Sprach- und Kommunikationswissenschaft B.A.

 

Steckbrief

Eckdaten

Abschluss:
Bachelor of Arts
Studienbeginn:
Wintersemester
Regelstudienzeit:
6 Semester
ECTS-Punkte:
180Mehr Informationen

Was ist damit gemeint?

ECTS sind Leistungspunkte, die den Arbeitsaufwand im Studium messen.

Sprache:
Deutsch

Zugangsvoraussetzungen

  • Abitur oder eine gleichwertige HZB Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Allgemeine Hochschulreife (Abitur), Fachgebundene Hochschulreife oder eine als gleichwertig anerkannte Hochschulzugangsberechtigung (HZB)

  • Sprachkenntnisse in Deutsch Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Zur Einschreibung in diesen Studiengang muessen Sie Kenntnisse in der Unterrichtssprache nachweisen. Details regelt die Pruefungsordnung.

Zulassung für Erstsemester

beschränkt
NC für WiSe 2019

Zulassung höhere Semester

beschränkt
NC 2.-4. Fachsemester
frei
ab Fachsemester 5

Termine und Fristen

 

Sprache verwenden wir jeden Tag. Wir sprechen, schreiben, rezipieren und kommunizieren im Alltag, bei der Arbeit, im persönlichen Gespräch, per E-Mail, SMS und im Netz – im Spannungsfeld mündlicher und schriftlicher Sprachstile. Sprach- und Kommunikationswissenschaft beschäftigen sich mit der Beschreibung und Analyse solcher Kommunikationsphänomene.

Wie muss eine Homepage konzipiert sein, um für verschiedene Nutzertypen bedienbar zu sein? Nach welchen Gesetzmäßigkeiten funktioniert Kommunikation in persönlichen Gesprächen,
Chatrooms oder E-Mails? Warum setzen sich manche Technologien durch, andere nicht? Welche Argumente sind in öffentlichen Diskussionen dominant und warum? Wie können sie überzeugend in Vorträgen und Präsentationen eingesetzt werden? Wie kann man Raum mit Hilfe von Sprache konstruieren?

Der Studiengang Sprach- und Kommunikationswissenschaft beschäftigt sich mit Beschreibung und Analyse von Kommunikationsphänomenen. Besonderes Augenmerk gilt dabei den ThemenSprache und Denken, Internetkommunikation und öffentlicher Sprachgebrauch, Technikkultur und Techniksoziologie. Das Themenspektrum reicht von gesellschaftlich relevanten Textsorten über Fragen der rhetorischen Kommunikation bis hin zu medizinethischen Problemfeldern im medialen Diskurs.

Studierende bewegen sich dabei in zwei Fachgebieten – Sprachwissenschaft und Kommunikationswissenschaft. Darüber hinaus bietet ihnen das Studium an einer technischen Hochschule die Möglichkeit, Perspektiven der Ingenieur- und Naturwissenschaften zu entdecken, aus denen sie die Phänomene Sprache und Kommunikation
interdisziplinär betrachten können. Es werden also drei fachliche Zugänge miteinander verknüpft:

Die Sprachwissenschaft beschreibt mit den sprachsystematischen Teildisziplinen Phonologie, Morphologie und Syntax den Aufbau von Sprache – von kleinsten bis hin zu komplexen sprachlichen Einheiten. In den Bereichen Semantik und Pragmatik werden bedeutungs- und handlungsbezogene Aspekte fokussiert. Dabei wird beispielweise der Sprachgebrauch in spezifischen Texten oder in unterschiedlichen Kontexten und Domänen, zum Beispiel Politik, Wirtschaftsunternehmen oder Werbung, beschrieben.

Die Kommunikationswissenschaft baut diesen sprachwissenschaftlichen Ansatz im Hinblick auf Sprache als Verständigungsmittel aus. Sie berücksichtigt dabei unter anderem die Interaktion und Kommunikation mit verschiedenen Medien. Dabei sind vor allem Wechselwirkungen zwischen Medien und ihren Nutzerinnen und Nutzern von Interesse. Darüber hinaus werden kommunikative Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Medien und Anwendungskontexte untersucht.

Die interdisziplinären Perspektiven eröffnen Zugänge zum Phänomen Sprache aus Sicht anderer Fächer. Nachbardisziplinen aus Geistes-, Sozial-, Natur- und Ingenieurwissenschaften bieten vielfältige Erkenntnisse und Methoden, die das Repertoire der Sprach- und Kommunikationswissenschaft bereichern können.

 

Studienverlauf

An der RWTH spielt Anwendungsbezug eine große Rolle. In einem speziellen Praxismodul können
Studierende Berufsfelder kennenlernen, wahlweise im nationalen oder internationalen Kontext.
Die Vernetzung des Instituts für Sprach- und Kommunikationswissenschaft, zum Beispiel mit dem Institut für
Industriekommunikation und Fachmedien oder dem Human-Computer Interaction Center, eröffnet
weitere Praxiszugänge – unterstützt durch einen fakultätseigenen Praxis- und Karriereservice.

