Ive Hermans kann mit einer Alexander von Humboldt-Professur an die RWTH Aachen kommen

17.11.2020

Katalyse-Experte forscht an der University of Wisconsin-Madison.

  Professor Ive Hermans Urheberrecht: Tatum Lyles Flick Professor Ive Hermans

Mit seiner Forschung konzentriert sich Professor Ive Hermans auf die Entwicklung nachhaltiger Technologien für die Herstellung wichtiger chemischer Bausteine, die in vielen Industriezweigen wie der Pharmazie, dem verarbeitenden Gewerbe und der Landwirtschaft verwendet werden. Jetzt wurde der Professor für Chemie sowie für Chemie- und Biotechnik an der University of Wisconsin-Madison, als einer von acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eine Alexander von Humboldt-Professur ausgewählt. Hermans wurde von der RWTH Aachen nominiert und kann nun nach Deutschland wechseln.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert seit 2009 die Alexander von Humboldt-Professuren, die mit maximal 5 Millionen Euro die höchstdotierten internationalen Forschungspreise Deutschlands sind. Der Kandidat beziehungsweise die Kandidatin muss im Ausland arbeiten und weltweit wissenschaftlich anerkannt sein. Ein interdisziplinärer Ausschuss der Alexander von Humboldt-Stiftung entscheidet über die Vergabe. Ziel ist es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandortes Deutschlands nachhaltig zu stärken.

Experte im Bereich der Katalyse und der nachhaltigen Chemie

„Professor Hermans ist ein weltweit anerkannter Experte im Bereich der Katalyse und der nachhaltigen Chemie. Mit seinen Themen passt er hervorragend in die Forschungsstrategie der RWTH Aachen und wird zentrale Forschungsfelder wie die nachhaltige Kreislaufwirtschaft, die Energiewende und insbesondere unser Exzellenzcluster „The Fuel Science Center“ wesentlich stärken“, erklärt RWTH-Rektor Professor Ulrich Rüdiger.

Im Exzellenzcluster „The Fuel Science Center“ wird nach Wegen gesucht, um erneuerbare Energie mit biomassebasierten Rohstoffen und CO2 in alternative Kraftstoffe, die Bio-hybrid Fuels, umzuwandeln. Hermans kann hier die grundlegende Katalyse mit praktischen Anwendungen verbinden, um eine tragfähige Basis für die chemische Zukunft zu schaffen. Zudem soll sein Wissen dazu beitragen, neue Initiativen zum Kunststoffrecycling erfolgreich umzusetzen.

Der gebürtige Belgier Hermans promovierte 2006 an der KU Leuven, wechselte als Postdoc an die ETH Zürich und wurde dort 2008 Assistant Professor für heterogene Katalyse. 2014 ging er als Associate Professor an die University of Wisconsin-Madison, USA, wo er 2017 die John and Dorothy Vozza Professur übernahm. Unter anderem ist er Mitglied der American Chemical Society und der Royal Society of Chemistry. Hermans wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2019 mit dem Ipatieff Prize der American Chemical Society. Dieser Preis würdigt herausragende experimentelle Arbeiten von Wissenschaftlern unter 40 Jahren auf dem Gebiet der Katalyse oder der Hochdruckchemie.

Hermans ist nach Matthias Wessling (2010, Chemische Verfahrenstechnik), David DiVincenzo (2011, Quantenphysik, gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich), Raul Fidel Tempone (2018, Angewandte Mathematik) und Wil van der Aalst (2018, Informatik) der nächste Alexander von Humboldt-Professor für die RWTH Aachen.

Redaktion: Presse und Kommunikation