Schwerpunktthema Green Technology

 

Umwelttechnologie für eine nachhaltige Zukunft

Um „eine ökonomische, ökologische, sozialverträgliche und nachhaltige Transformation“ infolge des Strukturwandels im Rheinischen Revier ging es im ersten Schwerpunktthema unseres Knowledge Hubs – „Der Strukturwandel im Rheinischen Revier im Zuge des Kohleausstiegs“ – und auch hier im zweiten Schwerpunktthema „Green Technology“ steht eine nachhaltige Umgestaltung, die ökologisch, ökonomisch und sozial erfolgreich ist, im Fokus unserer thematischen Aufbereitung.
Große globale und drängende Herausforderungen, allen voran der fortschreitende Klimawandel und die Zerstörung unserer Umwelt, erfordern eine deutliche Veränderung unserer Lebensweise und der weltweiten Wirtschaftssysteme. Und das nicht nur, weil wir uns dazu verpflichtet haben, spätestens im Jahr 2050 klimaneutral zu sein, sondern weil es für uns alle von existenzieller Bedeutung ist.

 

Angesichts der oben angesprochenen globalen Herausforderungen kann unser aller Interesse nur die Umgestaltung zu einer nachhaltigen Zukunft sein. Hierzu leisten technologische Innovationen, die unter der Prämisse des Klimaschutzes entwickelt werden und die eine ökonomisch verträgliche Transformation sämtlicher Wirtschaftssysteme ermöglichen, einen wichtigen Beitrag.

Green Technology, kurz GreenTech und übersetzt: Grüne Technologie, bringt als Umwelttechnologie neben Umwelt und Technik auch Wissenschaft und Wirtschaft zusammen und fokussiert vorausschauende Entwicklungen unter Einhaltung einer umweltfreundlichen Produktion. GreenTech steht für innovative grüne Technologien und effektive Maßnahmen im Kampf gegen Klimawandel, Ressourcenverbrauch und Umweltzerstörung und somit für Nachhaltigkeit. Wenn wir also verantwortungsvoll über Zukunft nachdenken, wenn wir wirklich daran interessiert sind, unseren Planeten zu retten, ein menschenwürdiges Leben für nachfolgende Generationen zu sichern, dann muss Zukunft nachhaltig ausgerichtet sein. Dabei wird Nachhaltigkeit auf mehreren Ebenen gedacht: auf der ökologischen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen. GreenTech verbindet als zukunftsorientierte Wirtschaftsform alle Ebenen erfolgreich miteinander, fördert in nahezu allen Branchen neue Geschäftsmodelle – hier geht es also um weitaus mehr als nachhaltige Produkte –, die die Entwicklung von ressourcenschonenden Technologien verfolgen. Die Umwelttechnologie ermöglicht grüne Märkte mit dynamischen Wachstumsaussichten und damit auch mit vielen Arbeitsplätzen.

Deutschland kommt hier eine besondere Rolle zu, es gilt als einer der weltweit wichtigsten Innovationstreiber und gehört laut Global Innovation Index 2021 zu den zehn innovativsten Ländern auf der Welt.

GreenTech ist eine Querschnittsbranche, da sie für nahezu alle Lebensbereiche nachhaltige Produkte und Dienstleistungen generiert. Ziel ist stets die Schonung von Klima, Umwelt und Ressourcen – gleichermaßen zum gesundheitlichen Wohlergehen der Menschen. Aus dem Grund sind Faktoren wie soziale Verträglichkeit, Fairness oder die Bekämpfung von Armut ebenfalls relevant.

 

Die grüne Disruption: Nachhaltigkeit

Sie findet längst statt und lässt sich zum Glück für uns alle und unseren Planeten nicht mehr aufhalten: die ökologische, tiefgehende Umwandlung unserer Wirtschaft und Gesellschaft, die grüne Disruption namens Nachhaltigkeit. Denn davon sind viele überzeugt: Nachhaltigkeit wird die zweite große Disruption nach der Digitalisierung.

Gleichzeitig unterstützt die zunehmende Digitalisierung die Nachhaltigkeitsbestrebungen enorm, da sie Unternehmen eine Energieeffizienz ermöglicht, die in dem Ausmaß nicht erzielt werden könnte. Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, die beiden großen Motive von GreenTech.

Zur besseren Verdeutlichung des Begriffs Energieeffizienz hier eine Umschreibung des Umweltbundesamts, kurz UBA, Deutschlands zentraler Umweltbehörde:

 

Energieeffizienz beschreibt allgemein das Verhältnis eines bestimmten Nutzens – zum Beispiel die Bereitstellung von Licht oder Wärme – zu dessen Energieeinsatz. Je weniger Energie eingesetzt werden muss, umso energieeffizienter ist ein Produkt oder eine Dienstleistung.

