Auswahlverfahren

 

Der Exploratory Research Space möchte nachvollziehbare und tragfähige Förderentscheidungen treffen. Hierfür sind ein adäquates Begutachtungsverfahren und eine geeignete Gutachterauswahl zwingend erforderlich. Die Auswahl der von ERS geförderten Projekte unterliegt einem klar definierten Code of Conduct. Für den Begutachtungsprozess hat ERS in Anlehnung an die Volkswagenstiftung Regeln guter Praxis aufgestellt, deren Einhaltung für die Gutachterinnen und Gutachter bindend ist.

 

Begutachtungsverfahren

Schematische Darstellung des ERS-Begutachtungsverfahrens ERS In der Abbildung ist das Begutachtungsverfahren für Seed und Boost Funds mit Angabe der Zeitskala schematisch dargestellt.

Zunächst erfolgt eine formale Prüfung durch das ERS-Management Team hinsichtlich der im Aufruf geforderten Kriterien. Wichtig sind hier insbesondere die Interdisziplinarität, also die Beteiligung von mindestens zwei Fakultäten der RWTH Aachen und die Einhaltung der geforderten maximalen Seitenzahl. Die weitere Ausgestaltung des Begutachtungsverfahrens ist abhängig von den einzelnen Programmformen.

Bei den ERS Seed Funds und den ERS Boost Funds werden die Projekte jeweils zwei Betreuerinnen und Betreuern aus dem ERS-Auswahlgremium zugewiesen. Hierbei wird darauf geachtet, dass diese eine möglichst große fachliche Nähe aufweisen und nicht voreingenommen oder befangen sind.

Die Betreuer bennen jeweils mindestens eine Gutachterin oder einen Gutachter aus dem Fachbereich des Projektantrags, so dass jedes Projekt mindestens durch zwei Gutachten bewertet wird. Dadurch werden alle wesentlichen Aspekte des Antrags kompetent abgedeckt.

 

Code of Conduct

  1. Exzellenz: Ziel der Projektbegutachtung ist die Beurteilung der wissenschaftlichen Exzellenz der Anträge.
  2. Unvoreingenommenheit: Alle Anträge werden gleich behandelt.
  3. Transparenz: Die Förderempfehlung erfolgt nach festgelegten Regeln und Verfahren. Antragsteller erhalten eine Rückmeldung zu den Begutachtungsergebnissen.
  4. Qualität: Die Begutachtung ist einheitlich und entspricht hohen Qualitätsstandards wie bei anderen nationalen und internationalen Verfahren.
  5. Vertraulichkeit: Alle Anträge und damit verbundenen Daten, Wissen und Dokumente werden vertraulich behandelt.
  6. Ethik und Integrität: Anträge, die grundsätzlichen ethischen Ansprüchen oder Regeln des Anstands nicht entsprechen, werden ausgeschlossen.
 

Projektanträge mit einem Volumen bis zu 50.000 Euro werden hochschulintern begutachtet. Projektanträge mit einem Volumen über 50.000 Euro und bis zu 75.000 Euro werden nach Ermessen der zuständigen Mitglieder des ERS-Auswahlgremiums durch hochschulinterne oder -externe Fachgutachterinnen und -gutachter begutachtet. Projektanträge mit einem Volumen über 75.000 Euro werden durch externe Fachgutachterinnen und -gutachter begutachtet.

Die Begutachtung erfolgt anhand eines formalisierten Fragebogens. Kriterien für die Projektauswahl sind die Originalität, die Interdisziplinarität, die Subsidiarität (zum Zeitpunkt der Antragstellung keine Chancen auf andere Förderung), die Teamstruktur, die Relevanz beziehungsweise Einfluss auf die Strategie der RWTH Aachen, die wissenschaftliche Herangehensweise und der Forschungsplan.

