Neubau für die Gesteinshüttenkunde der RWTH

17.07.2017

Erster Spatenstich für High-Tech-Forschung auf 1.400 Quadratmetern Laborfläche in der Forckenbeckstraße ist erfolgt

  Fünf Personen mit Spaten in den Händen Bernd Klass, BLB NRW Institutsleiter Professor Rainer Telle, Dr. Sandra Scheermesser, NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Bezirksbürgermeister Alexander Gilson, die Stellvertretende BLB-Niederlassungsleiterin Ute Willems und RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg (v.l.)

Mit einem symbolischen Ersten Spatenstich haben jetzt die Arbeiten für den Ersatzbau des Instituts für Gesteinshüttenkunde, EGHI, begonnen. RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg, Dr. Sandra Scheermesser aus dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Ute Willems vom BLB NRW und Institutsleiter Professor Rainer Telle gaben gemeinsam den offiziellen Baubeginn frei.

Forschungsschwerpunkt des Instituts für Gesteinshüttenkunde ist die Entwicklung, Herstellung, Verarbeitung und das Recycling mineralischer Werkstoffe. Zum Institut gehören die Lehrstühle „Keramik und feuerfeste Werkstoffe“, „Glas und keramische Verbundwerkstoffe“ und das Lehr- und Forschungsgebiet „Modellbildung in der Werkstofftechnik“. Auf mehr als 1.400 Quadratmetern Laborfläche stehen künftig modernste Abzüge mit Abluftwäschern, eine Vollentsalzungsanlage sowie spezielle Sonderflächen für schwere Aufbereitungsgeräte, Höchsttemperaturöfen und Elektronenmikroskope zur Verfügung. Ein eigenes Labor unter anderem für den 3D-Druck von multifunktionalen Keramikteilen ergänzt die experimentelle Ausstattung. Für die Lehre sind ein kleiner Hörsaal mit einer Größe von 80 Quadratmeter sowie ein Seminarraum von 50 Quadratmeter vorgesehen. Einen Betrag im zweistelligen Millionenbereich investiert der BLB NRW als Bauherr und Vermieter, er geht von einer reinen Bauzeit von zwei Jahren aus. Die Pläne für das Gebäude stammen von dem Düsseldorfer Planungsbüro Rohling.

Fakultät bündelt ihre Ressourcen auf dem Campus

Das Institut für Gesteinshüttenkunde, GHI, ist eines von insgesamt neun Instituten der Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik der RWTH Aachen. Die herausragenden mechanischen, physikalischen und chemischen Eigenschaften der von den Wissenschaftlern des GHI untersuchten Werkstoffe eröffnen eine breite Palette von Einsatzmöglichkeiten wie zum Beispiel im Maschinenbau, in der Glasindustrie, der Umwelt‐ und Energietechnik, auch bei extrem hohen Temperaturen, sowie in der Medizintechnik. In den momentan vorhandenen Räumlichkeiten können Lehre und Forschung längst nicht mehr angemessen gewährleistet werden. Das künftige bauliche Ambiente endlich den High-Tech-Aktivitäten der Nutzer gerecht.

„Wir gewinnen bei nahezu gleichen Flächen eine durchgeplante, moderne und zuverlässige Infrastruktur mit optimaler Anpassung an die experimentellen Abläufe. Die Wege zwischen den Laboreinheiten werden wesentlich kürzer und die Kommunikationsmöglichkeiten durch offene Treffpunkte intensiviert“, betont Professor Telle und ergänzt: „Nachdem die Gesteinshüttenkunde 2018 ihr 90-jähriges Gründungsjubiläum feiert, hängt unser Herz natürlich noch am Standort Mauerstraße mit seiner unmittelbaren Nähe zum RWTH-Hauptgebäude und zur Stadtmitte, jedoch kann diese Liegenschaft mitten in einem Wohngebiet nach dem Umzug einer besseren städteplanerischen Nutzung zugeführt werden.“

Geplant ist der Nachzug weiterer Institute der Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik in die Nachbarschaft des GHI, bisher sind diese über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Redaktion: Presse und Kommunikation