Tage der Vielfalt 2018

  Personen winken in die Kamera Andreas Schmitter  

Ein erfolgreiches Studium, eine wissenschaftliche Karriere sowie ein erfülltes Berufsleben müssen unabhängig von Beeinträchtigungen realisierbar sein. Diesem Leitbild fühlen wir uns als Hochschule ganz im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet. Das Schwerpunktthema der Tage der Vielfalt 2018 „Inklusion an der RWTH“ wurde also ganz bewusst gewählt.

Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Studien-, Arbeits- und Forschungsbedingungen an der RWTH weiterzuentwickeln, um allen Hochschulmitgliedern eine chancengerechte Teilhabe zu ermöglichen. Zu diesem Zweck hat das Rektorat 2018 den Arbeitskreis Inklusion gegründet. Ziel ist es, den aktuellen Stand an Beratungsstrukturen und Unterstützungsangeboten zu erfassen, einer systematischen Analyse zu unterziehen und Handlungsperspektiven zu entwickeln. Es ist unsere Vision, dass Hochschulbildung als gemeinsamer Prozess von und für Menschen mit und ohne Behinderung oder gesundheitlichen Einschränkungen stattfindet. Wir sind davon überzeugt, dass wir alle von einer inklusiven Hochschule profitieren. Diesen Gedanken greift das Motto der Tage der Vielfalt 2018 in gelungener Weise auf: „Inklusion macht stark!“.

In Kooperation mit zahlreichen Einrichtungen der Hochschule hat die Stabsstelle Integration Team – Human Resources, Gender and Diversity Management (IGaD) nach 2016 erneut ein abwechslungsreiches Programm organisiert. Interessante Vorträge, Workshops und Filme informieren über bereits existierende Angebote und die jeweiligen Anlaufstellen an der RWTH.

 

Dienstag, 20. November 2018 bis Donnerstag, 22. November 2018

„Wie geht’s?“ - Ausstellung über psychische Erkrankungen des Vereins Irrsinnig Menschlich e.V. &  Posterausstellung zu RWTH-internen Angeboten

Die Ausstellung „Wie geht’s?“ informiert teilweise bewusst plakativ über verschiedene psychische Erkrankungen, die leider insbesondere bei jungen Menschen sehr häufig vorkommen. So wird versucht, das Thema der „unsichtbaren“ Behinderungen darzustellen und damit zur Sensibilisierung und zum Austausch darüber anzuregen.
Es gibt an der RWTH eine Reihe von Institutionen, die Hochschulangehörige mit Behinderungen bzw. chronischen Erkrankungen unterstützen. Sie stellen sich mit eigenen Postern vor und stehen im Rahmen der zentralen Veranstaltung für einen Austausch zur Verfügung.

Wo? Foyer des Reiff-Museums, Schinkelstraße 3
Was? Ausstellungen
Weitere Informationen Webseite
Organisation

Katrin Feldmann, Stabsstelle für Gender and Diversity Management (IGaD)

 

Dienstag, 20. November, 10 bis 13 Uhr

Inklusion im Kontext Schule

Inklusive Lehr-Lern-Situationen stellen Lehrkräfte im Unterrichtsalltag vor vielfältige Herausforderungen: Das gemeinsame Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Förderbedarf muss auf individuelle Lernstände abgestimmt werden, gleichzeitig sind fachliche Anforderungen zu erfüllen.

Ziel des Workshops ist es, diesen „schwierigen Spagat" zwischen fachlicher Standardisierung und auf die Lernenden zugeschnittener Individualisierung am Beispiel Deutschunterricht zu thematisieren. Hieran anknüpfend werden erste (deutsch-)didaktische Konzepte und Best-Practice-Beispiele, wie gemeinsames Lernen gelingen kann, präsentiert.

