CERMcity ermöglicht Forschung und Entwicklung zum autonomen und vernetzten Fahren in der Stadt

27.03.2018
Personen werfen mit Spaten Erde in die Luft Andreas Schmitter

Spatenstich für die hochmoderne Testumgebung im Aldenhoven Testing Center, ATC, der RWTH Aachen.

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Micha Lesemann

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Die Mobilität von morgen wird durch das automatisierte und vernetzte Fahren geprägt sein. Innenstädte stellen dabei die größte Herausforderung dar. Die Testumgebung CERMcity setzt den Rahmen für Forschung, Entwicklung und Absicherung der notwendigen Systeme und Fahrzeuge. Das Forschungsprojekt ergänzt die bereits bestehenden Strecken des ATC der RWTH Aachen. Es erlaubt die sichere und reproduzierbare Darstellung von Situationen des städtischen Verkehrs. Heute erfolgte im Beisein des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel MdB, der symbolische Spatenstich.

„Die Umsetzung vollautomatisierter Fahrfunktionen hängt besonders von technologischen Fortschritten bei Elektronik und Sensorik ab. Mit der vom Forschungsministerium unterstützen Testumgebung CERMcity im Aldenhoven Testing Center schaffen wir die Voraussetzung für diese Fortschritte“, sagte Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel. Grundlegend für die erfolgreiche Markteinführung ist eine hinreichende Validierung. Im Vorhaben CERMcity wird die Basis für eine Validierung von Funktionen und Systemen geschaffen.

Sichere und reproduzierbare Darstellung von städtischen Verkehrssituationen

Wesentlicher Bestandteil dieses gesamten Prozesses ist eine städtische Testumgebung, die in das ATC der RWTH Aachen integriert wird. Sie ergänzt die bestehenden Strecken und erlaubt zukünftig die sichere und reproduzierbare Darstellung von städtischen Verkehrssituationen. Hierfür werden beispielsweise Kreuzungen, Parkbereiche, Haltestellen, Zebrastreifen sowie eine flexible Multifunktionsfläche errichtet. Hinzu kommen simulierte Häuserfronten und eine Abdeckung mit Funktechnologien zur Einbindung von Sensoren und Aktoren.

Ein Projektbeirat mit Vertretern von über 40 Unternehmen und Institutionen hat anhand von Anwendungsfällen die Grundlage für die Testumgebung erarbeitet. Ein symbolischer Spatenstich gab am 27. März 2018 den Startschuss für die Bauarbeiten. Die physische Umgebung, die Fahrzeugplattformen und die Methodik werden ab Oktober 2018 allen interessierten Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung stehen. Sie komplettieren die Möglichkeiten des ATC, zu denen auch eine Vernetzung der Fahrzeuge untereinander und mit anderen Verkehrsteilnehmenden – V2X – mittels aller relevanten Technologien wie WLAN – 802.11p, Internet – sowie Mobilfunk – Vodafone 5G Mobility Lab – gehören.

Im ATC werden mit CERMcity die Kompetenzen der RWTH und ihrer Partnerinnen und Partnern in der Mobilitätsforschung erheblich erweitert. Expertinnen und Experten und modernste Forschungsinfrastruktur sind die Voraussetzung, um die zahlreichen Fragen rund um die Mobilität von morgen zu lösen. Das Future Mobility Lab an der RWTH Aachen unter Leitung von Professor Lutz Eckstein koordiniert die interdisziplinäre Kooperation. „Die Gestaltung der zukünftigen Mobilität erfordert eine enge Zusammenarbeit nicht nur zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen, sondern auch zwischen Hochschulen und Unternehmen unterschiedlicher Branchen – dafür schaffen wir hier mit Unterstützung des BMBF die idealen Voraussetzungen“, betont Eckstein.

Förderung des Bundesministeriums

Das Projekt CERMcity startete im Oktober 2016 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF, mit rund 3,3 Millionen Euro gefördert. Die RWTH Aachen koordiniert das Gesamtvorhaben mit Beteiligung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, der FH Aachen, des TÜV Rheinland sowie der Firmen BASELABS und Silicon Radar. Seitens der RWTH Aachen sind das Institut für Kraftfahrzeuge, das Institut für Regelungstechnik sowie das Institut für Hochfrequenztechnik involviert.

Bildunterschrift

Der erste Spatenstich für das Projekt CERMcity im Aldenhoven Testíng Center mit Staatssekretär Thomas Rachel (3. von rechts).