Gemeinsam Lehre weiterentwickeln

 

Qualitätsmanagement für Studium und Lehre

Kontakt

Name

Elena Dommus

Abteilung Lehre

Telefon

work
+49 241 80 94555

E-Mail

E-Mail
 

Die RWTH Aachen als eine der großen technischen Hochschulen Deutschlands ist nicht nur exzellent im Bereich Forschung und hat eine besonders hohe Drittmittelquote. Auch für die gute Lehre wurde sie bereits Dank der herausragenden Leistungen ihrer engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierenden ausgezeichnet und möchte diesen Status halten und weiter ausbauen.

Nicht nur steigende Studierendenzahlen, sondern auch die Heterogenität der Studierenden, begrenzte finanzielle Mittel sowie der Wettbewerb um die klügsten Köpfe weltweit stellen in diesem Zusammenhang besondere Herausforderungen dar. Um diesen zu begegnen, wurde bereits in der Vergangenheit eine Vielzahl von Maßnahmen erfolgreich etabliert, so zum Beispiel Lehrveranstaltungsbewertungen in jedem Semester, Studiengangsevaluationen und Absolventenbefragungen.

Alle geplanten Aktivitäten im Bereich der Lehre hat die RWTH 2008 in ihrem Konzept „Studierende im Fokus der Exzellenz“, das im Wettbewerb der exzellenten Lehre ausgezeichnet wurde, in vier Kernbereichen zusammengefasst. Im Kernbereich Studierende werden die Studierenden bei ihrem Start in das anspruchsvolle Studium unterstützt. Im zweiten Kernbereich steht die Qualifizierung aller Lehrenden im Vordergrund, damit die Lehrkompetenz der Dozierenden gefördert wird. Im Kernbereich Lehr- und Lernkonzepte steht die Umsetzung innovativer Lehr- und Lernkonzepte im Vordergrund. Der vierte Kernbereich sichert die Struktur und die Organisation aller Qualitätsmaßnahmen im Bereich Lehre.

Um die Vielzahl der resultierenden Einzelmaßnahmen und Bemühungen der vielen Hochschulmitarbeiter in der Lehre zu unterstützen, zu lenken und auf ein gemeinsames Ziel ausrichten zu können, hat die RWTH beschlossen, ein leistungsfähiges Qualitätsmanagementsystem für den Bereich Studium und Lehre zu etablieren. Dieses Vorhaben wird unterstützt durch die Abteilung 6.2 - Lehre sowie den an der RWTH ansässigen Lehrstuhl für Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement von Professor Robert Schmitt. Das Qualitätsmanagement setzt in drei Bereichen an:

  1. Qualitätsziele für Studium und Lehre werden RWTH-weit abgestimmt und gemeinsam verbindlich beschlossen, um sicherzustellen, dass alle Bemühungen in die gleiche Richtung führen. Über Kriterien und Indikatoren/Kennzahlen werden die Ziele weiter ausdifferenziert, um ein gemeinsames Verständnis zu gewährleisten. Diese finalen Werte sind jedoch von Fakultät zu Fakultät verschieden und müssen daher individuell, anhand von Zielkorridoren betrachtet werden.
  2. Als Grundlage für transparente und sachliche Entscheidungen auf Fakultäts- und Hochschulebene soll ein Datencockpit eingeführt werden. Es soll alle Akteure in Studium und Lehre durch die Bereitstellung relevanter Informationen unterstützen.
  3. Regelkreise auf Fakultäts- und Hochschulebene sowie mit externen Partnern stellen sicher, dass identifizierte Potentiale und abgestimmte Maßnahmen auch zeitnah umgesetzt werden. Hierzu zählen z.B. die Jahresgespräche und die Studiengangsevaluationen.

Um bei der Erarbeitung der Bereiche alle Fakultäten sowie Statusgruppen möglichst intensiv zu beteiligen, wurde eine Arbeitsgruppe „QMS-L“ eingerichtet, die regelmäßig tagt und die Entscheidungsvorlagen für die verschiedenen Gremien der Hochschule gemeinsam erarbeitet. An dieser Stelle gilt den Mitgliedern der QMS-L ein großer Dank für die konstruktive Zusammenarbeit!

Bereits in seiner Sitzung vom 6.2.2014 hat der Senat der RWTH Aachen die 15 entwickelten und von der Klausurtagung der Studiendekane empfohlenen hochschulweiten Qualitätsziele für die Lehre befürwortet. Mit diesen wurden erstmals fakultätsübergreifende Ziele für den Bereich Studium und Lehre an der RWTH Aachen vereinbart.

Die Verabschiedung der Qualitätsziele durch den Senat der RWTH Aachen ist für unsere Hochschule ein wichtiger Schritt. Einige der Ziele mögen auf den ersten Blick selbstverständlich erscheinen, doch das klare Bekenntnis aller Gruppen zu diesen Zielen, das Bekenntnis zu einer Hochschule, die die Qualität von Studium und Lehre als zentral betrachtet, hat Signalwirkung.

Professor Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen

Es freut mich, dass die Qualitätsziele gemeinsam von den Studiendekaninnen und Studiendekanen, dem Vertreter der Studierenden im Senat, dem Sprecher der wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen sowie dem AStA-Vorsitzenden erarbeitet wurden. Dies ist ein typisches Beispiel für den „Aachener Way“ und stärkt die Identifikation aller Hochschulangehörigen mit diesen Zielen. Auch in der weiteren Entwicklung werden wir diesen Weg der Zusammenarbeit weiter beschreiten.

Professor Aloys Krieg, Prorektor für Lehre

Mit dieser Bestärkung im Rücken konnte die Arbeitsgruppe und das Projektkernteam das Projekt weiter vorantreiben. Auf den Ergebnissen aufbauend wurden die 15 Qualitätsziele durch 57 Kriterien beschrieben. Diese Kriterien sollen die abstrakten, allgemeinen Qualitätsziele greifbar machen.

Darüber hinaus stellen sie den ersten Schritt in Richtung Erfassbarkeit der Ziele dar. Während ihrer Klausurtagung Ende 2014 diskutierten die Studiendekane alle Kriterien intensiv und würdigten anschließend das gute Arbeitsergebnis der Gruppe. Die erarbeiteten Kriterien spiegeln das Verständnis der Hochschule wieder, was unter guter Lehre und den befürworteten Qualitätszielen verstanden wird.

In der Senatssitzung vom 5.2.2015 wurde das positive Votum der Studiendekane vorgestellt und damit der nächste Meilenstein im laufenden Prozess gesetzt.

In einem nächsten Schritt werden nun alle Kriterien durch Kennzahlen und Indikatoren definiert, um so zum einen die Erfassbarkeit der Kriterien zu erreichen und zum anderen den Status der Zielerfüllung zu verfolgen. Da nur ein Teil der Aspekte guter Lehre durch numerische Kenngrößen erfassbar ist, wird hier zwischen quantitativen Kennzahlen und qualitativen Indikatoren unterschieden. Nur so kann den beteiligten Akteuren in Studium und Lehre ein effektives Hilfsmittel zur Kontrolle und Steigerung des eigenen Potenzials zur Verfügung gestellt werden.
Während des gesamten Zeitraums wurden das Projekt sowie die aktuellen Projektergebnisse in Gremien und Kommissionen auf Fakultäts- sowie Hochschulebene durch das Projektkernteam vorgestellt. Dieses Angebot soll auch weiterhin bestehen, um einen bestmöglichen Informationsfluss an alle Beteiligten zu gewährleisten.