Projekt ACCorD

  Schilder neben der Autobahn Urheberrecht: © ika RWTH

Sie stehen am Campus Melaten, der Bundesstraße B 56 bei Aldenhoven und dem Autobahndreieck Jackerath: Die Sensoren des vom Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH koordinierten Projekts ACCorD zeichnen 24 Stunden am Tag Bewegungen von Autos, Fahrrädern und Fußgängern auf. „Um die Sicherheit des Automatisierten Fahrens zu gewährleisten, brauchen wir so viele Daten, wie es geht“, erklärt ika-Mitarbeiter Laurent Klöker. „In einem Mischverkehr, wie er sich in den nächsten Jahren entwickeln wird, muss das automatisierte Fahrzeug optimal auf das Verhalten der anderen, menschlichen Verkehrsteilnehmenden reagieren können.“

Da von heftigen Lenkbewegungen über plötzliche, unbegründete Spurwechsel bis zu spontanen Vollbremsungen im Straßenverkehr so gut wie alles möglich ist, kann nur eine Unmenge von Daten die vermeintlich intelligente Maschine auf ihre Fahrt über die Straße vorbereiten. „Die Sensoren zeichnen Szenarien wie Überholmanöver, Einfädelungen und viele andere auf“, sagt Klöker. „Wir interessieren uns vor allem für Situationen, in denen es etwas brenzlig geworden ist.“ Denn aus solchen können die Forschenden am meisten lernen. Vor diesem Hintergrund wurden die drei von der RWTH betreuten Testfelder sorgsam ausgesucht: Der Autobahnabschnitt beinhaltet zwei Beschleunigungsstreifen, die Bundesstraße viel Verkehr – unter anderem landwirtschaftlichen – und das Campus-Areal viele Fahrräder, Fußgänger*innen und Busse. Die aufgezeichneten Bilder würden aus Datenschutzgründen automatisiert lokal an den Messpunkten verarbeitet, ausgewertet und unmittelbar wieder gelöscht, wie Klöker beteuert.

„Leider hat sich das Projekt wegen Corona, des globaler Chipmangels und der Hochwasserkatastrophe und des damit zusammenhängenden Baustoffmangels immer wieder verzögert“, sagt Klöker. „Die Förderung durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr ist mittlerweile ausgelaufen, doch wir hoffen, bald eine Anschlussförderung zu erhalten.“