Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2019 an Professor Matthias Wessling

14.03.2019

Der Membranexperte vom Lehrstuhl für Chemische Verfahrenstechnik der RWTH war einer der vier Wissenschaftlerinnen und sechs Wissenschaftler, denen am 13. März 2019 der Leibniz-Preis in Berlin verliehen wurde.

  Professor Matthias Wessling Urheberrecht: Peter Winandy

Der führende Experte auf dem Gebiet der Membrantechnologie und Polymerforschung wird geehrt für seine richtungsweisenden Arbeiten zur Synthese, Beschreibung und zum Verständnis semipermeabler, also teilweise durchlässiger synthetischer Membranen.

Generell sind Membrane dünne Materialschichten, die zwei Räume voneinander trennen. Damit werden sie zu wichtigen Bestandteilen in vielen industriellen Prozessen, etwa bei der Wasserentsalzung, Abwasser- und Abgasbehandlung oder bei Hochleistungsbatterien und Brennstoffzellen.

Durch Wesslings Forschungsarbeiten war es erstmals möglich, die Membranfunktionalität präzise zu justieren und die daraus resultierenden Wirkmechanismen zu analysieren und zu verstehen. Seine grundlegenden Untersuchungen finden inzwischen in vielen Produkten Verwendung, sowohl in der Industrie als auch in der Medizintechnik, etwa bei der Nierendialyse. Derzeit arbeitet Wessling verstärkt daran, die Welt der synthetischen und biologischen Membranen zusammenzuführen.

Matthias Wessling studierte Chemietechnik in Dortmund und Cincinnati. Danach forschte er in den Niederlanden, wo er an der Universität Twente promoviert wurde und eine Professur für Membrantechnologie innehatte. 2010 folgte er einem Ruf als Humboldt-Professor an den Lehrstuhl für Chemische Verfahrenstechnik, ein Mitglied des Lehrstuhlverbunds der Aachener Verfahrenstechnik (AVT) der RWTH Aachen. In Aachen widmete er sich zudem dem Ausbau des Leibniz-Instituts für Interaktive Materialien (DWI).

Die Preisverleihung 2019

Von den zehn Preisträgerinnen und Preisträgern kommen jeweils drei aus den Geistes- und Sozialwissenschaften und den Lebenswissenschaften sowie jeweils zwei aus den Naturwissenschaften und den Ingenieurwissenschaften. Die Ausgezeichneten erhalten je ein Preisgeld von 2,5 Millionen Euro. Verliehen wurden die Leibniz-Preise 2019 am 13. März in Berlin. Hier geht es zur Laudatio auf Professor Matthias Wessling.