Sonderanträge

 

Die Kriterien des Auswahlverfahrens ermöglichen es zwar, alle Bewerberinnen und Bewerber nach gleichen Maßstäben zu behandeln und somit die Studienplatzvergabe korrekt und nachprüfbar durchzuführen, können aber nicht jedem Einzelfall gerecht werden.

Es gibt besondere persönliche Situationen, die nicht allein nach den allgemein gültigen Auswahlkriterien „Durchschnittsnote“ und „Wartezeit“ beurteilt werden können.

Daher besteht die Möglichkeit, in begründeten Fällen Sonderanträge zu stellen. Diese dienen dazu, Nacheile im Auswahlverfahren zu vermeiden.

Einen Überblick über mögliche Sonderanträge haben wir für Sie einmal kompakt dargestellt.

 

Übersicht möglicher Sonderanträge

Ableistung eines Dienstes: freiwilliger Wehrdienst, Bundesfreiwilligendienst, Freiwilligenjahr

Studieninteressierte, die einen Dienst leisten möchten, sollten sich unbedingt schon vor dem Dienst oder während des Dienstes für einen NC-Studiengang bewerben, denn eine Zulassung vor oder während des Dienstes kann nach dem Dienst „eingelöst“ werden: Den Zulassungsbescheid bitte gut aufbewahren, nach dem Dienst erneut bewerben und dem Bewerbungsantrag die Kopie dieser Zulassung sowie die beglaubigte Kopie der Dienstbescheinigung beilegen. Dies führt in der Regel zur sofortigen Zulassung. So haben Sie keinen Nachteil durch eine mögliche Verschärfung des NC während Ihres Dienstes (Vorsicht bei sehr kleinen Studiengängen! Hier kann die Anzahl der Studieninteressierten mit Anspruch auf erneute Auswahl höher sein als die Anzahl der Studienplätze. Dann wird gelost!).

Wenn Ihr Studienfach beziehungsweise Studiengang zum Dienstbeginn nicht bewerbungspflichtig ist (so dass Sie sich gar nicht bewerben können) und dann nach Ihrem Dienst zum NC-Fach wird, gilt dieser Grundsatz auch: Sie bewerben sich und werden vorrangig zugelassen.

Als Dienst gilt: Freiwilliger Wehrdienst, Bundesfreiwilligendienst, Freiwilliges Ökologisches oder Soziales Jahr, Europäischer Freiwilligendienst, Internationaler Jugendfreiwilligendienst, die Dienste „Weltweit“ und „Kulturwärts“, sowie die Betreuung eines Kindes / eines pflegebedürftigen Angehörigen.

Genauere Informationen finden Sie in den Merkblättern von hochschulstart. Diese Regelungen gelten analog für das RWTH Vergabeverfahren.

Nachteilsausgleich

Einige Studieninteressierte haben durch besondere Lebensumstände Nachteile bei der Studienplatzbewerbung. So kann zum Beispiel durch Krankheit oder familiäre Umstände die Abiturnote schlechter ausgefallen sein, als zu erwarten gewesen wäre – oder der Abschluss des Abiturs hat sich unverschuldet verzögert (hier können auch Leistungssportlerinnen und Leistungssportler betroffen sein!). In solchen Fällen kann in Kooperation mit der Schule eine bessere Abiturnote festgesetzt oder zusätzliche Wartezeit angerechnet werden.

Härtefälle

In anderen Fällen kann zum Beispiel eine Krankheit den sofortigen Studienbeginn zwingend erforderlich machen. Die Anerkennung als „Härtefall“ führt zu einer sofortigen Zulassung. Eine außergewöhnliche Härte liegt vor, wenn in der eigenen Person liegende besondere soziale oder familiäre Gründe die Aufnahme des Studiums zwingend erfordern.

Der Gesetz- und Verordnungsgeber hat bestimmt, dass ein geringer Teil der Studienplätze an Bewerberinnen und Bewerber vergeben werden können, für die die Nichtzulassung in dem gewünschten Studiengang eine außergewöhnliche Härte bedeuten würde.

Bevor Sie jedoch einen Sonderantrag stellen, prüfen Sie bitte selbstkritisch, ob er Aussicht auf Erfolg hat. Nicht jeder Grund, den Sie als relevant ansehen, kann bei der Studienplatzvergabe als „Sonderfall“ anerkannt werden. Gründe die Sie anführen, müssen eine gravierende Beeinträchtigung bedeuten. Legen Sie deshalb an Ihre eigene Begründung einen engen Maßstab an.

Zu diesen Ausnahmen, den korrekten Nachweisen und den Rechten, die die Betroffenen haben, informiert Sie das Studierendensekretariat individuell. Sie werden in jedem Fall Schulgutachten, ärztliche Atteste oder andere Nachweise benötigen.

Regelung für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler

Das Land Nordrhein-Westfalen und die RWTH Aachen fühlen sich der Förderung von Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern verpflichtet.

Daher hat die RWTH Aachen in Ihrer Zulassungssatzung von der durch das Land NRW eingeräumten Option Gebrauch gemacht.

Bewerberinnen und Bewerber, die einem auf Bundesebene gebildeten A-, B-, C- oder D/C-Kader eines Bundesfachverbandes des Deutschen Olympischen Sportbundes angehören, werden im örtlichen Auswahl- und Zulassungsverfahren der RWTH bevorzugt zum ersten Fachsemester zugelassen. Das heißt, dass Sie – unabhängig von ihrem Abiturdurchschnitt und ihrer Wartesemester – einen Studienplatz bekommen.