Softskillls wie Präsentations- und Fremdsprachen-Kenntnisse ergänzen das Fachstudium um berufsrelevante Kompetenzen.

Studienverlaufsplan

Semester Studieninhalte
1-2 Einführung in die Sprachwissenschaft, Einführung in die Kommunikationswissenschaft
Mündliche Kommunikation: Rede- und Gesprächsrhetorik, Sprechwissenschaft
Handeln mit Sprache I: Grammatik, Phonetik/Phonologie
Propädeutik des wissenschaftlichen Arbeitens, Interdisziplinäre Studieneinheit, Fremdsprache
3-4 Handeln mit Sprache II: Semantik und Pragmatik
Methoden der Sprach- und Kommunikationswissenschaft
Handeln mit Medien: Kommunikation und Interaktion

Praxis-, Wahlpflicht- und Mobilitätsfenster:

  • Praktikum oder Auslandsprogramm
  • Wahlpflichtbereich - Lehrveranstaltungen aus anderen Fachbereichen - oder Auslandsprogramm
5-6 Handeln mit Texten: Textlinguistik
Mündliche Kommunikation:
Kommunikationspraxis Mündlichkeit, Didaktik und Methodik der rhetorischen Kommunikationsvermittlung

Berufliche Anwendungsfelder:

  • Medizinethische Problemfelder in medialem Diskurs und öffentlicher Wahrnehmung
  • Techniksoziologie oder Soziologische Systeme
  • Sprache und Kognition oder Geschichte der Technikkultur
Forschungsmodul:
  • Forschungskolloquium, Forschungskonferenz zur Bachelorarbeit, Bachelorarbeit

Detaillierte Informationen zum Studienverlauf finden Sie auch auf der Webseite des Instituts für Sprach- und Kommunikationswissenschaft.

Auslandsprogramme

Auslandspraktika oder Studienaufenthalte erweitern die Kompetenzen angehender Kommunikationsfachleute um wichtige fachliche und interkulturelle Erfahrungen. Daher bietet der Studiengang im vierten Semester ein Mobilitätsfenster. Es erlaubt Studierenden, die weltweiten Studien- und Praxismöglichkeiten zu nutzen, die die Fachgruppe für Empirische Humanwissenschaften an der RWTH anbietet. Studierende intensivieren auf diesem Wege ihre Sprachkenntnisse im landestypischen Alltag und erwerben gleichzeitig weiterführende wissenschaftliche Qualifikationen.

Über die fakultätsspezifischen Auslandsprogramme hinaus profitieren Studierende der RWTH von den strategischen Partnerschaften der Hochschule mit internationalen Universitäten. So können sie zum Beispiel im Rahmen ihrer Studienarbeiten kurze Aufenthalte an einer der IDEA League-Hochschulen absolvieren. Das deutschlandweit einzigartige UROP Abroad-Programm bietet die Möglichkeit, schon in der Bachelorphase an Forschungsprojekten internationaler Hochschulen teilzunehmen. Gefördert werden diese Auslandsaufenthalte teilweise durch RWTH-spezifische Finanzierungshilfen.

Alle Kooperationsprogramme der RWTH werden vorgestellt auf den Webseiten zum Austauschstudium. Fachspezifische Angebote werden auf der Webseite des Instituts für Sprach- und Kommunikationswissenschaft veröffentlicht.

 

Voraussetzungen

  1. Persönliche Voraussetzungen, (ideales Eingangsprofil)

Die Grundvoraussetzung für das Studium von Sprach- und Kommunikationswissenschaft ist das Interesse an menschlicher Kommunikation und die Bereitschaft, alltägliche Phänomene wie Sprechen und Schreiben – eben Kommunizieren – auf wissenschaftlicher Basis zu betrachten. Dafür ist die Bereitschaft und Kompetenz in klaren Strukturen zu denken unerlässlich: Sprache und Kommunikation sind sehr komplexe Phänomene, die auf unterschiedlich tiefem Abstraktionsniveau beschrieben werden können und müssen.

Da das Studium der Sprach- und Kommunikationswissenschaft an der RWTH Aachen interdisziplinär ausgerichtet ist, müssen Studierende bereit sein, sich in angrenzende Fachbereiche und technische Inhalte einzuarbeiten. Zum anderen liegt ein Schwerpunkt in der empirischen Ausrichtung, deswegen müssen neben theoretischen Grundlagen auch methodische Zugänge erlernt werden.

Eine ausgeprägte Medien- und Technikaffinität ist für die Erforschung von Kommunikation, von Interaktion zwischen Mensch und Technik, Technikakzeptanz und User diversity empfehlenswert.

