Werkstoffingenieurwesen B.Sc.

 

Steckbrief

Eckdaten

Abschluss:
Bachelor of Science
Studienbeginn:
Wintersemester
Regelstudienzeit:
6 Semester
ECTS-Punkte:
180Mehr Informationen

Was ist damit gemeint?

ECTS sind Leistungspunkte, die den Arbeitsaufwand im Studium messen.

Sprache:
Deutsch

Zugangsvoraussetzungen

  • Abitur oder eine gleichwertige HZB Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Allgemeine Hochschulreife (Abitur), Fachgebundene Hochschulreife oder eine als gleichwertig anerkannte Hochschulzugangsberechtigung (HZB)

  • Sprachkenntnisse in Deutsch Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Zur Einschreibung in diesen Studiengang muessen Sie Kenntnisse in der Unterrichtssprache nachweisen. Details regelt die Pruefungsordnung.

Zulassung für Erstsemester

frei
kein NC für WiSe 2016

Zulassung höhere Semester

frei
kein NC

Einschreibungsvoraussetzungen

  • SelfAssessment Mehr Informationen

    SelfAssessment

    Die RWTH-SelfAssessments sind Online-Beratungsverfahren zur Studienentscheidung. Die Teilnahme an einem (selten zwei) dieser SelfAssessments ist verpflichtend. Welches SelfAssessment für dieses Fach absolviert werden muss, lesen Sie in der Studiengangbeschreibung unter "Voraussetzungen". Zur Einschreibung (nicht schon zur Bewerbung) muss die Teilnahme am studienfeldspezifischen SelfAssessment nachgewiesen werden. Die Teilnahmebescheinigung können Sie sich selbst ausdrucken.

Termine und Fristen

 

Haifischhaut, Biokeramiken, gewaltige Stadiondachkonstruktionen oder ultraleichte Autokarosserien – rund 70 Prozent aller technischen Innovationen basieren auf neu entwickelten Werkstoffen. Ingenieurinnen und Ingenieure sind unaufhörlich auf der Suche nach idealen Werkstoffen oder maßgeschneiderten Werkstoffkombinationen für bestimmte Einsatzbereiche, zum Beispiel Automobil, Flugzeug oder Smartphone.

Die grundlegenden Voraussetzungen schafft das Werkstoffdesign: Hier werden neben reinen Werkstoffen vor allem innovative Kombinationen erprobt, in denen unterschiedliche Materialien so miteinander verbunden werden, dass ein maßgeschneidertes Produkt mit Charakteristika beider Ausgangsstoffe entsteht. So werden beispielsweise im Verbund mit Holzfasern neue Metalle hergestellt, die extrem leicht sind und keine Wärme leiten.

Ein weiterer Forschungsbereich optimiert die Werkstoffherstellung: Gläser, Keramiken und unterschiedliche Metalle werden passgenau entwickelt, um zum Beispiel intelligente Oberflächen, biokompatible Materialien oder Werkstoffe für den Leichtbau zu produzieren.

Ein dritter Fokus des Werkstoffingenieurwesens liegt auf innovativen Verarbeitungsprozessen für neue Werkstoffe, beispielsweise in der Verbesserung von Fahrzeugkonzepten oder der Herstellung maßgeschneiderter Maschinen zur Ur- und Umformung. Bei der Optimierung von Herstellungs-, Verarbeitungs- und Recyclingprozessen findet nicht nur die Effizienz besondere Beachtung, sondern auch die Umweltverträglichkeit: Abgase werden reduziert, Abfallprodukte wiederverwertet und Energie zurückgewonnen.

Bei der Entwicklung neuer Werkstoffe steht neben der Funktionalität also auch immer der sorgsame Umgang mit vorhandenen Ressourcen im Fokus der Forschung.

Wer bei Werkstofftechnik an schmutzige Hallen und grobe Handarbeit denkt, liegt nicht völlig falsch. Doch in erster Linie wird hier Hightech-Forschung betrieben: Werkstoffingenieurinnen und -ingenieure experimentieren in hochspezialisierten Laboren. Topmoderne Computersimulationsprogramme ermöglichen es ihnen, realitätsgetreu, kosteneffizient und ressourcenschonend zu forschen. Dabei stehen nicht nur Metalle wie Stahl und Aluminium im Mittelpunkt. Besonders in Feldern wie der Medizintechnik gewinnen mineralische Werkstoffe an Relevanz.

Die Expertise an der RWTH ausgebildeter Werkstoffingenieurinnen und -ingenieure reicht von metallischen über mineralische Werkstoffe bis zur Prozesstechnik. Um der fachlichen Breite gerecht zu werden, bietet das Bachelorprogramm keine Spezialisierungen an; im anschließenden Masterstudium können Studierende aus einer Fülle von Vertiefungsrichtungen wählen.