Wo? SuperC, Seminarräume 1.29/1.30, Templergraben 57
Was? Workshop
Referentinnen Dr. Katharina Böhnert und Dr. Meike Penkwitt
Anmeldung Anmeldung via
 

Dienstag, 20. November 2018, 11 bis 13 Uhr

Gemeinsam vielleicht(er)!?– Umgang mit psychisch chronisch Erkrankten

Ziel des Workshop ist es, das Umfeld von Menschen mit chronischen Erkrankungen der Psyche für einen Umgang mit diesen zu sensibilisieren und zu stärken. Mit theoretischem Input und aktivierenden Übungen sollen das Verstehen, die Begleitung sowie das Wahrnehmen der eigenen Grenzen gefördert werden.

Wo? Zentrale Studienberatung, Seminarraum 1, EG links, Templergraben 83
Was? Workshop
Referentinnen Lea Kühn von Burgsdorff und Katharina Willius, Zentrale Studienberatung der RWTH
Anmeldung Anmeldung via
 

Dienstag, 20. November 2018, 13.30 bis 15.30 Uhr und 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr

Schwerbehindert + Arbeit = Schwerbehindertenvertretung

Praktische Hilfe und zielgerichtete Beratung vor Ort

Die Schwerbehindertenvertretung informiert über „Unsichtbare Behinderungen und Krankheiten“. Im Zusammenhang mit dem Thema „Diagnose Brustkrebs – Fakten und Gefühle“ wird eine betroffene Mitarbeiterin von ihren persönlichen Erfahrungen berichten. Ziel ist es, erkrankten oder von der Diagnose bedrohten Frauen sowie ihren Familienangehörigen, Freundinnen und Freunden die Möglichkeit zu geben, sich über diese belastende Situation auszutauschen und miteinander in Kontakt zu treten.
Die Schwerbehindertenvertretung stellt weiterhin umfangreiches Informationsmaterial zum Thema „Schwerbehinderung“ zur Mitnahme zur Verfügung. Als seit dem 01.01.2018 neu gewähltes Team beantworten wir zudem gerne

Wo? SuperC, Seminarräume 1.29/1.30, EG links, Templergraben 57
Was? Vortrag und Austauschrunde
Wie? Anmeldung via
Veranstalter Schwerbehindertenvertretung (SBV)
Referierende
  • Jürgen Heutz
  • Heide Walazkowski
 

Mittwoch, 21. November 2018, 9 bis 11 Uhr

Einführung in das Thema DeafGain

In diesem Vortrag wird ein kurzer Abriss über die Entwicklung der Gebärdensprache aufgezeigt. Des Weiteren wird ein Einblick in die Veränderung der heutigen Gesellschaft gegeben, in der den fünf Sinnen und ihren erfühlbaren Emotionen immer größer werdende Rollen zugeschrieben werden. Im anschließenden Workshop werden die Teilnehmenden die besonderen Fähigkeiten tauber Menschen herausarbeiten. Es wird darüber diskutiert werden, wie diese besonderen Möglichkeiten tauber Menschen zum Beispiel im Bildungsbereich genutzt werden können. Ebenfalls wird in Gruppenarbeiten herausgearbeitet werden, welche Rolle die Gebärdensprache und deren Nutzung dabei spielen kann. Bei diesen herauszustellenden Möglichkeiten spricht man von „DeafGain“. Anknüpfend an die Thematik der verschiedenen Facetten des „DeafGain-Konzeptes“ wird die „DeafDidactics“ ebenfalls Thema im Workshop sein.

Wo? Zentrale Studienberatung, Seminarräume 1.29/1.30, EG links, Templergraben 57
Was? Workshop
Anmeldung Anmeldung via
Veranstalter SignGes – Kompetenzzentrum für Gebärdensprache und Gestik
Referenten
  • Horst Sieprath
  • Bastian Staudt
Weitere Informationen Der Vortag wird in Gebärden- beziehungsweise Lautsprache übersetzt
 

Mittwoch, 21. November 2018, 10 bis 12 Uhr

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Ist man etwa aufgrund eines Notfalls oder altersbedingt nicht mehr in der Lage, Angelegenheiten selbst zu regeln, ist es beruhigend, eine vertraute Person dazu ermächtigt zu haben. Hierbei stellen sich jedoch im Vorfeld viele Fragen. Im Rahmen der Informationsveranstaltung werden verständliche Informationen und praktische Hinweise zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht vermittelt.
Musterformulare werden ausgehändigt und besprochen.

