Dipl.-Ing. Henning Ranft (BBK 3)

  Henning Ranft

„Im Hinblick auf immer knapper werdende Ressourcen wird der Abbau von Lagerstätten mit geringeren Wertmineralgehalten und eine möglichst vollständige Lagerstättennutzung immer wichtiger.“ (Dipl.-Ing. Henning Ranft)

Das 1966 an der RWTH Aachen gegründete Institut für Bergbaukunde III war das erste Institut für Tagebautechnik seiner Zeit im deutschsprachigen Raum. Seitdem beschäftigt sich der Lehrstuhl mit der übertägigen Gewinnung mineralischer Rohstoffe und fossiler Brennstoffe. Diese werden weltweit überwiegend im Tagebau gewonnen, mineralische Rohstoffe sogar fast ausschließlich. Zu den traditionellen Aufgaben des Instituts gehören die Optimierung des technisch-wirtschaftlichen Systems Tagebau unter den Bedingungen eines an die Lagerstätte gebundenen Betriebs sowie die Minimierung des Ressourcenverbrauchs und der durch den Abbau erzeugten Umwelteinwirkungen.

Einer der rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist der Ingenieur und Doktorand Henning Ranft. Er beschäftigt sich mit der selektiven Gewinnung mineralischer Rohstoffe im Tagebau. Neben seiner Forschungstätigkeit übernimmt er die Betreuung von Bachelor-/Master-Arbeiten und leitet die Übung „Grundlagen Tagebauplanung“ im Bachelorstudiengang Rohstoffingenieurwesen.

Während seines Bergbau-Studiums an der RWTH Aachen mit der Vertiefungsrichtung Gewinnung nahm er am European Mining Course (EMC) teil. Dieser bietet jungen Studenten die Möglichkeit, ein dreiviertel Jahr an mehreren europäischen Universitäten zu studieren und zahlreiche Rohstoffbetriebe in Europa kennenzulernen.

Weitere Auslandserfahrung sammelte er bei einem Praktikum in Australien und später während seiner Diplomarbeit in Indien. Dort beschäftigte er sich bereits mit der Optimierung eines Tagebaus zur selektiven Gewinnung von Kohleflözen. In diesem Forschungsfeld ist er auch am Institut schwerpunktmäßig tätig und befasst sich mit der sprengstofflosen Gewinnung im Festgestein sowie der Abbauoptimierung im Tagebau mit selektiven Gewinnungsverfahren.

Als selektive Gewinnung bezeichnet man den voneinander getrennten Abbau verschiedener Materialien mit unterschiedlichem Mineralgehalt in einem Tagebau. Derzeit wird weltweit Festgestein im Tagebau hauptsächlich mittels „Bohren und Sprengen“ gelöst, wodurch sich das gesprengte Material vermischt. Bei sehr heterogenen Lagerstätten kann es so zu einer Qualitätsminderung kommen, die durch eine selektive Gewinnung vermieden werden kann. Diese Art der Gewinnung ist zwar technisch aufwändiger und erfordert eine genauere Abbauplanung, bietet aber entscheidende Vorteile. So wird beispielsweise durch Kosteneinsparungen im Gesamtprozess der Abbau von ärmeren Lagerstätten wirtschaftlicher, da insgesamt weniger Material bewegt werden muss und damit geringere Lade- und Transportkosten anfallen. Zusätzlich werden Emissionen (Lärm & Vibrationen) sowie sprengstoffbedingte Arbeitsrisiken verringert.