„Das Phänomen der Chiralität“

 

Professor Dieter Enders, Direktor am Institut für Organische Chemie der RWTH Aachen

 

Der Vortrag

Das Phänomen der Chiralität (Händigkeit), das heißt, dass ein Objekt und sein Spiegelbild nicht identisch sind, ist in
allen Bereichen der uns bekannten Welt präsent: von der kleinsten Dimension in der Kernphysik (Paritätsverletzung), über die Chemie, Biologie und Medizin auf molekularer Ebene, bis hin zu Gegenständen des täglichen Gebrauchs, der Architektur und ganzen Spiralgalaxien als größten Strukturen.

Insbesondere in der Chemie spielen chirale, zueinander spiegelbildliche Moleküle (Enantiomere) eine zentrale Rolle. In der Regel ist die biologische Aktivität von Enantiomeren, wie zum Beispiel von Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln, Geschmacks- und Riechstoffen oder Pheromonen verschieden, was die Herstellung enantiomerenreiner Wirkstoffe notwendig macht. Die eleganteste Methode ist sicher die „Asymmetrische Synthese“, an deren Entwicklung unser Arbeitskreis seit den Pionierzeiten Mitte der Siebziger Jahre beteiligt ist.

Im Vortrag, der am 30. Oktober 2015 stattfand, wurde anhand einfacher Beispiele versucht, das Phänomen der Chiralität und das Prinzip der Asymmetrischen Synthese zu verdeutlichen.

Der Dozent

  • Geboren am 17. März 1946 in Butzbach/Hessen
  • Studium der Chemie an der Universität Gießen
  • Promotion Universität Gießen, 1974
  • Postdoc an der Harvard University/USA, 1974 bis 1975
  • Habilitation im Fach Organische Chemie Universität Gießen, 1979
  • Professor für Organische Chemie an der Universität Bonn, 1980 bis 1985
  • Professor und Direktor am Institut für Organische Chemie der RWTH Aachen University, seit 1985
  • Seniorprofessor der RWTH, 2014.
  • Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 2008 bis 2014
  • Mitglied unter anderem der Leopoldina, der Royal Society of Chemistry, der Chemical Societies von Amerika, Japan und der Schweiz. Zahlreiche Funktionen, Gremienmitgliedschaften, Preise und Auszeichnungen, unter anderem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1993), Yamada Prize, Japan (1995), Max-Planck-Forschungspreis für Chemie (2000), Emil Fischer Medaille, GDCh (2002), Arthur C. Cope Scholar Award, USA (2008), Robert Robinson Award, UK (2010), ERC Advanced Grant (2012), Ryoji Noyori Prize, Japan (2014).