Verantwortungsvolles Dienstreisen

  Panoramabild von Aachen © Martin Braun  

Im Nachhaltigkeitsleitbild haben sich die Hochschulangehörigen der RWTH gemeinsam dazu bekannt, Nachhaltigkeit in allen Handlungsfeldern, Prozessen und Entscheidungen mitzudenken. Dabei stehen auch Dienstreisen, insbesondere mit dem Flugzeug, im Fokus, da diese einer der größten Emissionsfaktoren an Hochschulen sind.

RWTH-intern soll das Bewusstsein für die Auswirkungen des eigenen Mobilitätsverhaltens auf die Umwelt geschärft werden. Neben einer aktiven Kommunikation, die zum Reflektieren des eigenen Verhaltens einlädt, sollen insbesondere interne Projekte, wie zum Beispiel ein Klimafonds, Möglichkeiten bieten und dazu motivieren, das eigene Mobilitätsverhalten nachhaltiger zu gestalten.

 

Reisemittel im Vergleich – Bahn vs. Flugzeug

Die Grafik zeigt eine Karte, auf welcher Reiseziele der RWTH-Mitarbeitenden eingezeichnet sind. Von Aachen aus zeigen verschiedene Linien zu den fünf häufigsten europäischen Destinationen und die vier häufigsten innerdeutschen Flugverbindungen Grafik Reisemittelvergleich, am Seitenende finden Sie einen erklärenden Alternativtext.

Beispielhaft wurden die Dienstreisedaten der RWTH-Beschäftigen aus dem Jahr 2019 betrachtet. Insgesamt wurden an der RWTH circa 25.400 Dienstreisen abgerechnet, die im Jahr 2019 getätigt wurden. Ungefähr 6.000 (rund 25 Prozent) dieser Dienstreisen wurden mit dem Flugzeug durchgeführt, wobei circa 1.650 im Inland stattfanden.

Um zu verdeutlichen, wie unterschiedlich die Umweltauswirkungen der Reisearten mit Flugzeug, Bahn und PKW ausfallen, können unterschiedliche Parameter hinzugezogen werden.

Obenstehende grafische Aufstellung zeigt die fünf häufigsten europäischen Destinationen und die vier häufigsten innerdeutschen Flugverbindungen: Paris, Genf, Zürich, Barcelona, Wien, sowie Hamburg, Berlin, Dresden und München. In der Grafik ist die jeweilige Reisedauer bei der Nutzung von Bahn oder Flugzeug dargestellt, wobei der Transfer zum Flughafen beziehungsweise Bahnhof mit Start am RWTH Hauptgebäude (Templergraben 55) einbezogen wurde. Des Weiteren ist der CO2-Ausstoß der Reise aufgeführt.

Die Auswertung zeigt deutlich: Flugreisen schneiden hinsichtlich der CO2-Emissionen schlechter ab als die alternative Bahnreise.

Und auch der Vergleich der Reisedauer zeigt den Vorteil der Bahnreisen. Häufig werden bei Vergleichsdaten die Anreise zum Flughafen, sowie die Zeiten für Check-in, Sicherheitskontrollen und Boarding nicht einbezogen. Fluggesellschaften empfehlen, circa zwei zwei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, um diese Schritte zu durchlaufen. Auch bei einem selbst durchgeführten Check-in sollte circa eine Stunde für Sicherheitskontrolle und Boarding eingeplant werden. Diese sind in der Auswertung noch nicht berücksichtigt, sodass stets etwa ein bis zwei Stunden auf die Flugreisedauer addiert werden müssten.

 

Entscheidungshilfe Flugreisen

Dienstreisen spiegeln grundsätzlich ein strukturelles Nachhaltigkeitsdilemma wider: Auf der einen Seite die Verantwortung der Gesellschaft und damit auch der Hochschule für das Klima und auf der anderen Seite das Erfordernis sich international auszutauschen, gemeinsam zu forschen und auch die Erweiterung des Horizonts durch das Erleben einer anderen Kultur zu ermöglichen. Die Abwägung, welcher Faktor dabei höher zu bewerten ist, kann dabei nicht pauschal beantwortet werden, sondern jede und jeder Einzelne muss diese Entscheidung anlassbezogen beantworten.

Um den Reisenden eine Hilfestellung für ihren Entscheidungsprozess zu geben, können sich diese am Entscheidungsbaum orientieren. Mit Hilfe von vier kurzen Fragenfeldern kann reflektiert werden, ob eine Dienstreise (als Flugreise) durchgeführt werden soll oder andere Alternativen denkbar und möglich sind.

 

Was kann ich noch tun?

Selbstverpflichtung: #unter1000 mach ich‘s nicht!

Diese Initiative zeigt, dass die Beteiligten

  • Flüge unter 1000 km Länge vermeiden
  • Stattdessen Bahn, Bus, Video- und Telefonkonferenzen nutzen
  • Mobilitätswandel wollen und leben
  • Handlungsbedarfe aufzeigen

Kompensationsmöglichkeiten von Reiseemissionen in DFG-Projekten

Seit Dezember 2020 ermöglicht die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Ausgleichszahlungen für Umweltbelastungen bei Dienstreisen in Forschungsförderungen beziehungsweise in Förderprojekten vom Förderbeitrag zu finanzieren.

Erzählen Sie es weiter!

Teilen Sie diese Website, Links, Ideen und/oder Aufrufe mit Ihren Kolleginnen und Kollegen oder auch im privaten Umfeld, motivieren Sie mitzumachen und maximieren Sie dadurch Ihre eigene Klimawirkung.

 

Alternativtext zur Grafik Reisemittelvergleich

Die Grafik zeigt eine Karte, auf welcher Reiseziele der RWTH-Mitarbeitenden eingezeichnet sind. Aachen ist mittig auf der Karte. Von Aachen aus zeigen verschiedene Linien zu den fünf häufigsten europäischen Destinationen und die vier häufigsten innerdeutschen Flugverbindungen: Paris, Genf, Zürich, Barcelona, Wien, sowie Hamburg, Berlin, Dresden und München.

Neben dem Namen des Reiseziels ist jeweils die Reisedauer sowie die CO2-Emissionen vermerkt, die durch eine Bahn- oder Flugreise zum jeweiligen Reiseziel entstehen.

Reiseziel
(Startpunkt Aachen)
Reisdeauer Bahn
in Stunden und Minuten
CO2-Ausstoß Bahn Reisedauer Flug
in Stunden und Minuten
CO2-Ausstoß Flug
Hamburg 5:20 1,72 kg 2:34 80,59 kg
Berlin 5:40 2,27 kg 2:49 108,93 kg
Dresden 7:22 2,25 kg 2:44 110,99 kg
Wien 9:35 33,48 kg 3:09 172,6 kg
München 5:42 2,75 kg 2:44 110,58 kg
Zürich 6:41 17,6 kg 2:44 102,16 kg
Genf 9:05 22,78 kg 4:24 126,6 kg
Barcelona 13:29 45,74 kg 5:49 258,39 kg
Paris 2:51 14,44 kg 2:49 91,48 kg