 

Studienverlauf

Studienstruktur
Semester Mathematik / Naturwissenschaften Fachspezifische Grundlagen Vertiefung
1 Lineare Algebra I,
Differential- & Integralrechnung I, Chemie
Technische Mechanik I, Kristallographie
2 Lineare Algebra II,
Differential- & Integralrechnung II, Physik
Dynamik technischer Systeme,
Technische Mechanik II, Antriebstechnik des Schwermaschinenbaus
3 Physikalische Chemie Materials Chemistry I, Werkstoffphysik I, Prozessmesstechnik, Simulationstechnik Werkstoffphysik II, Transportphänomene I
4 Maschinenkomponenten Werkstofftechnik der Metalle, Metallurgie und Recycling, Transportphänomene II
5 Werkstoffcharakterisierung, Prozesscharakterisierung Werkstoffverarbeitung: Gießen und Umformen, Werkstofftechnik: Glas und Keramik,
Materials Chemistry II
6 Betriebspraktikum (12 Wochen) und Bachelorarbeit (3 Monate)

Mehr Details zum Studienablauf finden Sie in der Studiengangbeschreibung der Fachgruppe

Praxiseinblicke und Praktikum

Zu den meisten Vorlesungen des Grundlagenbereichs werden Kleingruppenübungen angeboten, in denen das Erlernte vertieft und angewendet wird. In einem Block aus Institutspraktika und Exkursionen (beides weltweit möglich) lernen Studierende bereits während ihres Studiums fachspezifische Arbeitsweisen in Forschung und Produktion kennen und erhalten sehr früh Einblicke in unterschiedliche Anwendungsbereiche. Im sechsten Semester wird ein Betriebspraktikum von zwölf Wochen absolviert.

Nichttechnische Fächer

Mit zusätzlichen Fächern wie „Methoden der Projektarbeit“ und „Einführung in die Betriebswirtschaftslehre“ wird bereits im Studium berücksichtigt, dass Ingenieure zunehmend im Management oder in projektverantwortlichen Positionen arbeiten. Weitere nicht technische Fächer können aus einem festen Angebotskatalog gewählt werden.

Auslandsprogramme

Deutschland ist zurzeit weltweit anerkannter Hotspot der Werkstoffentwicklung und exportiert entsprechendes Expertenwissen, daher wird internationale Erfahrung für angehende Spezialistinnen und Spezialisten immer wichtiger.

Die Fachgruppe für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik pflegt mit einer Vielzahl europäischer und nicht-europäischer Hochschulen feste Forschungs- und Lehrkooperationen. Das EU-Mobilitätsprogramm ERASMUS+ gibt Studierenden die Gelegenheit, ein bis zwei Semester an einer anderen europäischen Universität zu studieren. Insgesamt werden Kontakte zu über 60 renommierten Hochschulen auf allen Kontinenten gepflegt, alleine in Asien zu 34 Universitäten. Weitere Kooperationen führen Studierende nach Nord- und Südamerika sowie Australien.

Über die fakultätsspezifischen Auslandsprogramme hinaus profitieren Studierende der RWTH von den strategischen Partnerschaften der Hochschule mit internationalen Universitäten. So können sie beispielweise im Rahmen ihrer Studienarbeiten kurze Aufenthalte an einer der IDEA League-Hochschulen absolvieren. Gefördert werden diese Auslandsaufenthalte teilweise durch RWTH-spezifische Finanzierungshilfen.

Alle Kooperationsprogramme der RWTH werden vorgestellt auf den Webseiten zum Austauschstudium. Zur Planung des Auslandsaufenthaltes bietet die Fachgruppe ein eigenes Beratungssystem an.

 

Voraussetzungen

Persönliche Voraussetzungen

Wenn Sie Werkstoffingenieurwesen studieren wollen, sollten Sie ein Interesse an Mathematik, Physik, Chemie und vor allem eine Begeisterung für Technik mitbringen. Die vorherige Belegung entsprechender Leistungskurse ist empfehlenswert, aber nicht zwingend erforderlich. Entscheidend ist hier Ihr persönliches Interesse und Engagement, sich mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Inhalten während der Studieneingangsphase ggf. stärker auseinanderzusetzen. Zur Intensivierung und Vervollständigung Ihres Wissens bietet die RWTH Ihnen vor Studienbeginn ein Vorkursprogramm. Eine Belegung dieser Kurse ist Ihnen dringend zu empfehlen. Insbesondere sollten Sie in Erwägung ziehen, speziell den Vorkurs "Intensivkurs Differential- und Integralrechnung I" zu besuchen.

Einschreibungsvoraussetzung

RWTH-Studienfeld-SelfAssessment "Georessourcen und Materialtechnik"

 

Entscheidungshilfen

Der Studiengang Werkstoffingenieurwesen ist eindeutig den Ingenieurwissenschaften zuzuordnen. Grundlegend für ein erfolgreiches und glückliches Studium im Bereich Werkstoffingenieurwesen ist daher Ihr Interesse an Technik. Der verwandte Studiengang Materialwissenschaften ist zum Beispiel wesentlich naturwissenschaftlicher geprägt. Im Werkstoffingenieurwesen geht es um die Kombination verschiedener Werkstoffe, um Prozesse und die Verarbeitung diverser Materialien. Die Materialwissenschaftler beschäftigen sich eher mit der Grundlagenforschung, das heißt, schwerpunktmäßig designen sie den Werkstoff, bevor er von den Werkstoffingenieuren weiterentwickelt und verarbeitet wird. Sie sollten also vor Eintritt in das Studium überlegen, ob Sie eher technisch oder eher naturwissenschaftlich interessiert sind.

