Zulieferer und Dienstleister des Rheinischen Reviers schließen sich im Mine ReWIR e.V. zusammen, um Kohleausstieg vorzubereiten

05.10.2022
Personen stehen auf der Treppe des RWTH-Bergbausgebäudes Urheberrecht: © RWTH Aachen

Die Kohle geht – die Kompetenzen bleiben! Unter diesem Motto fand am 4. Oktober 2022 die Gründungsversammlung für den „Mine ReWIR e.V.“ in Aachen statt. Mine ReWIR e.V. ist ein gemeinnütziger Verein für und von Unternehmen im Rheinischen Revier, die dem Strukturwandel direkt ausgesetzt sind.

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Bereits 2020 startete das Bündnis Mine ReWIR als BMBF-gefördertes Projekt und war damit die erste Initiative für direkt betroffene Zuliefer- und Dienstleistungsunternehmen der rheinischen Braunkohleindustrie. Binnen weniger Monate schlossen sich unter Federführung zweier RWTH-Einheiten, dem Institute for Advanced Mining Technologies und dem Human Technology Center, mehr als 50 regionale Unternehmen und Multiplikatoren, darunter Wirtschaftsförderungen, Handelskammern und Regionalagenturen dem Bündnis an, um gemeinsam Zukunftswege für diese direkt betroffenen Unternehmen zu entwerfen.

Im Kern geht es darum, die vielfältigen vorhandenen Kompetenzen der Unternehmen insbesondere auch durch die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und (mittelständischen) Unternehmen so weiterzuentwickeln, dass die Unternehmen in der Region eine Zukunftsperspektive haben. Damit soll einer drohenden Entwertung der Kompetenzen und einer fortschreitenden Deindustrialisierung vorgebeugt, wissenschaftsorientierte Innovation gefördert und das industrielle Rückgrat der Region gestärkt werden.

„Gemeinsam mit RWE Power haben wir über 350 direkt betroffene Unternehmen identifiziert, die einen signifikanten Umsatz mit der regionalen Braunkohlegewinnung und -verstromung generieren und für diese Unternehmen gilt es, Lösungen zu finden“ sagt Univ.-Prof. Dr.-Ing. Elisabeth Clausen, Initiatorin des Bündnisses und Leiterin des Institute for Advanced Mining Technologies der RWTH Aachen. „Diese Lösungen müssen maßgeschneidert sein und im Dialog mit den Unternehmen erarbeitet werden, die sehr heterogen mit vielfältigen Kompetenzprofilen und überwiegend mittelständisch geprägt sind“, so Clausen.

Nun soll ein gemeinnütziger Verein die Initiative und Aktivitäten fortführen. „Zukunft kann nur gemeinsam gestaltet werden, und das wollen wir im Mine ReWIR e.V. ganz konkret anpacken“, sagt Meike Jungbluth, Geschäftsführerin der Roskopf Unternehmensgruppe aus Aachen und frisch gewählte Vorstandsvorsitzende des Vereins. „Wir wollen den Unternehmen eine Plattform bieten und konkrete Möglichkeiten zur Vernetzung und zum strukturierten Austausch, aber auch Räume und Werkstätten für das Entwickeln und Testen neuer Lösungen. Und wir hoffen, dass durch die Arbeit des Vereins die Anliegen der direkt betroffenen Unternehmen zukünftig mehr Sichtbarkeit in der Region bekommen“, so Jungbluth weiter.

Der Verein soll dazu beitragen, in der Region ein langfristig angelegtes Innovationsnetzwerk entstehen zu lassen, in dem neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Forschungsinstituten und Unternehmen sowie zwischen Unternehmen untereinander entwickelt und erprobt werden können. Die enge Vernetzung mit weiteren Partnern, insbesondere aus dem Bereich Qualifizierung, ist ebenfalls vorgesehen, damit die Menschen und ihre Kompetenzen trotz Strukturwandel nicht an Bedeutung verlieren – sondern vielmehr neue gewinnen.

Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehören neben dem Institute for Advanced Mining Technologies und dem Human Technology Center der RWTH Aachen, die RWE Power, die Roskopf Unternehmensgruppe, Hecker & Krosch, 3WIN Maschinenbau, Actemium Fördertechnik Rheinland, die Nivelsteiner Sandwerke und Sandsteinbrüche, die IHK Aachen, die AGIT und der TÜV Nord Bildung.

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Von links nach rechts: Prof. Stefan Böschen (RWTH), Prof. Elisabeth Clausen (RWTH), Nina Walkenbach (AGIT), Dr. Peter Kramp (Hecker & Krosch), Meike Jungbluth (Roskopf Gruppe), Thomas Wendland (IHK Aachen), Aarti Sörensen (RWTH), Dr. Markus Kosma (RWE Power), Charles Russel (Nivelsteiner Sandwerke und Sandsteinbrüche), Phillipp Schollmeyer (RWE Power), Dagmar Wirtz (3WIN), Erich Wendland (Actemium Fördertechnik Rheinland).