Medizin, Modellstudiengang, Staatsexamen

 

Steckbrief

Eckdaten

Abschluss:
Staatsexamen
Studienbeginn:
Wintersemester
Regelstudienzeit:
12 Semester
Sprache:
Deutsch

Zugangsvoraussetzungen

  • Abitur oder eine gleichwertige HZB Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Allgemeine Hochschulreife (Abitur), Fachgebundene Hochschulreife oder eine als gleichwertig anerkannte Hochschulzugangsberechtigung (HZB)

  • Sprachkenntnisse in Deutsch Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Zur Einschreibung in diesen Studiengang muessen Sie Kenntnisse in der Unterrichtssprache nachweisen. Details regelt die Pruefungsordnung.

Zulassung für Erstsemester

beschränkt
NC für WiSe 2016

Zulassung höhere Semester

beschränkt
NC 2.-10. Fachsemester
frei
ab Fachsemester 11

Termine und Fristen

 

Die Frustration am Anfang des Medizinstudiums ist oft groß: Hörsaal statt Patientenkontakt, graue Theorie statt ärztlicher Praxis!

Fächer wie Anatomie, Biochemie und Physiologie prägen die ersten Semester. Die Freude am Studium und die ursprüngliche Begeisterung für den Arztberuf bleiben dabei allzu oft auf der Strecke.

Mit ihrem Modellstudiengang Medizin geht die RWTH schon seit 2003 einen neuen Weg: Ihr innovatives Studienkonzept verzahnt Vorklinik und Klinik schon ab dem ersten Semester. Neben besten Examensergebnissen erzielt sie damit einen weiteren Effekt: Diese Form des Studiums macht nicht nur den Studierenden viel mehr Freude, sondern auch den Dozentinnen und Dozenten!

Früher Kontakt mit Patientinnen und Patienten

Medizinstudium in Aachen bedeutet Praxis und Patientenkontakt vom ersten Tag an – auch wenn Kommilitoninnen und Kommilitonen oder geduldige Dummys im Skillslab die ersten Übungsobjekte sind. Mit dem Einführungskurs in Erste Hilfe, Notfallmedizin und Hygiene werden schon in den ersten Wochen Zeichen gesetzt für ein Studienkonzept, das mehr Lust aufs Lernen macht. In den weiteren Studienabschnitten schafft die Verknüpfung von Vorklinik und Klinik täglich Möglichkeiten, die ärztliche Praxis kennenzulernen. Studierende begleiten und beobachten ihre Dozentinnen und Dozenten am Krankenbett und können so sehr früh mit der Umsetzung des Gelernten beginnen. Sie lernen, Fakten immer in den Gesamtkontext einzuordnen – eine Denkweise, die die zukünftigen Ärztinnen und Ärzte auch später in Diagnostik und Therapie leiten wird.

Organzentrierte Lehre

Statt des traditionellen fachzentrierten Unterrichts bietet der Modellstudiengang interdisziplinäre Lehre, die konsequent jedes Thema aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven betrachtet. Anstelle von Einzelfakten lernen Studierende Bau, Funktion und pathogenetische Prinzipien der Organe und Organsysteme kennen. Diese Multiperspektivität schult angehende Medizinerinnen und Mediziner in Bezug auf ihre zukünftigen Problemlösungsfähigkeiten in Diagnostik und Therapie.

Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis

Der Modellstudiengang vermittelt ab dem ersten Semester eine Kombination aus fachlichen Grundlagen und praktischen Fertigkeiten. Gleichzeitig machen angehende Ärztinnen und Ärzte sich mit den wissenschaftlichen Strukturen, Konzepten und Methoden vertraut, die zum Gewinn neuer Erkenntnisse führen und Forschungsfortschritte ermöglichen. Sie lernen Chancen, aber auch Probleme und Fehlerquellen wissenschaftlichen Vorgehens kennen. Dies versetzt sie später in die Lage, theoretisches Wissen effizient in die Praxis umzusetzen.