Inhalt
  • Welche rechtliche Form ist geeignet, um für den Fall der Fälle Vorsorge zu treffen?
  • Worin unterscheidet sich die Vorsorgevollmacht von der Patientenverfügung?
  • Welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen rechtlichen Konstruktionen?
  • Welche Kosten fallen an und wer muss sie tragen?
Wo? Hauptgebäude, Großes Senatssitzungszimmer, Raum 009, Templergraben 55
Was? Infoveranstaltung
Anmeldung Anmeldung via
Veranstalter Familienservice des Gleichstellungsbüros
Referent
  • Dr. Michael Jüttner, Richter am Amtsgericht Düren
 

Mittwoch, 21. November 2018, 11.45 bis 12.45 Uhr

Alkoholismus als chronische Erkrankung – Einblicke in die Lebenswelt Betroffener und die therapeutische Arbeit

Der Genuss von Alkohol ist für die meisten Menschen selbstverständlich: In Deutschland konsumieren 6 Prozent der Bevölkerung überhaupt keinen Alkohol, rund 3 Prozent haben eine Alkoholabhängigkeit, etwa 13 Prozent konsumieren Alkohol in gesundheitsgefährdender Weise. Mehrere Faktoren führen meist über einen längeren Zeitraum zu Abhängigkeiten, wobei die Übergänge von Genuss, problematischem Konsum und Abhängigkeit fließend sind, dazu zählen:

  • soziale Faktoren (Familie, Freunde, Arbeitsplatz et cetera)
  • psychische Faktoren (zum Beispiel Alkohol als „Angstlöser“)
  • genetische sowie biologische Faktoren (familiäre Häufung, körperliche Veränderungen durch Alkoholkonsum, Stichwort „Suchtgedächtnis“)
  • das sogenannte Suchtpotenzial einer Substanz, das heißt die Fähigkeit, abhängig zu machen

Die chronische Alkoholerkrankung gilt als finale Phase innerhalb der „Alkoholikerkarriere“. Der Weg dorthin und die therapeutischen Möglichkeiten sind Inhalt des Workshops.

Wo? SuperC, Seminarräume 1.29/1.30, Templergraben 57
Was? Workshop
Veranstalter Beratungsstelle für Soziales, Supervision & Organisationsentwicklung RWTH & Suchtkrankenhelfer der RWTH
Referenten
  • Jörg Seigies
  • Rolf Gombert
 

Mittwoch, 21. November 2018, 16 bis 19 Uhr

„Inklusion macht stark!“

Zentrale Veranstaltung der „Tage der Vielfalt“

  Ort Foyer des Reiff-Museums, Schinkelstraße 3
  Gesamtmoderation Prof. Dr. Alexander Markschies,
Dekan der Fakultät für Architektur, RWTH
16 Uhr

Begrüßung

  • Prof. Dr. Ulrich Rüdiger, Rektor
  • Prof. Dr. Doris Klee, Prorektorin für Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs, beide RWTH
16.15 Uhr

Impulsvortrag
Hochschulangehörige und Behinderung – Wissensstand und Forschungslücken

  • Dr. Caroline Richter, Institut für Arbeitswissenschaft der Ruhr-Uni Bochum
17 Uhr

Impulsvortrag
Inklusion an der TU Dresden – Ein Beispiel für Good Practice an Technischen Hochschulen

  •  Cornelia Hähne, Leiterin der Stabsstelle Diversity Management der TU Dresden
17.45 Uhr Podiumsdiskussion
Perspektiven für die Inklusion an der RWTH
  • Dr. Caroline Richter
  • Dr. Cornelia Hähne und
  • Manuela Aye, Leiterin der Stabsstelle IGaD, RWTH

