Aachener Abendgespräche zur schulischen Inklusion Wintersemester 2018/2019

 

Mittwoch, 7. November, 18:30 bis 20 Uhr

Die Möglichkeiten, Schülerinnen und Schüler mit gravierenden Leistungsproblemen wirksam zu helfen, sind heute besser denn je. Aus der empirischen Forschung liegen mittlerweile so viele fundierte Erkenntnisse zur effektiven Förderung vor, dass in vielen Fällen keine Notwendigkeit mehr besteht, Legasthenie, Dykalkulie oder andere Lernstörungen als gegeben hinzunehmen. Die Kluft zwischen dem vorhandenen Wissen und der Umsetzung in der Praxis ist allerdings enorm groß. Wirksame Methoden finden im Unterrichtsalltag kaum Anwendung. In der Konsequenz steigt die Häufigkeit von massiven Leistungsproblemen unter Kindern und Jugendlichen kontinuierlich an. In dem Vortrag geht es um wissenschaftlich gut bestätigte Prinzipien, die beachtet werden müssten, um die Lernrückstände bei risikobelasteten Schülerinnen und Schülern nachhaltig aufzuholen.

Thema Effektive Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten
Wo?

Hauptgebäude, Raum 1010/101, Templergraben 55, 52062 Aachen

Referent Professor Mathias Grünke, Universität zu Köln
Organisation Lehr- und Forschungsgebiet „Heterogenität“ (Professorin Nina Kolleck)

Referent

Matthias Grünke ist Professor am Department für Heilpädagogik und Rehabilitation der Universität zu Köln und Visiting Professor an der University of Sunderland. Er ist ausgebildeter Montessori-Pädagoge und Verhaltenstherapeut. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Wirksamkeit von Unterrichtsmethoden bei Kindern und Jugendlichen mit Leistungsproblemen. Seit dem Jahr 2000 hat er etwa 140 Studien, Kapitel in Herausgeberwerken und Bücher über Lernstörungen veröffentlicht. Er ist der Herausgeber der Zeitschriften „Empirische Sonderpädagogik“ (ESP) und „Learning Disabilities: A Contemporary Journal" (LDCJ). Prof. Grünke ist Beiratsmitglied und Vorsitzender der Publikationskomitees der "International Academy of Research in Learning Disabilities" (IARLD), Immediate Past President des Verbandes Learning Disabilities Worldwide (LDW), Vorsitzender des Professional Advisory Boards derselben Organisation und Gründungsmitglied des Zentrums für Empirische Inklusionsforschung, (ZEIF). Im Jahr 2010 wurde er für seine Forschungsleistungen und seine Bemühungen um wissenschaftliche Kooperationen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Arabischen Republik Ägypten mit der goldenen Ehrenplakette der Universität Beni Suef ausgezeichnet.

 

Mittwoch, 5. Dezember, 18:30 bis 20 Uhr

Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung stören den Unterricht und werden von Lehrern und Mitschülern oft als bedrohlich empfunden. Es wird übersehen, dass es sich um Kinder handelt, die hohen Risikobelastungen ausgesetzt sind. Ihre störenden und gestörten Verhaltensweisen sind häufig ein subjektiv sinnvoller Ausdruck ihrer inneren Not und können als Hilfeschrei angesehen werden. Dennoch fühlen sich Lehrerinnen und Lehrer in der inklusiven Schule für die Inklusion dieser Schüler und Schülerinnen nicht zuständig oder überfordert. Deshalb sind diese Kinder im besonderen Maß von einer Exklusion aus der Inklusion bedroht.

Thema

Schüler und Schülerinnen mit Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung in der inklusiven Schule

Wo?

Hauptgebäude, Raum 1010/101, Templergraben 55, 52062 Aachen

Referent

Professorin Elisabeth von Stechow, Justus-Liebig-Universität Gießen

Organisation Lehr- und Forschungsgebiet „Heterogenität“ (Professorin Nina Kolleck)

Referentin

Elisabeth von Stechow ist Professorin am Institut für Förderpädagogik und Inklusive Bildung an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen – neben der Pädagogik bei Beeinträchtigung der emotional-sozialen Entwicklung – auch in der Allgemeinen Heil- und Sonderpädagogik sowie der Erziehungswissenschaft. Elisabeth von Stechow ist ausgebildete Sonderpädagogin mit den Schwerpunkten „Lernhilfe“ und „Verhaltensgestörtenpädagogik“.

Von 2000 bis 2003 absolvierte sie ihre Promotion zu dem Thema „Erziehung und Normalität – Eine Geschichte der Ordnung und Normalisierung der Kindheit“. Gleichzeitig arbeitete sie von 2001 bis 2002 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität in Frankfurt und 2002 am Institut für Heil- und Sonderpädagogik der Justus-Liebig-Universität in Gießen. An letzterer war sie von 2003 bis 2011 als wissenschaftliche Assistentin tätig und übernahm die Vertretung der Professur für „Lernbehindertenpädagogik unter besonderer Berücksichtigung von Verhaltensstörungen“. 2011 habilitierte sie mit dem Thema „Die Bedeutung von Ruhe und Aufmerksamkeit im Unterricht. Eine Analyse historischer Sichtweisen und Diskurse vom 16. bis zum 19. Jahrhundert und aktueller ADHS-Diskurse“. Von 2012 bis 2014 war sie geschäftsführende Direktorin des Instituts für Heil- und Sonderpädagogik an der Justus-Liebig-Universität Gießen.