Das Studium Werkstoffingenieurwesen erfordert eine hohe Motivation und Eigeninitiative. Sie durchlaufen zunächst, wie bei Ingenieursstudiengängen üblich, ein Grundlagenstudium der Fächer Mathematik, Physik und Chemie. Die Mathematik ist dabei im Vergleich zu den Studiengängen Materialwissenschaften oder Maschinenbau leicht reduziert und weniger anspruchsvoll. Sie dient dennoch als Grundlage für alle folgenden Fächer.
Wenn Sie sich selbst noch einmal überprüfen möchten, sind Sie herzlich eingeladen, schon als Schülerin oder Schüler Vorlesungen zu besuchen. Erste Eindrücke können Sie auch in der Schüleruniversität, in der Hochschulhospitationswoche oder im Schnupperstudium für Mädchen sammeln. Die Fachgruppe für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik bietet auch die Möglichkeit, schon in der Schulzeit ein Praktikum an einem der Institute zu machen.

 

Mediathek

Sie wünschen sich noch mehr Einblicke und Eindrücke? Nutzen Sie die Vielfalt der Informationsmöglichkeiten! Unsere Empfehlungen finden Sie in der Mediathek.

 

Berufsperspektiven

Die Berufsperspektiven für Werkstoffingenieurinnen und -ingenieure sind hervorragend. Da sie in einer exklusiven ingenieurwissenschaftlichen Nische studiert haben, ist das Verhältnis von Absolventinnen, Absolventen und Stellenangeboten außerordentlich günstig. Hinzu kommt, dass Werkstoffentwicklung und Recycling immer
wichtiger werden – speziell im Hinblick auf zunehmende Umweltschutzauflagen sowie Rohstoff- und Ressourcenknappheit. Ein weiterer Grund für die gute Arbeitsmarktprognose ist die Bedeutung Deutschlands als einer der international führenden Standorte in der Werkstoffforschung und -entwicklung.

Absolventinnen und Absolventen der RWTH stehen aufgrund ihrer Expertise viele Tätigkeitsbereiche offen – in erster Linie in der werkstofferzeugenden und -verarbeitenden Industrie, aber auch in Forschungseinrichtungen und Entwicklungsabteilungen oder Behörden. Hier sind sie vor allem in der Werkstoffentwicklung, -produktion
und -prüfung sowie in der Metallerzeugung und -verarbeitung tätig; weitere Anwendungsbereiche sind Prozess-, Anlagen- und Prozessleittechnik.

Aufgrund der fachlichen Breite ihrer Ausbildung finden Ingenieurinnen und Ingenieure mit dem RWTH-typischen Blick über den Tellerrand auch Betätigungsfelder in Umweltschutz, Vertrieb, Schadensfallanalyse, Medizintechnik und Unternehmensberatung. Weitere Einstellungschancen bieten sich bei Dienstleistungsunternehmen im Bereich Werkstoff- und Abnahmeprüfung.

Informationen zu den beruflichen Möglichkeiten und interessante Absolventenproträts bietet auch die Webseite der Fachgruppe.

 

Masterperspektiven

Im Masterstudium Werkstoffingenieurwesen kann aus einer Vielzahl von Spezialisierungsmöglichkeiten gewählt werden: Allgemeine Metallkunde und Metallphysik, Bildsame Formgebung, Eisenhüttenkunde, Gießereiwesen, Glas und keramische Verbundwerkstoffe, Hochtemperaturtechnik, Keramik und feuerfeste Werkstoffe, Metallurgie, Eisen und Stahl, Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling, Korrosion und Korrosionsschutz.

Durch ein in den Studienverlauf integriertes Industriepraktikum lernen Studierende unterschiedliche Firmen und Tätigkeitsbereiche kennen und knüpfen wichtige Kontakte für den folgenden Berufseinstieg.

 

Prüfungsordnung

Die Prüfungsordnung regelt Studienziele, Studienvoraussetzungen, Studienablauf und Prüfungen. Sie enthält in ihrem Anhang die Beschreibung der Module, aus denen sich der Studiengang zusammensetzt.

 

Fakultät

Der Bachelorstudiengang Werkstoffingenieurwesen wird angeboten von der Fachgruppe Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in der Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik.

Die Fachgruppe für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik gehört zu den weltweit führenden Innovationszentren in der Werkstofftechnik. In Lehre und Forschung schafft sie eine einzigartige Symbiose aus naturwissenschaftlich geprägter Erforschung der Materialeigenschaften und ingenieurwissenschaftlich orientierter Entwicklung von Werkstoffen, Verarbeitungsverfahren und Werkstoffanwendungen.