 

Studienverlauf

Studienstruktur

Die Kombination von vorklinischen und klinischen Fächern wird unterstützt durch neue Lehr- und Lernformen. Wesentlicher Bestandteil des Medizinstudiums an der RWTH sind problemorientierte
Lerngruppen – eingebettet in systematische Kurse mit Einführungsvorlesungen und klassischen
Praktika. Das Aixtra-Skillslab bietet die Möglichkeit, alle praktischen Fertigkeiten zu üben, bevor sie
an Patientinnen und Patienten angewendet werden. Mehr zu den Lehrformen

Studienabschnitte Inhalte und Prüfungen
Semester 1-2 Einführungswochen: Grundlegende Prinzipien der Hygiene, der Ersten Hilfe und der Notfallmedizin, Angleichung der naturwissenschaftlichen Vorbildung an den für das Medizinstudium erforderlichen Stand, Einführung in die allen Organsystemen zugrundeliegenden Prinzipien der Zellbiologie, Einführung in die grundlegenden Organsysteme, Einführung in die psychischen Störungen
Semester 3-6

Die einzelnen Organsysteme des menschlichen Körpers: Bau, Funktion, organspezifische Möglichkeiten der Krankheitsentstehung, exemplarische Besprechung von typischen und wichtigen Krankheitsbildern. Der interdisziplinäre Unterricht wird gemeinsam von Vorklinikern, klinischen Theoretikern und Klinikern durchgeführt. Untersuchungskurse

Beginn der Wahlpflichtveranstaltungen, Individuelle Schwerpunktsetzung

Prüfung Ärztliche Basisprüfung (Erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung)
Semester 7-10 Training der praktischen, diagnostischen und therapeutischen Kenntnisse und Fertigkeiten am Krankenbett, klinische Blockpraktika, diagnoseorientierte Vorlesungen, Untersuchungskurse, Wahl-Freisemester, beispielweise Auslandsaufenthalt, Forschung, Dissertation
Prüfung Zweiter Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, bundeseinheitliches Examen
Semester 10-12 Praktisches Jahr, jeweils vier Monate praktische Ausbildung in den Abteilungen der Chirurgie, der Inneren Medizin und in einem Wahlfach bzw. der Allgemeinmedizin
Prüfung Dritter Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (Mündliche Prüfung)

Weitere Details zum Studienverlauf finden Sie auf dieser Webseite der Medizinischen Fakultät.

Individuelle Qualifikationsprofile

Der Aachener Modellstudiengang bietet Studierenden die Möglichkeit, Wahlpflichtveranstaltungen aus inhaltlich zusammenhängenden Themengebieten zu einem Individuellen Qualifikationsprofil zu kombinieren. Außerdem können zusätzliche Kompetenzen in verschiedenen medizinischen und medizinnahen Bereichen erworben werden. Qualifikationsmöglichkeiten werden in unterschiedlichen Themenfeldern angeboten:

• Biomedizinische Grundlagenforschung
• Palliativmedizin
• Sport- Flug- und Reisemedizin
• Schmerztherapie
• Molekularmedizin
• Biowerkstoffe
• Intensiv- und Notfallmedizin
• Infektiologie
• Grenzbereiche von Medizin und Technik
• Kommunikationswissenschaften

Die individuelle Schwerpunktsetzung kann Grundstein für eine weitere wissenschaftliche Tätigkeit sein und den direkten Weg zu einer Promotion in diesem Themengebiet eröffnen. Mehr zu den Qualifikationsprofilen

Auslandsprogramme

Die Medizinische Fakultät fördert die Mobilität ihrer Studierenden und unterhält weltweit Partnerschaften mit hochrangigen Universitäten. Im EU-Mobilitätsprogramm ERASMUS+ bietet sie Studienmöglichkeiten an 64 renommierten europäischen Universitäten. Das Kooperationsabkommen ALMA der Universitäten Aachen, Lüttich und Maastricht ermöglicht Studierenden, für einen festgelegten Zeitraum Veranstaltungen an den drei Partneruniversitäten zu belegen. Darüber hinaus kann zum Beispiel das Praktische Jahr in einem internationalen Krankenhaus absolviert werden. Auch hier kommen den Aachener Studierenden die Grenzlage und der ALMA-Verbund entgegen.

Wer die Famulatur im internationalen Kontext absolvieren möchte, findet viele Möglichkeiten, diesen Wunsch zu realisieren. Der Deutsche Famulantenaustausch vermittelt Famulaturen im europäischen und außereuropäischen
Ausland, auch im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit.

Die fakultätseigene Auslandsstudienberatung unterstützt Studierende bei der Vorbereitung und berät zu allen Fragen der Anerkennung im Ausland erbrachter Leistungen.

