RWTH im Verbund Nationales Hochleistungsrechnen

13.11.2020
Luftbild Urheberrecht: Peter Winandy

Nach Antragstellung zusammen mit der TU Darmstadt wird die RWTH in das Konsortium aufgenommen, das allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen optimierte Rechenbedingungen schafft.

 

Die RWTH Aachen gehört künftig dem von Bund und Ländern geförderten Verbund für das Nationale Hochleistungsrechnen (NHR) an. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) empfahl in ihrer Sitzung am 13. November 2020, die RWTH und die TU Darmstadt nach deren gemeinsamen Antragstellung in das Konsortium aufzunehmen. Insgesamt werden bundesweit erstmalig acht Rechenzentren von Hochschulen aufgenommen. Aus NRW gehören die Universitäten in Aachen und Paderborn dazu, die rund 11 Millionen Euro Förderung erhalten. Grundlage ist die Entscheidung von Bund und Ländern, neben Forschungsbauten und Großgeräten das Hochleistungsrechnen an Hochschulen mit 62,5 Millionen Euro jährlich über einen Zeitraum von zehn Jahren zu fördern.

Mehrere Rechenzentren von überregionaler Bedeutung werden künftig in einer zukunftsfähigen Struktur zusammengefasst und bilden den NHR-Verbund. Er soll für alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschen Hochschulen die bestmögliche Unterstützung für das Hochleistungsrechnen anbieten. Die Aufnahme in die Förderung erfolgt im Rahmen eines mehrstufigen und wissenschaftsgeleiteten Wettbewerbs. RWTH-Rektor Professor Ulrich Rüdiger bezeichnete die Entscheidung der GWK als großen Gewinn für die Universität: „Die RWTH hat in den letzten Jahren gezielt das Thema Forschungsinfrastrukturen rund um das Hochleistungsrechnen weiterentwickelt. Die Aufnahme in den NHR-Verbund ist die Anerkennung der Leistung unserer Forschenden.“

Bund und Länder wollen nicht nur Investitionskosten, sondern auch Betriebs- und Personalkosten übernehmen. So können zukünftig neben der HPC-Infrastruktur Unterstützungsdienstleistungen für die Nutzenden angeboten werden. Darauf auf-bauend bündeln die Standorte Aachen und Darmstadt unter der Federführung von Professor Matthias S. Müller (IT Center, RWTH) und Professor Christian Bischof (Hochschulrechenzentrum, TU Darmstadt) in dem „Nationalen Hochleistungsrechenzentrum for Computational Engineering Sciences“ (NHR4CES) ihre bestehenden Stärken in High Performance Computing (HPC)-Anwendungen, Algorithmen und Methoden sowie bei der effizienten Bereitstellung und Nutzung von HPC-Hardware. Zudem fördert das Mentoring-Programm von NHR4CES gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Beide Institutionen haben in den letzten Jahren Computational Engineering Sciences (CES) in Verbundprojekten, Graduiertenschulen und Studiengängen stark vorangetrieben. Im Fokus stehen Ingenieuranwendungen, insbesondere mit Blick auf komplexe Strömungsszenarien, Energiekonversion, Materialdesign und ingenieurorientierte Physik, Chemie und Lebenswissenschaften. Auch wurden in den letzten Jahren gezielt Forschungskompetenzen im parallelen Rechnen, dem Datenmanagement und der Künstlichen Intelligenz aufgebaut, die für den weiteren Fortschritt von CES unverzichtbare Kompetenzen darstellen.

Eine wichtige Rolle spielt weiterhin die langjährige Kooperation der RWTH mit dem Forschungszentrum Jülich im JARA Center for Simulation and Data Science. Es fließen viele Kompetenzen und Erfahrungen mit Tier-1 Supercomputern in NHR4CES ein. Müller und Bischof zeigen sich: „Dieser Erfolg setzt die gute Zusammenarbeit zwischen RWTH Aachen und TU Darmstadt fort. Im letzten Jahr reüssierten wir mit dem NFDI4Ing-Antrag im Rahmen des Wettbewerbs für das Nationale Forschungsdatenmanagement, jetzt entwickeln wir mit NHR4CES ein Ökosystem für das Hochleistungsrechnen, das Simulations- und datengestützte Forschung vor allem für die ingenieursorientierten, computergestützten Forschungsdisziplinen in Deutschland voranbringt.“