Digitalisierung im Bergbau

16.08.2017

Das RWTH-Institut „Advanced Mining Technologies“, kurz AMT, erhält für das SIMS-Projekt durch das EU-Rahmenprogramm Horizon 2020 Forschungsgelder in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Erstmalig wird damit ein Demonstrationsprojekt im Bereich Bergbau an der RWTH gefördert.

 

Ziel des Projekts SIMS, die „Sustainable Intelligent Mining Systems“, ist die Demonstration der Funktionstüchtigkeit von Technologien, die kurz vor der Markteinführung im Bergbau stehen. Hierzu gehört auch die Kommunikation zwischen Bergbauwirtschaft und Bevölkerung, die in einer so genannten „Social License to Operate“ münden soll. Auf diese Weise soll in der Bevölkerung das Verständnis für den Bergbau und seine Notwendigkeit entwickelt werden.

Zwei Schlüsseltechnologien

Das SIMS-Projekt basiert auf zwei Schlüsseltechnologien, die das Institut seit mehreren Jahren weiterentwickelt. Die Ultra-Wideband Funktechnologie, kurz UWB, und die Infrarotthermographie, IR. UWB findet Anwendung in der Lokalisierung und Positionierung von Fahrzeugen, da herkömmliche Systeme wie GPS im Indoor-Bereich oder Untertage nicht funktionieren. Verschiedene Versuche haben gezeigt, dass mit dieser Technologie Maschinen mit einer Genauigkeit von bis zu 25 Zentimetern lokalisiert werden können. Im SIMS-Projekt soll nun die Positionierung in Kombination mit anderen Technologien wie beispielsweise der inertialen Navigation demonstriert werden.

Die Infrarotthermographie wird im Rahmen des SIMS-Projekts für zwei Anwendungsfälle genutzt. So soll mit Hilfe von Infrarotkameras die Materialzusammensetzung an der Abbaufront erkannt werden. Die Technologie wird auch dazu benutzt, bevorstehende Steinschläge in der Stollendecke zu erkennen, welche sich durch bereits sehr kleine Risse andeuten. In beiden Fällen fanden die Detektionen bisher händisch durch Menschen statt. Mit Hilfe der IR-Kamera ist es möglich, die erforderlichen Analysen außerhalb des Gefahrenbereichs durchzuführen. Dies steigert die Sicherheit von Mensch und Maschine.

Das Institut „Advanced Mining Technologies“

Seit mehreren Jahren forscht das AMT bereits an Technologien für eine nachhaltige und effiziente Rohstoffindustrie. Ziel ist die Umsetzung der Vision „Industrie 4.0“ in der Schwermaschinenindustrie und im Bergbau. Mit der Namensgebung des Institutes soll der Weg vom traditionellen Bergbau über die Digitalisierung und Informatisierung hin zu den Advanced Mining Technologies als Leitvision für die Forschung in diesem Bereich aufgezeigt werden.

Redaktion: Presse und Kommunikation