Moderation: Prof. Dr. Gerd Ascheid, Vorsitzender des AK Inklusion, RWTH

18.15 Uhr Posterausstellung der RWTH-Institutionen Austausch bei Snacks und Getränken
19 Uhr Ende der Veranstaltung  
 

Mittwoch, 21. November 2018, 20 Uhr

Lieber Leben (DmdU)

Frankreich 2017
Benjamin hat haufenweise Pläne und einen großen Sinn für Humor. Auch Farid hatte einiges vor, bevor er vor Jahren durch einen Unfall im Rollstuhl landete. Die beiden treffen sich in einem Reha-Zentrum, in das auch Benjamin verlegt wird, nachdem er sich einen Halswirbel gebrochen hat. Er wird lebenslang behindert sein, heißt es. Ob telefonieren, pinkeln oder essen – nichts geht bei Benjamin mehr ohne die Hilfe von der ungeschickten Schwester Christiane und von dem immer viel zu gut gelaunten Pfleger Jean-Marie. Trotzdem gibt Benjamin nicht auf, er reißt einen Witz nach dem nächsten über die bedeutungslustige Reha-Psychologin und die unzumutbaren Stützstrümpfe. Benjamin trifft auch auf Toussaint und Steeve, ebenfalls Patienten, die die große Kunst gelernt haben, das Unglück einfach auszulachen. Und dann ist da noch die bildhübsche Samia, in die Benjamin sich auf den ersten Blick verliebt. Eine Gruppe voller Knallköpfe und Kämpfer – versehrte Helden, die gemeinsam die Verzweiflung aus dem Weg räumen und jeden Millimeter Bewegung feiern.

Wo? Hauptgebäude, Aula, Templergraben 55
Was? Filmvorführung
Veranstalter Filmstudio der RWTH
Eintritt 3 Euro
     

    Donnerstag, 22. November 2018, 10 bis 13 Uhr

    Barrierefreie Hochschullehre

    Damit die Hochschule ein Ort sein kann, an dem Vielfalt und Heterogenität geschätzt werden, sind der Abbau von Barrieren sowie die Übernahme und Durchführung von Maßnahmen zur Sicherung der Teilhabe zentrale Voraussetzungen. Da die Studierenden bei der Gestaltung eines barrierefreien Studiums maßgeblich auf die Lehrenden angewiesen sind, ist die Sensibilisierung der Lehrenden ein wichtiger Schritt. Der Workshop soll Verständnis wecken und gibt Lehrenden Antworten auf Fragen, wie ein persönlicher Beitrag zum Umgang mit beeinträchtigten Studierenden gestaltet werden kann.

    Wo? SuperC, Seminarräume 1.29/1.30, Templergraben 57
    Was? Workshop
    Anmeldung via
    Veranstalter
    • Larissa Elsmann, ExAct – Excellent Academic Teaching im Center für Lehr- und Lernservices (CLS)
     

    Donnerstag, 22. November 2018, 18 bis 20 Uhr

    Wie beeinflusst die Technik den Menschen?

    Der bekannte Referent und Blogger Enno Park erlangte vor acht Jahren sein Gehör durch ein „elektrisches Ohr“ wieder, nachdem er zuvor sein halbes Leben am Rande der Gehörlosigkeit verbracht hatte. Seitdem bezeichnet er sich selbst als Cyborg – als kybernetischen Organismus – und geht der faszinierenden Frage nach, wie Technik den Menschen individuell, gesellschaftlich und kulturell beeinflusst.
    Ob unsere Gesellschaft als Ganzes nicht längst ein solcher Cyborg ist, ob Technik nicht längst Teil unserer Identitäten ist und wie die Technik das Leben von Menschen mit Handicap verbessern und erleichtern kann – mit diesen spannenden Fragen beschäftigt sich Enno Park in seinem Vortrag.

    Wo?

    C.A.R.L., HO5, Claßenstraße 11, 52072 Aachen

    Was? Vortrag
    Referent Enno Park
    Eintritt frei
    Info

    Vortrag wird simultan in Gebärdensprache übersetzt

    Veranstalter Svea Rescheleit und Josefine Rückert, Beauftragte für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung (VORSCHUB) in Kooperation mit dem AStA