Gleichbehandlung & Antidiskriminierung
Für eine Kultur des Hinsehens
Selbstverständlich gibt es auch an der RWTH Aachen mit ihren 30.000 Studierenden und fast 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Probleme. Zudem ist nicht von der Hand zu weisen, dass in den letzten Jahren der Druck in Studium, Forschung und Beruf durch Verdichtung der Studienpläne und des Arbeitspensums zugenommen hat, was die Anfälligkeit für Konflikte erhöht. Fairness und Gleichbehandlung sind dann mitunter Werte, die in Vergessenheit geraten, so dass Fälle von Ungleichbehandlung, unfairem Verhalten, Aggression, Diskriminierung bis hin zu Mobbing und sexueller Gewalt vermehrt auftreten.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Dies muss und darf aber nicht hingenommen werden, zumal es rechtliche Rahmenbedingungen gibt, an die wir uns halten müssen. Leitfäden sollen Führungskräften, Betroffenen, Menschen in deren Umfeld, die dem Geschehen nicht nur hilflos zusehen sollten, wie auch Personen, von denen möglicherweise Diskriminierung und Aggression ausgeht, eine erste Orientierung an die Hand geben. Für alle Zielgruppen gibt es zudem Beratungs- und Unterstützungsangebote – an der Hochschule wie auch außerhalb.
Vertrauen & Diskretion
Beim Umgang mit dem Thema sollte immer die Privatsphäre der Betroffenen geschützt werden, auch sei vor leichtfertigen Verurteilungen gewarnt. Es kommt darauf an, eine vertrauensvolle Atmosphäre an der Hochschule zu schaffen, in der Fairness, Gleichbehandlung und Diskretion die Leitwerte bei der Bearbeitung von Konfliktfällen sind. Gleichzeitig sollten aber auch Fälle dem Gleichstellungsbüro, das eine anonyme und vertrauensvolle Behandlung jedes einzelnen Falls garantiert, gemeldet werden, um auf der Basis einer statistischen Erhebung – selbstverständlich unter Sicherstellung des erforderlichen Datenschutzes – geeignete Präventionsmaßnahmen entwickeln und anstoßen zu können.
Selbstverständnis & Fairness
An der RWTH Aachen sollen Fairness, Gleichbehandlung und Wertschätzung im Umgang miteinander, auch bei der Behandlung von Konflikten, zur Selbstverständlichkeit werden. Doch dies kann nur gelingen, wenn jede einzelne Person – ob aus der Studierendenschaft oder dem Kreis der Beschäftigten – Verantwortung dafür übernimmt und die Kultur des Hinsehens stützt, indem hingesehen und nicht weggesehen wird, wenn es Konflikte gibt oder sich diese anbahnen. Gewalt, Belästigung, Diskriminierung und abwertendes Verhalten dürfen keinen Platz an der Hochschule oder anderswo haben!
Förderung der Gleichstellung
Die Gleichstellungsbeauftragte und ihre Stellvertreterinnen unterstützen die Hochschule bei der Umsetzung von Frauenförderung und Gleichstellung. Sie wirken insbesondere mit bei der Entwicklungsplanung der Hochschule, bei Struktur- und Personalentscheidungen, bei der Durchsetzung und Weiterentwicklung von Förderrichtlinien sowie bei der Verbesserung von Arbeits- und Studienbedingungen im Hinblick auf Fragen der Gleichstellung. In Zusammenarbeit mit den Vertreterinnen auf Fakultätsebene setzt sie sich in Stellenbesetzungs- und Berufungsverfahren für die Förderung der Gleichstellung ein.
Flexibilisierung der Geschlechterrollen
Für Schülerinnen und Schüler werden Orientierungsmaßnahmen zu Studium und Ausbildung an der RWTH Aachen organisiert, die zu einer Flexibilisierung traditioneller Frauen- und Männerrollen beitragen.
- Girls‘ Day
- Boys‘ Day
- MiTH - Mädchen in Technik und Handwerk
- tasteMINT
Geschlechtergerechte Sprache
Die Gleichstellung beginnt schon in der Sprache. Nach Paragraf 4 des Landesgleichstellungsgesetzes muss die Hochschule dafür Sorge tragen, dass im dienstlichen Schriftverkehr auf die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern zu achten ist. Daher verwendet die RWTH Aachen eine geschlechtergerechte Sprache.
Downloads
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Einhundertfünfzig
(pdf: 1328 kb)
Jubiläumsschrift zu Frauen, Gleichstellung und Hochschule 20 Jahre Gleichstellungsbüro an der RWTH Aachen
- Sexuelle Belästigung und Diskriminierung - Bei uns doch nicht!? Befragung 2010 (pdf: 148 kb)