Transportieren künftig Drohnen Gewebeproben zum Labor?

16.02.2021

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Die Stadt Aachen, das Institut für Flugsystemdynamik der RWTH Aachen, die flyXdrive GmbH und die Droniq GmbH kooperieren im europäischen Innovationsprojekt SAFIR-med – „Safe and Flexible Integration of Advanced U-Space Service for Medical Air Mobility“.

 

Das aktuell gestartete Projekt ist in der Urban Air Mobility Initiative der MAHHL-Städte – Maastricht, Aachen, Hasselt, Heerlen und Lüttich – angesiedelt. Ziel ist, unbemannte Flugsysteme, kurz UAVs, zum Transport medizinischer Güter zwischen Krankenhäusern in der Euregio Maas-Rhein einzusetzen und so das System der Gesundheitsversorgung zu unterstützen.

Transport von eiligen Gütern

Unbemannte Flugsysteme entwickeln sich zu einer vielversprechenden Lösung für den schnellen und zuverlässigen Transport von medizinischen Gütern. Im Vergleich zu bodengebundenen Transportmöglichkeiten, punkten sie mit einer höheren Effizienz. Verspätungen aufgrund von Staus oder Umleitungen scheiden hier aus. Medizinische Güter wie Blutkonserven und Gewebeproben, bei denen der Transport mitunter sehr zeitkritisch ist, lassen sich via Drohne daher schneller und mit einer höheren Pünktlichkeit liefern.

Notfallversorgung über Ländergrenzen

Im Rahmen des Innovationsprojekts SAFIR-med sollen nun die Voraussetzungen erforscht werden, unter denen eine schnelle, sichere und effiziente Notfallversorgung auch über Ländergrenzen zur lebensrettenden Routine werden kann. Daher untersuchen RWTH und flyXdrive, wie unbemannte Luftfahrzeuge auch in schwierigen Wetterbedingungen bei Tag und Nacht vollständig automatisiert über größere Entfernungen sicher und zuverlässig fliegen können. In Zusammenarbeit mit den Luftfahrtbehörden aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien werden die Flugsysteme und deren Flugrouten so angepasst, dass alle europäischen und nationalen Vorgaben bezüglich Sicherheit, Privatsphäre und Umweltschutz erfüllt werden.

Alle Flüge in der MAHHL-Region werden dabei – teilweise mit Unterstützung von den Partnern aus Belgien und den Niederlanden – kontinuierlich von der Frankfurter Droniq GmbH überwacht. Möglich macht das die Nutzung des Droniq UTM, eines Verkehrsmanagementsystems für Drohnen, das den Piloten am Boden mit einem kombinierten Luftlagebild aus bemannten und unbemannten Luftfahrzeugen versorgt. Bei der Durchführung der Demonstration ist so sichergestellt, dass es zu keiner Gefährdung von Flugzeugen oder Hubschraubern durch die unbemannten Flugsysteme kommt. Außerhalb von Deutschland wird ein entsprechender Ablauf mit weiteren Projektpartnern aus den Niederlanden und Belgien über Ländergrenzen hinaus sichergestellt.

Bürgerlabor OecherLab

Die Stadt Aachen wird die Projektinhalte im neu eröffnenden Bürgerlabor OecherLab vorstellen. In Veranstaltungen sollen unter anderem die Potenziale diskutiert, aber auch Themen wie der Schutz der Privatsphäre, die sich aus dem Flugbetrieb ergeben, beleuchtet werden. Als Koordinatorin der UAM-MAHHL-Initiative kümmert sich die Stadt Aachen auch um den erforderlichen Austausch zwischen den für die Demonstration ausgewählten Krankenhäusern, nämlich der Uniklinik RWTH Aachen, dem Medical Center Zuyderland in Heerlen und dem Maastricht University Medical Center.

SAFIR-med bringt die euregionale Urban Air Mobility Initiative weiter voran

SAFIR-med fügt sich in die von der Stadt Aachen koordinierten Aktivitäten zur Urban Air Mobility Initiative der MAHHL-Städte ein, in der Anwendungen unbemannter Flugsysteme bis hin zu Lufttaxis für die Bürger*innen der Euregio Maas-Rhein konzipiert und demonstriert werden. Der medizinische Anwendungsfall steht dabei seit Beginn im Fokus. Erfolgreich wurden bereits Projekte zum grenzüberschreitenden Such- und Rettungsflug (GrenzFlug) sowie zum AED-Transport in Notfällen (RescueCopter) durchgeführt.

SAFIR-med

Projektpartner sind: Stadt Aachen, Institut für Flugsystemdynamik der RWTH Aachen, flyXdrive, Droniq, Future Needs Management Consulting, Skeyes, Unifly, AgentFly Technologies, Hellenic U-Space Institute, SkeyDrone, NSX, INVOLI, MAVlab der TU Delft, HyFly, SABCA und EHang. Das Konsortium wird von dem belgischen Unternehmen ‚Helicus‘ koordiniert. Das Projekt wird Rahmen von ‚Horizont 2020‘, dem Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union unter dem Fördervertrag Nr. 101017701 im Förderaufruf „SESAR-VLD2-03-2020: U-space capabilities and services to enable Urban Air Mobility“ finanziert.

Weitere Informationen und Neuigkeiten zum Projekt gibt es im Internet unter www.safir-med.eu.