Arbeitsgruppe Capacity Building

  Globus zeigt Europa und Afrika Urheberrecht: © Timo Merki

Das Thema der gesellschaftlichen Herausforderung und die Zusammenarbeit mit Ländern des Globalen Südens spielen im Bereich der internationalen Hochschulkooperation eine immer größere Rolle, wie aktuelle Strategien verschiedener Ministerien und Wissenschaftsorganisationen auf nationaler wie EU-Ebene aufzeigen.

 

Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, dem Handlungsfeld Capacity Building in der internationalen Hochschulzusammenarbeit eine zentralere Stellung innerhalb der Internationalisierungsaktivitäten der RWTH zu geben und es als Baustein der Internationalisierungsstrategie der RWTH zu verankern, hat die Prorektorin für Internationales eine fakultäts- und statusgruppenübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet.

Hier werden bisher durchgeführte Einzelaktivitäten mit Ländern des Global Südens gebündelt, das Thema innerhalb der RWTH präsent gemacht, Austausch über verschiedene Statusgruppen hinweg gefördert, externe Expertinnen und Experten eingeladen und verschiedene Zielländer in zwei Zielregionen – Afrika und Ost- beziehungsweise Südosteuropa – identifiziert, mit denen hochschulweite Kooperationen auf- und ausgebaut werden sollen.

Ziel ist es, solche Aktivitäten möglichst koordiniert durchzuführen, Partnerschaften aufzubauen, die allen Fakultäten Anknüpfungspunkte und Möglichkeiten der Mitarbeit bieten, gemeinsam Förderprogramme einzuwerben und so die Zusammenarbeit mit Partnern aus Ländern des Globalen Südens gemäß beiderseitigem Interesse weiterzuentwickeln.

Dabei ist insbesondere die Zusammenarbeit mit studentischen Initiativen an der RWTH zentral, wie zum Beispiel mit 3 E's 4 Africa, Aktion Sodis oder Ingenieure ohne Grenzen, die ein wichtiger Teil der Arbeitsgruppe sind.

Die sechs identifizierten Zielländer der Initiative sind die folgenden:

 

Zielländer

Äthiopien

Zwecks Auslotung gemeinsamer Kooperationsinteressen befindet sich die RWTH in Äthiopien aktuell in Gesprächen mit der Addis Ababa University. Ein virtueller Matchmaking Workshop um diese Gespräche zu vertiefen und auf eine breite wissenschaftliche Basis zu stellen soll im zweiten Halbjahr 2021 stattfinden.

Ghana

Mit der University of Ghana fand ein vom Deutschen Akademischen Austauschdienst organisiertes Matchmaking-Gespräch im ersten Quartal 2021 statt. Eine erste vom International Office initiierte Kooperation ist im Bereich Water-Energy-Food-Environment Nexus geplant und es wird eine gemeinsame Autumn School zu dem Thema mit Partnerinnen und Partnern der IDEA League im Oktober 2021 organisiert werden. Darauf aufbauend sollen weitere Kooperationen ausgelotet werden.

Des Weiteren befindet sich die RWTH aktuell in Gesprächen mit der Kwame Nkrumah University of Science and Technology, ein gemeinsamer virtueller Matchmaking Workshop zum Aufbau von Kooperationen soll im zweiten Halbjahr 2021 organisiert werden.

Namibia

Mit der Namibia University of Science and Technology wurde im Mai 2021 ein erster virtueller Matchmaking Workshop organisiert, mit dem Ziel bilaterale Kooperationen zwischen beiden Institutionen auf- und auszubauen und gemeinsame Interessen zu eruieren. An dieser Veranstaltung nahmen mehr als 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Institutionen teil, die RWTH-seitig insgesamt sechs der neun Fakultäten repräsentierten. Ein Memorandum of Understanding, kurz MoU, zwischen der NUST und der RWTH wurde mittlerweile unterschrieben und erste Anträge sowie gegenseitige Forschungsaufenthalte sind für das zweite Halbjahr 2021 in Planung.

Georgien

Seit mehr als zehn Jahren existiert die Georgian-German Science Bridge, welche vom Forschungszentrum Jülich initiiert wurde und auf Seiten der RWTH insbesondere eine Kooperation im Fachbereich Physik beinhaltet.

Um diese fachbezogenen Kooperationen auszubauen, wurden von November 2020 bis Februar 2021 insgesamt drei virtuelle Matchmaking Workshops mit der Tbilisi State University, der Ilia State University sowie der Free University und der Agricultural University durchgeführt.

Bei diesen drei Veranstaltungen konnten mehr als 70 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der partizipierenden Hochschulen zusammengebracht werden, von Seiten der RWTH waren insgesamt Professorinnen und Professoren von sechs der neun Fakultäten involviert. Im Nachgang zu diesen Veranstaltungen wurden verschiedene Austauschaufenthalte auf PhD- und Post-Doc-Level in den Bereichen Architektur, Klimatologie und Neurowissenschaften realisiert. Des Weiteren wurde ein erstes Drittmittelprojekt im Rahmen des DAAD-Förderprogramms „Ostpartnerschaften“ zusammen mit der Tbilisi State University in Tbilisi und der Lomonosov Moscow State University in Moskau eingeworben. 2021 ist zum Ausbau dieser Beziehungen der Besuch einer RWTH-Delegation nach Georgien geplant.

Ukraine

Ein Kooperationsaufbau mit Hochschulpartnern in der Ukraine ist für 2022 geplant.

Republik Moldau

Ein Kooperationsaufbau mit Hochschulpartnern in der Republik Moldau ist für 2022 geplant.

 

Eine Mitarbeit in der Arbeitsgruppe und den geplanten Aktivitäten ist für Angehörige aller Fakultäten und Statusgruppen jederzeit möglich. Interessentinnen und Interessenten können sich bei weiteren Fragen an Herrn Dr. Daniel Holder, den Koordinator der Arbeitsgruppe, wenden.