begriff „Management“ bezieht sich also nicht unbedingt auf die klassische betriebwirtschaftliche Leitungsfunktion, sondern auf die kompetente Verknüpfung von geowissenschaftlichem mit planerischem Sachverstand. Wer das Fachgebiet und den Studiengang besser kennenlernen will, ist herzlich eingeladen, schon während der Schulzeit Vorlesungen zu besuchen. Erste Eindrücke bieten auch die Schüleruniversität, die Hochschulhospitationswoche oder das Schnupperstudium für Mädchen.

 

Berufsperspektiven

Aufgrund ihrer geowissenschaftlichen Spezialkenntnisse und ihrer wissenschaftlichen Grundlagen mit interdisziplinärem Hintergrund sind Absolventinnen und Absolventen der RWTH sowohl im strategisch-planerischen Arbeitsumfeld als auch im Bereich der Forschung und Entwicklung tätig. Georessourcenmanagerinnen und -manager finden zum Beispiel Einstellungsmöglichkeiten in national und international operierenden Unternehmen der Rohstoffindustrie. Sie kennen die geologischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und können sie bewerten. Dies qualifiziert sie besonders für Tätigkeiten, in denen komplexe Projekte gesteuert werden müssen - so zum Beispiel im Rohstoffabbau, im internationalen Rohstoffhandel, in der Wasserversorgung und im Umweltmanagement. In der Unternehmensberatung oder der Bau- und Versicherungswirtschaft zählen die Bewertung von Georisiken und die Begutachtung von Schadensfällen zu ihren Tätigkeiten. Im öffentlichen Dienst bieten Ämter und Ministerien, Behörden und kommunale Einrichtungen eine breite Palette von beruflichen Perspektiven.

 

Masterperspektiven

Im Anschluss an das Bachelorstudium bietet die RWTH ein gleichnamiges Masterprogramm mit den Spezialisierungsbereichen Rohstoffmanagement und Umweltmanagement an. Die Studierenden entscheiden sich von Beginn an für eine der beiden Vertiefungen. Auch der Masterstudiengang zielt auf die Vermittlung von Kompetenz in der betriebs- und rohstoffwirtschaftlichen, aber auch rohstoff- und umweltpolitischen Entscheidungsfindung. Er vermittelt die Kompetenzen, vorhandene Potentiale an Georessourcen unter Berücksichtigung von Georisiken und konkurrierenden Nutzungsansprüchen zu bewerten. Diese Befähigung zu einer Gesamtanalyse, die sowohl das wirtschaftliche Umfeld als auch die ökologischen, soziologischen, technologischen und geologische Faktoren des Umweltschutzes berücksichtigt, macht Absolventinnen und Absolventen der RWTH zu weltweit geschätzten Fachleuten.

 

Prüfungsordnung

Die Prüfungsordnung regelt Studienziele, Studienvoraussetzungen, Studienablauf und Prüfungen. Sie enthält in ihrem Anhang die Beschreibung der Module, aus denen sich der Studiengang zusammensetzt.

 

Fakultät

Der Bachelorstudiengang Georessourcenmanagement wird angeboten von der Fachgruppe für Geowissenschaften und Geographie in der Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik.