Power-To-X: mit Kopernikus in die Energiewende

05.04.2016

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Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, BMBF, stellte heute die vier zur Förderung ausgewählten „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“ der Öffentlichkeit vor. Ausgewählt wurde auch das Projekt Power-To-X, das von der RWTH Aachen, dem Forschungszentrum Jülich und der DECHEMA koordiniert wird. Das Großprojekt befasst sich mit Speicherung und Nutzung von elektrischer Energie aus erneuerbaren Energiequellen durch Umwandlung in stoffliche Energieträger und chemische Produkte. Es wird in der ersten von insgesamt drei geplanten Entwicklungsphasen mit einem Volumen von 30 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF, gefördert.

 

„Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich, der DECHEMA und vielen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland die Herausforderungen der Energiewende anpacken und vor allem auch die damit verbundenen Chancen ausloten können“, kommentierte Professor Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen, erfreut: „Power-To-X wird einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Einkopplung von erneuerbaren Energien in die stoffliche Wertschöpfungskette leisten, und das Konsortium ist bestens dafür gerüstet diese Konzepte zu erforschen und zur Umsetzung zu bringen.”

Ziel der Kopernikus-Projekte ist es, in den nächsten zehn Jahren Technologien zu entwickeln, die den Umbau des Energiesystems in entscheidenden Bereichen voranbringen.

Power to X bezeichnet Technologien, die Strom aus erneuerbaren Quellen in stoffliche Energiespeicher, Energieträger und energieintensive Chemieprodukte umwandeln. Damit kann Energie aus erneuerbaren Quellen in Form von maßgeschneiderten Kraftstoffen für Kraftfahrzeuge oder in verbesserten Kunststoffen und Chemieprodukten mit hoher Wertschöpfung genutzt werden. Im Rahmen des Kopernikus-Programms der Bundesregierung wird nun für dieses komplexe Themenfeld mit dem ausgewählten Projekt Power-To-X, P2X, eine nationale Forschungsplattform aufgebaut.

Mit Power-To-X-Technologien wird zunächst Strom aus erneuerbaren Quellen elektrochemisch umgewandelt in stoffliche Ressourcen wie Wasserstoff, Kohlenstoffmonoxid und Synthesegas. Diese stofflichen Ressourcen müssen anschließend effizient gespeichert und verteilt und in die Endprodukte umgewandelt werden. Dafür bedarf es innovativer Lösungen, die im Projekt zu ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich vorteilhaften Prozessen entwickelt werden sollen. Damit trägt Power-to-X zum Ziel der Dekarbonisierung der Energiesysteme bei, das die Bundesregierung mit der Energiewende anstrebt, und verringert gleichzeitig den Anteil fossiler Rohstoffe in den wichtigen Leitmärkten Transport und Verkehr sowie Chemie.

Insgesamt sind 17 Forschungseinrichtungen, 26 Industrieunternehmen sowie drei zivilgesellschaftliche Organisationen an dem Projekt P2X beteiligt.

Innerhalb von zehn Jahren sollen neue technologische Entwicklungen bis zur industriellen Reife gebracht werden. In der ersten Förderphase stehen Forschungsarbeiten zur kompletten Wertschöpfungskette von elektrischer Energie bis zu stofflichen Energieträgern und Produkten im Fokus. Dabei werden auch bereits bestehende Großprojekte und vorhandene Infrastrukturen einbezogen und Schnittstellen zur Industrie ausgebaut. Zusätzlich zur Förderung durch das BMBF bringen die Industriepartner in P2X Forschungsleistungen im Umfang von weiteren 8,3 Millionen Euro ein.

Die RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich arbeiten im Rahmen der Jülich-Aachen Research Alliance, JARA, in der Sektion JARA Energy bereits intensiv auf diesem Gebiet zusammen. Gemeinsam mit der DECHEMA, Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie, koordinieren sie das Projekt.

Die vier Kopernikus-Projekte, die aus 41 Vorschlägen ausgewählt wurden, umfassen insgesamt 230 Partner, die in den kommenden Jahren die Energiewende technisch und gesellschaftlich auf die nächste Entwicklungsstufe heben werden. Jedes Programm widmet sich einem zentralen Eckpfeiler der Energiewende: Neben der in Power-To-X bearbeiteten Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energie durch Umwandlung in stoffliche Produkte sind dies die Weiterentwicklung der Stromnetze, die Neuausrichtung von Industrieprozessen auf eine fluktuierende Energieversorgung und das verbesserte Zusammenspiel aller Sektoren des Energiesystems. Für die erste Förderphase bis 2018 stellt das BMBF bis zu 120 Millionen Euro bereit. Bis 2025 sollen weitere 280 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

Die RWTH Aachen

Die RWTH Aachen als Kernpartner im jetzt bewilligten Power-To-X-Projekt gehört mit ihren 260 Instituten in neun Fakultäten zu den führenden europäischen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen. Die Arbeit der Forschungszentren der RWTH Aachen orientiert sich stark an den aktuellen Erfordernissen der Industrie. Dies führt zu zahlreichen Innovationen, Patenten und Lizenzen. Bei einerseits starker fachlicher Differenzierung und Spezialisierung praktizieren die Kompetenzzentren der RWTH Aachen andererseits eine sehr effektive fach- und fakultätsübergreifende Zusammenarbeit in interdisziplinären Verbünden und Foren.

Die RWTH ist ebenfalls Kernpartner im Kopernikus-Projekt „ENSURE – Neue Energienetzstrukturen für die Energiewende“.

Weitere Informationen beim BMBF

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