 

Voraussetzungen

Persönliche Voraussetzungen

Eine gute naturwissenschaftliche Vorbildung in den Fächern Biologie, Chemie und Physik erleichtert den Einstieg ins Studium der Medizin. Da Krankheiten auf Zellebene entstehen, ist das grundlegende Interesse an biologischen Vorgängen im menschlichen Körper unerlässlich. An der RWTH können Studierende studienbegleitend ihre naturwissenschaftliche Kenntnisse auffrischen: Vorkurse

Formale Voraussetzung

Voraussetzung für eine Einschreibung zum ersten Semester ist ein Zulassungsbescheid. Deutsche Staatsangehörige, Angehörige eine EU- oder EWG-Staates und alle Studieninteressierten mit einer deutschen Hochschulzugangsberechtigung bewerben sich um eine Zulassung bei Hochschulstart (Stiftung für Hochschulzulassung). Alle anderen Personen müssen sich direkt an der RWTH Aachen bewerben.

Krankenpflegedienst

Wie im Regelstudiengang müssen auch die Studierenden des Modellstudiengangs ein Krankenpflegepraktikum von insgesamt 90 Tagen nachweisen. Es sollte idealerweise vor dem Studium absolviert werden, kann aber gegebenenfalls auch studienbegleitend nachgeholt werden. Wer dies plant, sollte beachten, dass vor Beginn des zweiten Studienabschnitts (also vor dem 3. Semester) mindestens zwei Monate Krankenpflegedienst nachgewiesen werden müssen.

Internationale Bewerberinnen und Bewerber

Bewerberinnen und Bewerber aus Staaten, die nicht der EU oder EWG angehören, müssen - sofern sie keine deutsche Hochschulzugangsberechtigung besitzen - für eine Bewerbung ab dem Wintersemester 2016/17 einen gültigen TestAS (Test für Ausländische Studierende) in deutscher Sprache einreichen. Bitte achten Sie darauf, dass Sie sich rechtzeitig für die Teilnahme am TestAS anmelden und den TestAS Ihrer Bewerbung beilegen. Der TestAS muss in deutscher Sprache abgelegt werden und neben dem Kerntest das Modul „Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften“ umfassen. Zur Homepage TestAs

 

Entscheidungshilfen

Im Hinblick auf eine selbstkritische Überprüfung der Beweggründe zur Wahl des Medizinstudiums ist der Krankenpflegedienst vor dem Studium ein guter Test. Während des Krankenpflegedienstes gilt es herauszufinden, ob sich der Berufswunsch tatsächlich mit den eigenen Fähigkeiten und Neigungen vereinbaren lässt. Dies lässt sich noch besser mit einer Berufsausbildung im medizinischen Bereich realisieren. Wer in seiner Studienentscheidung noch unsicher ist, kann so Erfahrungen sammeln und gleichzeitig Wartezeit aufbauen. Eine Berufsausbildung wird von anderen Universitäten auch als Kriterium bei der Studienplatzvergabe berücksichtigt. Wenn die Interessen eher nicht im therapeutischen Bereich liegen, können Studieninteressierte auch Alternativen wie Naturwissenschaften, Biomedizin, Molekulare Medizin, Klinische Neurowissenschaften et cetera in Betracht ziehen.

 

Berufsperspektiven

Das ärztliche Berufsfeld ist sehr breit gefächert. In erster Linie ist hier sicherlich die Tätigkeit als Ärztin oder Arzt in einem Krankenhaus oder einer eigenen Praxis zu nennen.

Wer weniger patientenzentriert arbeiten möchte, kann Anstellung in Forschung und Lehre finden, beispielsweise. an Hochschulen oder anderen Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Auch die pharmazeutische Industrie bietet Einstiegsmöglichkeiten, zum Beispiel in Entwicklung und Vertrieb von Arzneimitteln. Darüber hinaus sind administrative Tätigkeiten bei Krankenkassen oder im öffentlichen Gesundheitsdienst eine gute Alternative für Medizinerinnen und Mediziner, die nicht therapeutisch tätig sein möchten.

 

Prüfungsordnung

Die Prüfungsordnung regelt rechtsverbindlich Studienziele, Studienvoraussetzungen, Studienablauf und Prüfungen. Sie enthält in ihrem Anhang die Beschreibung der Module, aus denen sich der Studiengang zusammensetzt.

 

Fakultät

Der Modellstudiengang Medizin wird von der Medizinischen Fakultät angeboten. Auf der Fakultätswebseite finden Sie weitere Informationen zum Studiengang.