SPEAR: Instutioneller Wandel in Wissenschaft und Forschung durch Gender Equality Plans

08.01.2019

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Manuela Aye

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Das EU-Projekt SPEAR – Supporting and Implementing Plans for Gender Equality in Academia and Research – ist eine Initiative zur Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit in Forschung und Wissenschaft. Es wird im Rahmen des EU-Programm „Horizon 2020: Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft“ von der EU-Kommission gefördert.

 

Obwohl es bereits zahlreiche europäische Projekte zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit an Forschungseinrichtungen gibt, sind nach wie vor große Herausforderungen zu bewältigen, die zum Teil auf das Fehlen unterstützender Strukturen zurückzuführen sind. SPEAR hat das Ziel, diesbezüglichen institutionellen Wandel durch die Umsetzung von Gleichstellungsplänen – so genannten Gender Equality Plans – an neun europäischen Forschungseinrichtungen voranzutreiben.

SPEAR hat ein Budget von drei Millionen Euro über einen Projektzeitraum von vier Jahren und wird von Eva Sophia Myers und Liv Baisner von der University of Southern Denmark als Principal Investigators koordiniert. Elf Forschungseinrichtungen aus neun europäischen Ländern sind an dem Projekt beteiligt. Der offizielle Startschuss für das Projekt fällt am 23. Januar 2019 in Odense, Dänemark. An der RWTH wird das Projekt seitens des Integration Team – Human Resources, Gender and Diversity Management (IGaD) unter der Federführung von Manuela Aye koordiniert.

Ziele, Maßnahmen und erwartete Auswirkungen von SPEAR

SPEAR begleitet die Umsetzung von Gleichstellungsplänen mit dem Ziel, die Chancengleichheit von Frauen und Männern an europäischen Universitäten zu erhöhen. Das Projekt greift hierbei auf das vom europäischen Institut für Gleichstellung (EIGE) entwickelte „GEAR-Toolkit“ zurück.

Im Rahmen des Projekts werden Lerngemeinschaften (Communities of Learning, CoL) etabliert, in denen die Projektpartnerinnen und -partner gemeinsame und einrichtungsspezifische Handlungsbedarfe identifizieren. Gleichzeitig werden Praxisgemeinschaften (Communities of Practice, CoP) für den Austausch praktischer Erfahrung und die Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen der Gleichstellungsarbeit eingerichtet. Die eng miteinander verzahnten Lern- und Praxisgemeinschaften bieten somit unterstützende Strukturen für die Implementierung der Gleichstellungspläne.

Bei der Umsetzung greift SPEAR auf vom europäischen Institut für Gleichstellung (EIGE) entwickelte Handreichungen zurück. Der angestrebte nachhaltige institutionelle Wandel wird durch eine methodologisch ausgereifte, prozessorientierte Herangehensweise erzielt. Mithilfe eines Bewertungssystems sowie strategischer Kommunikationsmaßnahmen werden die institutionellen Lerneffekte des Projekts innerhalb der beteiligten Einrichtungen langfristig gesichert.

Besonderen Wert legt das Projekt auf die Nachhaltigkeit der zur Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit getroffenen Maßnahmen. Hierzu steht das Projekt in engem Austausch mit anderen gleichstellungsorientierten EU-Projekten. Neben Vernetzung und Gemeinschaftsbildung steht die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen im Vordergrund.

SPEAR ist auf die Erzielung folgender Ergebnisse ausgerichtet:

  • Erhöhung der Anzahl von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die einen Gleichstellungsplan umsetzen
  • Erhöhung des Frauenanteils in Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie in entsprechenden Beschlussorganen
  • Verbesserte Karriereaussichten von Frauen in Forschung und Wissenschaft
  • Stärkere Einbeziehung von Genderaspekten in der Forschung

Projektkonsortium

Elf Einrichtungen aus neun europäischen Ländern sind am SPEAR-Projekt beteiligt: University of Southern Denmark, Dänemark; Uppsala University, Schweden; RWTH Aachen, Deutschland; Europa Media Non-Profit Ltd., Ungarn, Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH, Österreich, South-West University, Bulgarien; University of Plovdiv, Bulgarien; Vilnius University, Litauen; Vytautas Magnus University, Litauen; Universidade Nova de Lisboa, Portugal, University of Rijeka, Kroatien.