2. Einschreibungsvoraussetzungen

RWTH-Studienfeld-SelfAssessment Geistes-, Sprach- und Kommunikationswissenschaften
(Bestätigung über das absolvierte SelfAssessment muss erst bei der Einschreibung nachgewiesen werden, nicht schon bei der Bewerbung)

 

Entscheidungshilfen

Das Studium der Sprach- und Kommunikationswissenschaft ist mehr als das Erlernen von Grammatik- und Orthographie-Regeln und mehr als das Interpretieren von Einzeltexten auf subjektiver Grundlage. Vielmehr verlangt das Studium den Studierenden ein systematisches Hineindenken in die alltäglichen Phänomene Sprache und Kommunikation ab, um abgesicherte Aussagen über das Sprachsystem, den öffentlichen Sprachgebrauch, die Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen bzw. zwischen Menschen und Technik, Technikakzeptanz und User diversity treffen zu können. Um abgesicherte Aussagen machen zu können, ist das Erlernen der Methoden der Sprach- und Kommunikationswissenschaft unerlässlich. Im Unterschied zu vielen thematisch vergleichbaren Studienprogrammen liegt an der RWTH der Fokus auf der empirischen Erforschung aktueller Fragestellungen und weniger auf medienpraktischen Umsetzungen. Ein mehrwöchiges Unternehmenspraktikum ermöglicht jedoch vertiefte Kontakte in mögliche Anwendungsbereiche.

Wenn Sie das Studienfach kennenlernen möchten, bietet die RWTH Ihnen die Möglichkeit des Vorlesungsbesuchs vor Studienbeginn.

 

Berufsperspektiven

Das Studium der Sprach- und Kommunikationswissenschaft bereitet auf Tätigkeiten in Unternehmenskommunikation, Medienkommunikation, Textberatung, Öffentlichkeitsarbeit und Weiterbildung vor. Das Aufgabenspektrum reicht von Gestaltung verständlicher Gebrauchsanweisungen über Produkt- und Dienstleistungskommunikation bis hin zum nachhaltigen Management der Beziehungen zu relevanten Zielgruppen.

Absolventinnen und Absolventen der RWTH können Texte situations-, adressaten- und mediengerecht formulieren. Sie sind Spezialistinnen und Spezialisten für angemessene Präsentation komplexer – auch technischer – Sachverhalte. Diese interdisziplinäre Kompetenz können sie in redaktionelle Tätigkeitsfelder einbringen, in denen sprachliche Produkte wie Artikel, Sendungsbeiträge, Reden, Bücher et cetera produziert, bewertet und optimiert werden.

Neben Industrie, Verbänden und Öffentlicher Hand bieten Medien- und Kommunikationsbranche gute Einstiegschancen. Hier sind vor allem adressatengerechte Kommunikation im Internet und technisch unterstützte Interaktion mit speziellen Zielgruppen relevant. Beispielsweise benötigen gehörlose, sehbehinderte oder ältere Menschen mit eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten individuell angepasste Kommunikationsformen und bedarfsgerechte technische Hilfsmittel. Aufgrund des interdisziplinären Aspekts ihrer Ausbildung sind Absolventinnen und Absolventen der RWTH für die Arbeit mit diesen Zielgruppen bestens gerüstet.

 

Masterperspektiven

Nach Abschluss des Bachelorstudiums können Studierende ihre Kenntnisse im Masterprogramm Digitale Medienkommunikation erweitern und vertiefen. Hier untersuchen sie vor allem den Einsatz von Medien in verschiedenen Kontexten, die Mensch-Technik-Interaktion, User Diversity, Technik-Akzeptanz und Unternehmenskommunikation. Innerhalb dieses Themenkomplexes können folgende Schwerpunkte gewählt werden: Geschichte der visuellen Kommunikation, Kostenmanagement, Technik und Kultur.

Im Unterschied zu vielen thematisch vergleichbaren Masterprogrammen liegt der Fokus dieses Studiengangs auf empirischer Forschung und weniger auf medienpraktischer Umsetzung.

Ein mehrwöchiges Unternehmenspraktikum ermöglicht vertiefte Kontakte in unterschiedliche Anwendungsbereiche.

 

Prüfungsordnung

Regelungen, die grundsätzlich für alle Bachelor- und Masterstudiengänge gelten, sowie detaillierte Angaben zum Nachweis der geforderten Sprachkenntnisse finden sich in der Übergreifenden Prüfungsordnung der RWTH. Prüfungsordnungen werden aufgrund ihrer Rechtsverbindlichkeit nur in deutscher Sprache veröffentlicht.

Die fachspezifische Prüfungsordnung regelt rechtsverbindlich Studienziele, Studienvoraussetzungen, Studienablauf und Prüfungen. Sie enthält in ihrem Anhang die Beschreibung der Module, aus denen sich der Studiengang zusammensetzt.

 

Fakultät

Der Studiengang wird angeboten von der Fachgruppe für Empirische Humanwissenschaften der Philosophischen Fakultät.