Die Gutachten werden vom ERS Management Team gesammelt und die anonymisierten Bewertungen in eine Übersicht aller Anträge aufgenommen. Wenn beide Betreuer des Auswahlgremiums starke Bedenken hinsichtlich der Qualität des Antrags haben, wird in Rücksprache mit dem ERS Steering Committee keine Begutachtung durchgeführt. In diesem Fall erstellen die beiden Betreuer ein Kurzgutachten, in dem die wesentlichen Kritikpunkte zusammengefasst werden. Das ERS-Auswahlgremium bespricht die Projekte anhand der anonymisierten Bewertungen und erarbeitet eine Förderempfehlung.

Die Bewilligung erfolgt in allen Fällen durch das Rektorat.

Anträge für Projekthäuser unterliegen einem zweistufigen Begutachtungsprozess. Nach einer Vorauswahl der eingereichten Projektskizzen durch ein ERS-Auswahlgremium werden ausgewählte Projekthausinitiativen zu einer Präsentation vor dem ERS-Auswahlgremium aufgefordert.

 

Auswahl der Gutachterinnen und Gutachter

Das ERS-Auswahlgremium achtet bei der Gutachterauswahl nicht nur auf die Expertise, sondern auch darauf, Voreingenommenheit, im positiven wie negativen Sinne, möglichst auszuschließen. Die ehrenamtlich Begutachtenden sollen auf ihrem jeweiligen Gebiet ausgewiesene Forscherinnen oder Forscher sein und den für eine sachliche Beurteilung notwendigen Überblick haben. Es wird sorgfältig darauf geachtet, dass Befangenheiten durch Kooperation oder Konkurrenz, Lehrer-Schüler-Beziehungen oder ähnliches vermieden werden. Die Anstragstellerinnen und Antragsteller haben die Möglichkeit, bestimmte Gutachterinnen und Gutachter auszuschließen.

Es werden Gutachterinnen und Gutachter aus dem In- und Ausland einbezogen. Hierbei stützen sich die Betreuenden des ERS-Auswahlgremiums nicht auf einen festen Gutachterstamm, sondern die Gutachterinnen und Gutachter werden nach den Erfordernissen der einzelnen Anträge ausgewählt.

Die Gutachterinnen und Gutachter behandeln die ihnen übermittelten Anträge vertraulich und leiten sie nicht an Dritte weiter. Auch die Gutachten werden vom ERS-Auswahlgremium vertraulich behandelt. Die Namen der Gutachterinnen und Gutachter sind nur den jeweiligen Betreuern aus dem ERS-Auswahlgremium und dem ERS Management Team bekannt. Sollten Auszüge aus Gutachten in der Auswahlsitzung mitgeteilt werden, geschieht dies in anonymisierter Form.

 

Regeln guter Praxis

Mit ihrer Gutachtertätigkeit erkennen die zu Rate gezogenen Fachleute die folgenden Regeln guter Praxis als bindend an. Wenn es nicht möglich ist, ein Votum in Einklang mit diesen Regeln abzugeben, so muss die Begutachtung, auch ohne Angaben von Gründen, abgelehnt werden.

  1. Die Begutachtung folgt den Regeln guter wissenschaftlicher Praxis. Alle Angaben entsprechen der Wahrheit und sind nicht darauf angelegt, das geistige Eigentum anderer zu verletzen oder deren Forschungstätigkeit zu beeinträchtigen.
  2. Mit der Übernahme der Begutachtung wird die Zuständigkeit für wesentliche Aspekte des Antrags erklärt. Erachten sich zu Rate gezogene Fachleute für nicht zuständig, so benachrichtigen sie ERS und vernichten die erhaltenen Antragsunterlagen.
  3. Fühlen sich zu Rate gezogene Fachleute in der Sache befangen, informieren sie das ERS Management Team und scheiden aus dem Begutachtungsprozess aus. Dies gilt auch bei möglichen Interessenskonflikten.
  4. Die befürwortende oder ablehnende Empfehlung berücksichtigt neben der fachwissenschaftlichen Abwägung auch die in der jeweiligen Förderinitiative geltenden Anforderungen, Ziele und Einschränkungen.
  5. Die Gutachter und Gutachterinnen behandeln die ihnen übermittelten Anträge vertraulich und leiten sie nicht an Dritte weiter.

Quelle: Volkswagenstifung