David Spencer

  Mann niet auf einer Wiese Urheberrecht: © RWTH Aachen

Wenn David Spencer, der am Lehr- und Forschungsgebiet Biochemie und Molekularbiologie der Pflanzen über Krankheitsresistenzen in Kulturpflanzen promoviert, eins gelernt hat, dann dass Wissenschaftskommunikation fast so wichtig ist wie die eigentliche Forschung. Spencer selbst hat 2018 beim Science Slam der RWTH-Wissenschaftsnacht damit begonnen, vor Publikum auf unterhaltsame Weise von seiner Arbeit zu erzählen – und gewonnen. „Mein damaliger Preis war, eine Woche lang den Rektorparkplatz nutzen zu können“, erinnert sich der 31-Jährige. „Da ich kein Autofahrer bin, habe ich den Rektor gefragt, ob ich stattdessen vor dem Hauptgebäude Live-Aktionen machen kann, um über die Missverständnisse in Punkto Gentechnik aufzuklären.“ Diese hat laut David nämlich einen schlechteren Ruf als ihr zusteht. „Im Grunde gäbe es keins unserer heutigen Lebensmittel, wenn die Menschen nicht seit der Neolithischen Revolution vor rund 10.000 Jahren angefangen hätten, Pflanzen genetisch umzuformen.“

Nach vielen Auftritten bei bundesweiten Science Slams hat David in der Coronazeit mit dem Podcast „Krautnah“ eine große Hörerschaft über die wunderbare Welt der Pflanzen aufgeklärt. Nun hat er, quasi als Fazit seiner Doktorarbeit und seiner Arbeit im Bereich Wissenschaftsjournalismus, ein Buch veröffentlicht. In „Alles bio - logisch?!“ schlägt er den Bogen zwischen Pflanzenbiologie und dem heimische Gemüsefach, klärt über den Begriff Greenwashing auf und begründet, warum wir mit einer Kombination aus Hightech-Forschung (inklusive Gentechnik) und Ökolandbau am besten fahren.

Nun heißt es für David allerdings Abschiednehmen von Aachen und Uni – und dem Grübeln vorm Laptop. „Nach der Verteidigung meiner Doktorarbeit geht es erst mal auf Weltreise“, freut sich David.