Projekt Imp@ct

  Imp@ct Urheberrecht: MRE Energieerzeugung durch Solarmodule auf der Endböschung einer Sand- und Kiesgrube

Der Bergbau auf mineralische Rohstoffe schuf in den letzten Jahrhunderten die wirtschaftliche Basis Europas. Heutzutage sind viele Erzlagerstätten Europas erschöpft bzw. gegenüber den großen „world-class“ Lagerstätten anderer Kontinente wirtschaftlich uninteressant.

Der weltweite Rohstoffmarkt ist derzeit durch eine Überproduktion von Rohstoffen geprägt bei zugleich niedrigen Rohstoffpreisen. Viele Bergbaukonzerne größerer Lagerstätten versuchen durch eine Maximierung ihrer Abbauraten bei zeitgleicher Reduzierung ihrer operativen Kosten die entstehenden Verluste zu kompensieren. Dies führt jedoch unweigerlich zu einem weiter wachsenden Überangebot an Rohstoffen. Verstärkt wird dieser Trend durch stetig sinkende Gehalte der in Abbau stehenden Lagerstätten. Es besteht somit kein ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage.

Auf eine steigende oder sinkende Nachfrage an Rohstoffen kann nicht mehr flexibel reagiert werden. Dieses Problem betrifft vor allem die kritischen Rohstoffe, welche gegenüber den Massenrohstoffen in einem deutlich geringeren Maß abgebaut werden und sich für viele Unternehmen, aufgrund der geringen Volumina, eine derartige Investition als nicht lukrativ darstellt. Kleinere Unternehmen werden durch diese Entwicklungen aus dem Markt gedrängt. Einzig die Konzerne, welche in Besitz der derzeit größten Erzlagerstätten sind, können sich am Markt etablieren.

Im Rahmen des Imp@ct Projektes mit dem Titel: „Integrated Modular Plant and Containerised Tools for Selective, Low-impact Mining of Small High-grade Deposits“, welches durch das Horiziont 2020 Programm der EU gefördert wird, werden die genannten Probleme aufgegriffen und Lösungen, unter der Berücksichtigung umweltrelevanter und sozialer Aspekte, erarbeitet. Ziel ist es, ein switch on-switch off Betriebssystem (SOSO) zu entwickeln, welches den nachhaltigen und bedarfsgerechten Abbau kleiner, komplexer, hochgradig vererzter, metallführender Lagerstätten ermöglicht. Im Fokus hierbei steht die Entwicklung mobiler und modularer Gewinnungs- und Aufbereitungsanlagen.

Folgende Aspekte stehen hierbei im Vordergrund:

  • Niedrige Investitionsschwellen sollen den Einstieg für neue Bergbaubetriebe in den Markt erleichtern um geografischen Produktkonzentrationen entgegen zu wirken,
  • Vermeidung möglicher Überproduktionen,
  • Förderung des Abbaus kritischer Metallrohstoffe,
  • Flexible schnelle Reaktionen auf globale Entwicklungen des Rohstoffmarktes bezüglich Angebot und Nachfrage unter der Berücksichtigung der Sozialverträglichkeit der genannten Aspekte.

Das MRE ist in drei von insgesamt neun Arbeitspaketen involviert. Dabei beschäftigt sich das Institut zum einen mit der Analyse und Vorhersage von Acid Mine Drainage und zum anderen mit der Entwicklung und Validierung eines regenerativen nachhaltigen Energiekonzeptes für die Energieversorgung des Gesamtsystems (Abbau & Aufbereitung). Zudem erfolgt die Entwicklung von Simulationsmodellen und mathematischen Algorithmen zur Optimierung des Gewinnungssystems auf Basis des entwickelten Lagerstättenmodels.

Neben dem MRE sind weitere Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen aus Großbritannien, Frankreich und Finnland am Imp@ct Projekt beteiligt. Als Fallstudien dienen zwei Lagerstättendistrikte in Bosnien-Herzegowina. Die erarbeiteten Ergebnisse sollen eine globale Anwendung finden.

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Marjan Knobloch

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