Umweltbundesamt

 

Jede und jeder kann einen Beitrag leisten

Auch in Deutschland sind Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend daran interessiert, nachhaltige Produkte zu kaufen, ihren bisherigen Konsum sowie den mitunter verschwenderischen Umgang mit natürlichen Ressourcen und die daraus resultierenden Folgen hinsichtlich des seit Jahren steigenden CO2-Ausstoßes, der Hauptverursacher für den Klimawandel, zu überdenken und eine neue, eine grüne Richtung einzuschlagen.

Es heißt immer wieder: Jede und jeder kann etwas zum Klimaschutz beitragen! Wir alle haben einen großen Einfluss darauf, ob sich CO2-Emissionen verringern, indem wir versuchen, Energie überall dort einzusparen, wo es möglich ist: Zum Beispiel indem wir regionale sowie saisonale Produkte einkaufen, wenn möglich, auf das Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel umsteigen oder Fahrgemeinschaften bilden und vieles mehr.

Aber auch Industrie und Wirtschaft müssen sich an ihrem ökologischen Fußabdruck, ihrer Energiebilanz und ihrem Beitrag zu beschlossenen Klimaschutzzielen messen lassen. So kann beispielsweise die Frage hinter allen Produktionen nur lauten: „Wie nachhaltig ist unser Produkt, unsere Dienstleistung?“ Das impliziert in einem auch, dass auf den gesamten Lebenszyklus und das Recycling der Produkte geachtet wird. Das bedeutet eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft, im Englischen: Circular Economy als Zielsetzung.

Die Erwartung dieser Produktionstransparenz hinsichtlich eines umweltfreundlichen Wirtschaftens wird in den kommenden Jahren zunehmen, darauf müssen sich Unternehmen weltweit einstellen. Denn auch von ihnen wird erwartet, dass sie die Welt besser machen und damit die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft innerhalb der planetaren (ökologischen) Belastbarkeitsgrenzen sichern.

 

Neo-Ökonomie als Megatrend: Nachhaltigkeit ist keine Modeerscheinung

Das renommierte Zukunftsinstitut benennt zwölf sogenannte Megatrends als die großen Treiber des Wandels. Darunter ist auch die Neo-Ökologie, die „den großen gesellschaftlichen Veränderungsprozess hin zu einem ressourceneffizienten, nachhaltigen Wirtschaften“ beschreibt. Außerdem heißt es:

 

Ob Kaufentscheidungen, gesellschaftliche Handlungsmoral oder Unternehmensstrategien: Der Megatrend Neo-Ökologie etabliert ein neues Werte-Set, das in jeden Bereich unseres Alltags hineinreicht. Das Nachhaltigkeitsparadigma reprogrammiert die Codes der globalen Gesellschaft, der Kultur und der Politik – und richtet unternehmerisches Handeln sowie das gesamte Wirtschaftssystem fundamental neu aus.

Zukunftsinstitut

 

Der fortschreitende Klimawandel und seine gewaltigen Auswirkungen – die auch Menschen in unserer Region beispielsweise im Sommer 2021 zu spüren bekommen haben, als die Flutkatastrophe beziehungsweise das Hochwasser viele Leben und ganze Existenzen vernichteten – die zunehmende Ressourcenknappheit, oder zuletzt die Abhängigkeit vom russischen Öl und komplizierte Lieferketten im Zuge des Ukraine-Krieges haben dazu geführt, dass die Nachfrage nach erneuerbaren Energien und effizienter Umwelttechnik lauter wurde. Wenn auch nicht bei allen aus einer vorausgegangenen Erkenntnis heraus, dass es so wie bislang nicht weitergehen kann, sondern aus Angst vor finanzieller, wirtschaftlicher Benachteiligung und Abhängigkeiten.

Das Bewusstsein darum, dass der Faktor Nachhaltigkeit längst zu einem geworden ist, der sich nicht mehr aufhalten lässt, sondern der alles Bisherige zurücklässt, ist zum Glück vorhanden. Es geht um eine mehr als notwendige Umgestaltung hin zu einer nachhaltigen Welt, der es auch gelingt, die Grundbedürfnisse einer stetig wachsenden Weltbevölkerung zu sichern, ohne eine weitere Zerstörung des Ökosystems und unserer Lebensgrundlage. Das hat für ein Umdenken in der Wirtschaftswelt und für wirtschaftliches Wachstum in der GreenTech-Branche gesorgt: Das Ziel der Nachhaltigkeit als Wachstumsmotor für die Zukunft.

 

Lesen Sie auf der nächsten Seite weiter und erfahren Sie, wie Green Technology als Treiber auf der politischen Ebene agiert.