Veranstaltungsreihe: Männersüchte/Frauensüchte – Was ist anders?!

 

Sucht und Gender

Suchterkrankungen weisen bei Frauen und Männern neben den Gemeinsamkeiten auch viele Unterschiede in Bezug auf Ursachen, Ausprägungen und Verläufe von Suchterkrankungen sowie bevorzugte Suchtmittel, Konsummuster und psychische Begleiterkrankungen auf.

In dieser Veranstaltungsreihe sollen neben den medizinischen und gesellschaftlichen Aspekten von Suchterkrankungen auch die Möglichkeiten und Arbeitsweisen der gendersensiblen Suchtarbeit beleuchtet werden, um langfristig die Qualität der ganzheitlichen Gesundheitsversorgung der Betroffenen zu verbessern und zu sichern.

Diesmal stehen „Hirndoping und Neuro-Enhancement“ im Fokus. Dabei sollen sowohl Ergebnisse der medizinischen
Suchtforschung als auch die praktischen Erfahrungen lokaler Institutionen der Suchtarbeit aufgezeigt und diskutiert werden.

Wann? 18 bis 20 Uhr
Wo? Seminarraum der Uniklinik RWTH Aachen
Wer? Die Veranstaltung richtet sich an Studierende, ärztliches und wissenschaftliches Personal, Beratungsstellen, Beschäftigte in der Suchthilfe/-prävention sowie an Interessierte.
Eintritt frei
 

Dienstag, 30. Oktober 2018, 18 bis 20 Uhr

Pille rein, Note gut? Leistungsbezogener Substanzkonsum unter den Studierenden

Jonas Poskowsky, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH, Hannover

Sind Hirndoping oder Neuro-Enhancement, die Einnahme (rezeptpflichtiger) Medikamente, unter Studierenden ein verbreitetes Phänomen? Beschränkt sich der leistungsbezogene Substanzkonsum auf „Turbolernen“ mit Hilfe von Ritalin? Der Vortrag zeigt die Bandbreite der angewendeten Substanzen, der dahinterliegenden Motive und der Anwendungssituationen für Substanzkonsum im Studium. Darüber hinaus werden diesbezügliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen jungen Männern und Frauen aufgezeigt.

Ist alles hin, nimm Focusin! - Neuroenhancement in der Leistungsgesellschaft

Dr. med. Bernhard Engel, Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Uniklinik der RWTH Aachen

Laut Umfrage haben etwa drei Millionen Erwerbstätige schon einmal Pillen gegen Stress bei der Arbeit genommen, mit steigender Tendenz. Von diesem Substanzkonsum versprechen sich die Nutzerinnen und Nutzer eine Verbesserung der kognitiven Leistung und des psychischen Wohlbefindens oder die Verringerung von Ängsten und Nervosität. Vor allem die männlichen Betroffenen erhoffen sich dadurch, ihre beruflichen Ziele besser zu erreichen, aber auch noch genügend Energie für Privates zu haben. Frauen hingegen dopen, damit ihnen die Arbeit leichter fällt oder um emotional gefestigter zu sein. Ob dieses stereotype Bild stimmt, wird Teil der Diskussion und des Vortrages sein.