Sofern Sie einem entsprechenden Kader angehören, können Sie dies im Rahmen der Online-Bewerbung geltend machen. Sie müssen dies durch Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung des betreffenden Verbandes nachweisen.

Minderjährige

Zwei Prozent der Studienplätze sind für Bewerberinnen und Bewerber vorgesehen, die zum Zeitpunkt des Vorlesungsbeginn noch minderjährig sein werden und deren Hauptwohnung bei den Eltern in denen der RWTH Aachen zugeordneten Kreise oder kreisfreien Städte liegt. Details regelt § 23 der Vergabeverordnung NRW in der derzeit gültigen Fassung.

In dieser Quote werden Bewerber und Bewerberinnen nur dann berücksichtigt, wenn in den Standardquoten (Note, Wartezeit und Auswahl) kein Studienplatz zugewiesen werden kann.

Nachweis
Eine Meldebescheinigung, aus der hervorgeht, dass die Bewerberin beziehungsweise der Bewerber bei den Eltern in denen der RWTH Aachen zugeordneten Kreise oder kreisfreien Städte wohnhaft ist.

Zweitstudiumbewerberinnen und Zweitstudiumbewerber

Zum Personenkreis der Zweitstudiumbewerberinnen und Zweitstudiumbewerber zählen Sie, wenn Sie bis zum Ende der Bewerbungsfrist (Sommersemester: 15. Januar, Wintersemester: 15. Juli) bereits ein Zeugnis über den erfolgreichen Abschluss eines Studiums vorliegen und das Studium an einer deutschen Hochschule/Fachhochschule abgeschlossen haben.

Der Nachweis über das abgeschlossene Erststudium, in der Regel das Zeugnis, muss in amtlich beglaubigter Kopie und Begründung für das angestrebte Zweitstudium bis zum Ende der Nachreichfrist eingereicht werden.

Zweitstudium Medizin aus wissenschaftlichen Gründen

Wenn Sie bereits ein Hochschulstudium in Deutschland abgeschlossen haben und sich für ein Zweitstudium im Fach Medizin interessieren, beachten Sie bitte, dass Sie auf dieser Webseite nur Informationen zur Bewerbung aus wissenschaftlichen Gründen erhalten!

Lesen Sie sich deshalb bitte zunächst sorgfältig die Informationen der Stiftung für Hochschulzulassung durch:

Informationen zum Zweitstudium auf Hochschulstart

Wenn Sie ein Zweitstudium aus wissenschaftlichen Gründen aufnehmen möchten, sind die folgenden Informationen für Sie relevant:

Wissenschaftliche Gründe liegen vor, wenn im Hinblick auf eine spätere Tätigkeit in Wissenschaft und Forschung auf der Grundlage der bisherigen wissenschaftlichen und praktischen Tätigkeit eine weitere wissenschaftliche Qualifikation in einem anderen Studiengang angestrebt wird und dies glaubhaft nachgewiesen werden kann.

Wer aus wissenschaftlichen Gründen ein Zweitstudium aufnehmen möchte, muss sich zunächst über Hochschulstart bewerben und dort unter anderem folgende Unterlagen einreichen:

  • Beglaubigte Kopie des Abschlusszeugnisses des Erststudiums mit Note
  • Beglaubigte Kopien aller Belege und Nachweise über Studienleistungen und andere Tätigkeiten zur Begründung des Zweitstudienantrags
  • Ausführliche schriftliche Begründung für den Zweitstudienwunsch mit Angaben über die bisherige Ausbildung und berufliche Tätigkeit sowie zum angestrebten Berufsziel (alle Gesichtspunkte, die für ein Zweitstudium maßgeblich sind)
  • Kurze Bestätigung/Mitteilung, dass die RWTH Aachen um die Erstellung des Gutachtens gebeten wurde

Parallel müssen Sie dem Studierendensekretariat der RWTH Aachen, Super C, Templergraben 57, 52062 Aachen folgende Unterlagen vorlegen:

  • Beglaubigte Kopie des Abschlusszeugnisses des Erststudiums mit Note
  • Beglaubigte Kopien aller Belege und Nachweise über Studienleistungen und andere Tätigkeiten zur Begründung des Zweitstudienantrags (Gutachten, Empfehlungsschreiben, Publikationen, Beiträge)
  • Ausführliche schriftliche Begründung für den Zweitstudienwunsch mit Angaben über die bisherige Ausbildung und berufliche Tätigkeit sowie zum angestrebten Berufsziel (alle Gesichtspunkte, die für ein Zweitstudium maßgeblich sind)
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Ausgefülltes Formular „Aufnahme eines Zweitstudiums aus wissenschaftlichen Gründen“, welches Sie von Hochschulstart erhalten

Sobald die Unterlagen hier vorliegen, werden diese an die Medizinische Fakultät der RWTH Aachen zwecks Erstellung eines Gutachtens weitergeleitet. Anschließend wird das Gutachten von uns mit den übrigen Unterlagen spätestens bis zum 25. Juli (Wintersemester) an Hochschulstart gesandt.

Da die Erstellung des Gutachtens sowie der weitere Verfahrensablauf einige Zeit in Anspruch nimmt, werden Sie gebeten, die Unterlagen frühzeitig dem Studierendensekretariat vorzulegen.